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Hai der Woche: Karibischer Riffhai — 13. March 2017

Hai der Woche: Karibischer Riffhai

Obwohl es der häufigste riff-bewohnende Hai im Karibischen Meer ist, ist der Karibische Riffhai (Carcharhinus perezii) einer der am wenigsten untersuchten großen Requiemhaie. Er sieht seiner Schwesternart Schwarzhai sehr ähnlich, lebt aber ausschließlich auf oder in der Nähe von Korallenriffen im tropischen West-Atlantik von Florida bis zu Brasilien.

Carcharhinus perezi bahamas feeding
Karibischer Riffhai von Greg Grimes from Starkville, MS, USA – pic_0655, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Karibische Riffhaie sind nachtaktiv und können bei Tage in Höhlen oder auf dem Meeresgrund ruhend angetroffen werden (einstmals berühmt in Mexiko als “schlafende Haie”). Sie werden mit einer Länge von 1,5 bis 1,7 m (Männchen) oder um die 2 m (Weibchen) erwachsen und können maximal 3 m erreichen, was sie zu einem der größten apex predator im Riff-Ökosystem macht. Die Weibchen sind ovovivipar und bringen alle 2 Jahre 3 bis 6 61 bis 76 cm große lebende Junge zur Welt.

Trotz ihrer Größe sind Karibische Riffhaie normalerweise nicht aggressiv zu Tauchern, außer in Anwesenheit von Futter – Speerfischer können versehentlich gebissen werden (es gibt 4 registrierte, nicht provozierte, nicht tödliche Angriffe durch diese Art), aber manchmal auch Teilnehmer von Tauchtouren mit Ködern. Haie durch Füttern anzulocken ist ein kontroverses Nebenprodukt des Ökotourismus (und in Florida verboten). Dass der Hai Menschen mit Futter assoziiert (wie bei Bären) scheint nur ein Problem zu sein, wenn die Art normalerweise Säugetiere frisst (wie der Weiße Hai), aber die künstliche Konzentration von Räubern (wie im obigen Bild) und die verstärkte Entnahme von Fischen aus der Umwelt als Hai-Köder (anstatt Fischabfälle zu benutzen) könnten bedenklich sein. Touristen, aber auch Fotografen und Filmemachern Haie zu zeigen ist profitabler als sie zu töten – und bietet einen nachhaltigen Lebensunterhalt für Ex-Fischer in Zeiten der Überfischung. Ausgenommen natürlich, dass deren Kollegen dieses veränderte Verhalten der Haie ausnutzen, um sie alle einzufangen, nicht auf Film sondern an den Tausenden mit Köder versehenen Haken der Longlinen.

Denn Karibische Riffhaie wurden und werden per Longline und Stellnetz für ihr Fleisch, Haut, Kiefer, Flossen und Leberöl gezielt gefischt oder als Beifang gefangen, was in ihrem Status als potenziell gefährdet resultiert. Es ist die häufigste Haiart im Kolumbianischen Fischfang, aber geschützt in den USA, den Bahamas und einigen Meeresschutzgebieten in Brasilien. Illegale Fischerei und der Verfall des Lebensraumes (Korallenbleiche) sind weitere Gefahren. Karibische Riffhaie vor Florida sind mit gefährlich hohen Werten von Methyl-Quecksilber  gefunden worden – höher als in den FDA-Richtlinien jedenfalls, die EU-Richtlinien sind anders und erlauben (meiner Meinung nach unverständlicherweise) höhere Werte für größere Raubfischarten.

Quellen: hierhier und hier

 

integrate compassion, listening and creativity into our actions | mit Mitgefühl, Zuhören und Kreativität handeln – from hundredgivers — 17. February 2017

integrate compassion, listening and creativity into our actions | mit Mitgefühl, Zuhören und Kreativität handeln – from hundredgivers

I think that these thoughts of an US-American, although triggered by recent political changes there, are absolutely true worldwide. Strategies for peaceful solutions of conflicts are more necessary than ever.

With our beloved democracy quickly descending into fear and clashing ideologies, I’ve begun to hunt for survival techniques. Instead of rocks and shouting matches, are there more effective ways to resolve our differences? Now would be a good time to get back to the basics, educate our hearts and minds and begin to integrate compassion, listening and creativity into our actions…

via How to Educate our Hearts and Minds to Bring More Compassion and Peace to the World — Hundredgivers


Ich denke, dass diese Überlegungen einer US-Amerikanerin, wenn auch angestoßen durch die kürzlichen politischen Veränderungen dort, durchaus weltweit gelten. Strategien zur friedlichen Lösung von Konflikten sind nötiger denn je.

Während unsere geliebte Demokratie rasch in Furcht und Ideologiekämpfe herabsinkt habe ich angefangen, nach Überlebensstrategien zu suchen. Gibt es effektivere Wege, anstelle von Steinen und lautstarken Auseinandersetzungen, um unsere Unterschiede zu überwinden? Jetzt wäre eine gute Zeit, um zu den Grundlagen zurückzukehren, unsere Herzen und unseren Verstand in die richtige Richtung zu formen und damit zu beginnen, mit Mitgefühl, Zuhören und Kreativität zu handeln…

siehe How to Educate our Hearts and Minds to Bring More Compassion and Peace to the World — Hundredgivers

Hai der Woche: Bullenhai — 5. December 2016

Hai der Woche: Bullenhai

Es ist bekannt, dass Haie in Salzwasser leben. Sicher gibt es so etwas Seltsames wie Flusshaie (wie der Gangeshai), die nur Süßwasser zu vertragen scheinen (aber erwiesenermaßen auch durch Salzwasser wandern). Aber alle anderen Haie leben ausschließlich im Ozean oder in Brackwasser-Kinderstuben, um ihre Jungen zu schützen, oder? Leider ist das falsch.

Denn es gibt den Bullenhai (Carcharhinus leucas). Auch wenn ihre Kinderstuben in Brackwasser liegen, vertragen ältere Bullenhaie sowohl einen hohen Salzgehalt als auch gar keinen, was sie befähigt, weltweit an tropischen bis subtropischen Meeresküsten sowie in Flüssen und Seen zu leben.


(Video S3 eines schwangeren Bullenhaies von Brunnschweiler J, Baensch H (2011). “Seasonal and Long-Term Changes in Relative Abundance of Bull Sharks from a Tourist Shark Feeding Site in Fiji“. PLOS ONE. DOI:10.1371/journal.pone.0016597. PMID 21346792. PMC: 3029404., CC by 2.5 )

Bullenhaie sind in der Lage, durch ihre Nieren, Kiemen, Leber und eine spezielle Drüse nahe des Schwanzes Salz zurückzuhalten (was eine stark erhöhte Produktion von hochverdünntem Urin erfordert und energetisch sehr anspruchsvoll ist). Dadurch überleben und sogar florieren sie in Süßwasser so weit flußaufwärts wie 3 800 km den Mississippi hinauf oder 4 200 km den Amazonas. Es gibt sogar eine Population von Bullenhaien im Nikaraguasee in Mittelamerika die anscheinend separat ist, aber Tagging bewies dass sie zwischen dem See und dem Karibischen Meer hin und her wandern und dabei 8 Stromschnellen überwinden. Seit einem Hochwasser in den 1990ern ist sogar ein Golfplatz-See in Queensland in Australien die Heimat von Bullenhaien.

Der Bullenhai ist eine kräftige Art mit kleinen Augen und einer stumpfen Schnauze (daher der Name) und einer durchschnittlichen Länge von 2,4 m (weiblich) und 2,25 m (männlich), aber es gibt eine einzelne Aufzeichnung von einem schwangeren weiblichen Exemplar von 4 m Länge in einem Afrikanischen Fluss. Ihre Geschlechtsreife scheint vom Ort abzuhängen und dauert bis zu 14-15 Jahre für Männchen und 18 Jahre für Weibchen. Bullenhaie sind ovovivipar wie andere Requiemhaie.

Als opportunistische Esser fressen Bullenhaie alles, von Fischen und anderen Haien (sogar kleinen Bullenhaien) zu Schildkröten, Vögeln, Delfinen und Landsäugetieren wie Hunden oder Nilpferden, aber auch Kadavern und (im Falle von Indischen Flüssen) Leichen. Sie müssen das tun (wie ober erwähnt), um im Süßwasser mit seinem nicht vorhandenen Salzgehalt und dem signifikant höheren negativem Auftrieb zu überleben. Im Meer kann ihr Stoffwechsel runtergefahren werden.

Basierend auf ihrem Lebensraum kommen Bullenhaie oft in Kontakt mit Menschen. In den klaren Gewässern der Bahamas z.B. haben Taucher regelmäßig Umgang mit Ansammlungen von Bullenhaien, ohne Probleme. Einige Forscher vermuten, dass dieses nicht-bedrohliche Verhalten daher kommt, dass die Haie die Menschen klar sehen können und erkennen, dass sie nicht typische Beutetiere sind. In trüberen Gewässern jedoch passieren Zwischenfälle, und Menschen werden gebissen und sterben manchmal daran. Einige Bullenhaie sind territorial und und haben praktisch keine Toleranz für Provokationen, was die Dinge auch nicht leichter macht.

Wegen seines Lebensraumes, aber auch seiner Größe, Stärke und Zähne gilt der Bullenhai bei manchen Experten als der gefährlichste Hai der Welt.  Wenn es so etwas wie einen Menschenfresser-Hai gibt, so wäre das der Bullenhai und nicht der Weiße Hai. Letzterer könnte vielmehr für viele Angriffe, die seiner Art zu Last gelegt werden (darunter die berühmten Haiangriffe in New Jersey im Jahre 1916, die als Inspiration für Der Weiße Hai gedient haben mögen) nicht verantwortlich sein, sondern der Bullenhai mit seinem nahezu identischem Gebiss. Es ist erstaunlich, dass es nicht mehr Zwischenfälle gibt, was nur bestätigt, dass sie nicht wirklich an uns interessiert sind und ein Angriff normalerweise nur ein Fehler ist.

Der Bullenhai wird als Beifang in Longline-Fischereien gefangen, aber öfter von kleinen Fischern für sein Fleisch, Flossen und Haut aufs Korn genommen, weil er so reichlich in ufernahen Gebieten und Flüssen vorhanden ist. Zusätzlich ist er ein populäres Ziel von Hobbyanglern. Wegen der Verschmutzung ihres Lebensraumes in flachen Küstengewässern, Flüssen und Seen und der Überfischung ihrer Kinderstuben haben die Zahlen von Bullenhaien signifikant abgenommen.

Quellen: hierhier, hier und hier

Hai der Woche: Nachthai — 28. November 2016

Hai der Woche: Nachthai

Wustest Du, dass die Hai-Fischereien vor der Nordostküste Brasiliens fast ausschließlich Haie fangen, die gefährliche Mengen von Quecksilber enthalten? 90% der gefangenen Haie und Rochen sind Nachthaie (Carcharhinus signatus), eine Tiefseeart, die vertikal wandert von einer Tiefe bis zu 2 km tagsüber zu 26 m unter der Oberfläche in der Nacht (daher der Name). Er lebt über dem äußeren Festlandsockel und dem oberen Kontinentalrand auf beiden Seiten des Atlantiks.

Der Nachthai ist ein schlanker, schneller Hai und wird normalerweise 2 m lang. Er hat eine lange spitze Schnauze und große grüne Augen. Wie alle Requiemhaie ist er ovovivipar und bringt nach einer Tragzeit von einem Jahr 4–18 lebende Junge zur Welt, die 50 bis 72 cm groß sind. Jeder Embryo hat seinen eigenen abgetrennten Bereich in einer der zwei Gebärmütter und wird von einem Dottersack und später durch eine Plazentaverbindung ernährt. Männchen werden mit 8 und Weibchen mit 10 Jahren erwachsen.

Carcharhinus signatus nefsc2.jpg
Nachthai, NOAA/NEFSC – http://nefsc.noaa.gov/rcb/photogallery/sharks/sharks.html, Gemeinfrei,

Weil er für seine wertvollen Flossen und Fleisch, aber auch für Leberöl und Fischmehl aufs Korn genommen wird, wird der Nachthai kommerziell und als Beifang gefischt. Er ist noch die üppigste Elasmobranchii-Art in den Tiefseeberg-Fischereien vor Brasilien. Früher alltäglich in den Hai-Fischereien der Karibik, Kuba und der USA, sorgte der Fischerei-Druck auch dort für einen beträchtlichen Rückgang. Deshalb hat die IUCN den Nachhai global als gefährdet eingestuft, auch wenn das USA-Fangverbot dort zu wirken scheint.

Wenn man bedenkt, dass die gefangenen Nachthaie vor Brasilien hauptsächlich jugendlich sind (ich denke, dass die dortigen flachen Tiefseeberge Kinderstuben für Nachthaie sind), ist es umso alarmierender, dass die gefangenen Haie Quecksilberwerte enthalten, die höher sind als im Brasilianischen Gesetz (und WHO-Empfehlungen) erlaubt – welche Quecksilberwerte würden wohl erwachsene Haie haben, die ja mehr Jahre Zeit hatten um es anzureichern?

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Kleingefleckter Katzenhai — 24. October 2016

Hai der Woche: Kleingefleckter Katzenhai

Wusstest Du, dass es auch Haie in der Ostsee gibt? Keine der Arten, die sich nur in Süßwasser wohlfühlen (wie z.B. die Flusshaie oder Süßwasserstechrochen), und auch glücklicherweise nicht der Bullenhai, sondern Zuwanderer aus der Nordsee oder dem Atlantik. Viele werden wohl durch Einströmungen von Salzwasser infolge von Stürmen mitgespült oder wandern temporär in das danach salzigere Wasser ein. Aber eine Art hat sich häuslich eingerichtet und bewohnt sogar Gebiete, die weit von den Übergängen zum Salzwasser entfernt sind. Der Kleingefleckte Katzenhai (Scyliorhinus canicula) ist die häufigste europäische Haiart und lebt im Mittelmeer, im nordöstlichen Atlantik und in der Nordsee, seit einiger Zeit inklusive Skagerrak und Kattegat. Aber nun ist er sogar, wie diese Reportage zeigte, in der deutschen Ostsee (genauer vor der Insel Poel) heimisch geworden.

Scyliorhinus canicula 1 by Line1.jpg
Scyliorhinus canicula, Von Liné1Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Der bis zu 1 m große Kleingefleckte Katzenhai wird auch kommerziell genutzt: für sein Fleisch (die Leber ist giftig), seine Sandpapier-artige Haut, Öl oder auch Fischmehl. In der Ostsee wurden Katzenhaie (benannt nach ihren katzenartigen Augen: horizontal ovale Augen mit länglichen Pupillen und einer Nickhaut) auch ab und zu gefangen. Hinterher wurden sie entweder wieder freigelassen (mit einer hohen Überlebensrate) oder, wie hier geschildert, an Aquarien abgegeben (wo Kleingefleckte Katzenhaie leicht gehalten werden können und deshalb eine häufige Art sind). Dort kann man sie in einigen Fällen sogar anfassen. Ich habe mit meiner Familie auch schon so ein Aquarium in Dänemark besucht und neugierig Haie, Rochen und Seesterne unter Wasser berührt – bevor ich in diesem Sommer in Schottland erfuhr, dass man das nicht tun soll weil man damit die schützende Schleimschicht über ihrer Haut verletzt. Warum das die anderen Aquarienbetreiber nicht wussten?

Wie alle Katzenhaie legt auch der Kleingefleckte Katzenhai Eier, Nixenhandtasche (mermaid’s purse) oder Meermaus genannt, mit geringelten Fäden an jedem Ende, die sich an Unterwasser-Strukturen festkrallen. In diesen entwickelt sich je ein Embryo (selten auch zwei) über 5 bis 11 Monate hinweg, was gut studiert werden kann (und in Laboratorien auch wird). Nach dem Schlupf müssen die 10 cm großen Jungtiere für sich selbst sorgen. An ihnen wurde erstmals beobachtet, dass sie mit ihren Haut-Zähnen (Denticles) am Schwanz Beutetiere festhalten und dann Stücke abbeißen – sie sind sehr gelenkig.

Diese Eikapseln und frisch geschlüpfte Jungtiere waren nun auch in der Osteee gefunden worden – ein Zeichen, dass es nicht mehr nur zeitweise Besucher sind. Es wird vermutet, dass es am Klimawandel liegt. Wie sie wohl mit dem geringen Salzgehalt zurechtkommen?

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Schlinghai — 26. September 2016

Hai der Woche: Schlinghai

Wusstest Du, dass ein als gefährdet eingestufter kleiner Tiefseehai wegen seines großen Anteils an qualitativ hochwertigem Squalen im Leber-Öl als der “Rolls-Royce der Squalen-produzierenden Haie” angesehen und gezielt gejagt wird (ob legal oder illegal scheint egal zu sein)? Neben dem hier schon erwähnten Einsatz von Squalen in teurer Kosmetika und fragwürdigen Gesundheitspillen -wo ohne Probleme auf andere Squalen-Quellen zurückgegriffen werden könnte- wird es auch als (laut GSK alternativlose) Zutat für Medizinprodukte, u.a. das Grippe-Impfstoff-Adjuvant AS03, genutzt. Ich will hier nicht über den Sinn und Zweck von Impfungen diskutieren, oder über Adjuvanzien, auch nicht über die in Europa sehr umstrittene Schweinegrippe-Impfung von 2009 – aber es ist doch zu beklagen, dass viele Schlinghaie (Centrophorus granulosus) sinnlos geopfert wurden, wo doch Millionen der damals eilig bereitgestellten und bezahlten Impfdosen wieder vernichtet werden mussten. Und dass bei einem Hai, der die wahrscheinlich niedrigste Fortpflanzungsrate aller Haie besitzt.

A photo of a gulper shark that has been caught.
Centrophorus granulosus, by NEFSC/NOAAPublic Domain

Die Weibchen des Schlinghaies werden erst mit ca. 14 Jahren geschlechtsreif und können zwischen 54 und 70 Jahre alt werden. Da sie mit je einem Embryo 2 Jahre lang schwanger sind und lange Pausen zwischendurch einlegen, haben sie typischerweise nur zwischen 2 und 10 Junge – in ihrer gesamten Lebenszeit. Sie sind ovovivipar und füttern den Embryo mit dem Dottersack und anderen unbefruchteten und auch befruchteten Eiern (Oophagie). Die Eizelle des Schlinghaies ist eine der größten im gesamten Tierreich und wiegt zwischen 143 und 370 g.

Im Atlantik, im Pazifik, im Indischen Ozean und im gesamten Mittelmeer lebend, wird der Schlinghai an Longlinen und mit Schleppnetzen gefangen (zusammen mit vielen anderen Wasserlebewesen als Beifang). Er migriert stark und bildet Schulen.

Quellen: hierhier und hier

 

EFSA: gefährliche Kontaminanten in Palmöl — 1. September 2016

EFSA: gefährliche Kontaminanten in Palmöl

Während der Nahrungsmittelproduktion können sich Kontaminanten entwickeln. Ein Beispiel ist Acrylamid während des Bratens von Kartoffeln, aber auch die Ester von 3- und 2-MCPD und Glycidyl-Fettsäureester (Glycidol) sind solche schädlichen Substanzen in unserer Nahrung. Sie lösen Tumore aus und sind besonders für Kinder gefährlich. Sie entstehen während der Herstellung von Pflanzenölen und sind in diesen Ölen und infolgedessen in industriell verarbeitetes Lebensmitteln, die diese Öle enthalten, zu finden. Ihre höchsten Konzentrationen liegen bei weitem in Palmöl oder Fett. Das ist besorgniserregend, weil es schwer ist, Palmöl in unseren Läden zu entkommen. Schwierig, aber nicht unmöglich – meiner Meinung nach. Erschreckend sind die hohen Dosen, die in Säuglingsanfangsnahrung gefunden wurden.

Quelle: ESFA-Bericht

theconversation.com: The oceans are changing too fast for marine life to keep up | Die Meere ändern sich zu schnell, als das ihre Bewohner mithalten können — 19. August 2016

theconversation.com: The oceans are changing too fast for marine life to keep up | Die Meere ändern sich zu schnell, als das ihre Bewohner mithalten können

Regarding those who point out that there where periods with much higher (not human-caused) carbon dioxide levels than today, implying it is only natural and no reason to change anything, I found this article that was originally published on The Conversation on October 13, 2015.

Yes, rising carbon dioxide levels happened in the past, but either so slow that nature could adapt, or as rapidly as now, but then coupled with a mass extinction event (Source). The sharks survived the last times (as below mentioned they wouldn’t now), and I think (and hope) mankind would survive, but: how would we live in the world we would find ourselves in after?


Bezüglich denen, die aufzeigen, dass es Perioden mit viel höheren (nicht vom Menschen verursachten) CO2-Pegeln als heute gab, damit unterstellend, dass es nur natürlich ist und es keinen Grund gibt irgendetwas zu ändern, habe ich diesen Artikel gefunden, der ursprünglich am 13. Oktober 2015 auf The Conversation veröffentlicht wurde.

Ja, in der Vergangenheit passierten steigende CO2-Pegel, aber entweder so langsam dass die Natur sich anpassen konnte, oder so schnell wie heute, aber dann  mit einem Massenaussterben gekoppelt (Quelle). Die Haie überlebten es die letzten Male (wie unten erwähnt würden sie das jetzt nicht mehr), und ich denke (und hoffe) die Menschheit würde überleben, aber: wie würden wir leben in der Welt, in der wir uns danach befinden würden?

The oceans are changing too fast for marine life to keep up

Ivan Nagelkerken, University of Adelaide

Some of the ocean’s top predators, such as tuna and sharks, are likely to feel the effects of rising carbon dioxide levels more heavily compared other marine species.

That’s just one of the results of a study published today in Proceedings of the National Academy of Science.

Over the past five years we’ve seen a significant increase in research on ocean acidification and warming seas, and their effect on marine life. I and my colleague Sean Connell looked at these studies to see if we could find any overarching patterns.

We found that overall, unfortunately, the news is not good for marine life, and if we do nothing to halt climate change we could lose habitats such as coral reefs and see the weakening of food chains which support our fisheries.

Acidifying and warming oceans

Humans have been adding carbon dioxide to the atmosphere largely through burning fossil fuels. Under a worst-case scenario, without doing anything to stop increasing emissions, we’d expect concentrations of carbon dioxide to reach around 1,000 parts per million by the end of the century.

This increase in greenhouse gases is “acidifying” the oceans. It’s happening now. Carbon dioxide concentrations have reached around 400 parts per million, compared with around 270 parts per million before the industrial revolution.

This extra carbon dioxide, when it dissolves into the seas, is reducing the pH of the oceans – that is, making them more acidic.

Many ocean creatures, particularly those that build habitats such as corals and shellfish, make skeletons out of calcium carbonate, which they get from ions dissolved in sea water.

When carbon dioxide dissolves in seawater, it makes these calcium carbonate ions harder for marine life to collect and turn into skeletons. It’s like a person going on a diet without calcium.

At first this results in marine life producing brittle skeletons, but can ultimately lead to the skeletons dissolving.

A calcium-free diet

Many studies have looked at what will happen to these lifeforms that produce skeletons, but we wanted to look at how rising carbon dioxide would affect the ocean at a broader scale.

We analysed more than 600 experiments on ocean acidification and warming seas.

Overall it seems warming temperatures and acidifying oceans will have a negative effect on species and ecosystems. This means reduced growth, abundance, and diversity of marine species.

We also found these results were mostly consistent across latitudes – they weren’t just limited to tropical oceans.

The oceans will warm as they acidify, so it’s important to look at these two changes together. Previous analyses typically looked at specific life stages or different ecosystems.

It’s likely that acidification will interact with warming to have a worse effect. For instance, if you would see a 20% reduction in calcification rates because of rising temperatures, and a 25% reduction in calcification because of acidification, then the combined reduction might be 60%. We see these effects regularly in the studies we looked at.

Of course not every species will show the same response. We expect some species to be able to acclimate or adapt to changes, particularly over longer time periods perhaps like a couple of decades. For example, a recent study on a coral living in a tropical lagoon found it has some capacity to adapt. We found that more generalist species like microorganisms seem to be doing particularly well under climate change, and also some fish species at the bottom of the food chain may show increases in their populations.

Changing whole ecosystems

Most worrying are not only the changes to individual species but also whole ecosystems.

We found that reef habitats are vulnerable: coral reefs, but also temperate reefs built by molluscs such as oysters and mussels. A lot of shallow temperate waters used to have oysters reefs, but there are few natural reefs remaining.

There are also cold-water reefs formed by other species of coral, which grow slowly over thousands of years in the cooler temperatures. In our analysis we found that acidification could cause these habitats to show reduced growth. These habitats are often located in deep waters and are very sensitive to human impacts.

We also found that these changes affect whole ocean food webs.

We found that warmer temperatures mean more phytoplankton – the tiny plant-like lifeforms that form the basis of many ocean food chains. This means more food for grazing species that feed on phytoplankton.

Warmer temperatures also mean faster metabolisms, which require more food. However this didn’t translate into higher growth rates in grazing species. That’s fatal because the next level up in the food chain (the species that eat the grazing animals) would have less food, but still need more food because of faster metabolisms.

This effect is expected to become stronger as you go up the food chain, so predatory species like tuna, sharks, and groupers will be the species that would feel the strongest effects.

These species are also threatened by overfishing, which adds another level of stress. Overfishing alters important food web interactions (e.g. top-down control of prey species) and may also reduce the gene pool of potentially strong individuals or species that could form the next generation of more resilient animals. And this is on top of other threats such as pollution and eutrophication.

Therein lies an opportunity. We cannot change climate change (or ocean acidification) in the short term. But if we can mitigate the effects of overfishing and other human stressors we can potentially buy some time for various species to adapt to climate change.

Species can genetically adapt to changes over geological timescales of thousands of years – as we can see from modern species’ survival over many ups and downs in the climate. But the changes we have wrought on the oceans will take place over decades – not even one generation of a long-lived sea turtle or shark.

With such fast changes, many species in the ocean will likely be unable to adapt.

The Conversation

Ivan Nagelkerken, Associate Professor, Marine Biology, University of Adelaide

Read the original article.

Hai der Woche: Harrison’s Schlinghai — 15. August 2016

Hai der Woche: Harrison’s Schlinghai

Wusstest Du, dass es im Englischen einen “dump shark” (also Dummen Hai) gibt? Ich weiß nicht, warum der Centrophorus harrissoni so genannt wurde, aber ich finde das beleidigend.

Harrisson’s Dogfish, Centrophorus harrissoni. Source: CSIRO National Fish Collection. License: CC BY Attribution

Harrisson’s Schlingfisch ist eine seltene Schlingerhai-Art mit einem großen Mund und großen grünen Augen. Es kann bis zu 110 cm lang und 46 Jahre alt werden. Erst spät erwachsen werdend (Weibchen mit ungefähr 99 cm und Männchen mit 84 cm Länge), bringt das Weibchen meistens nur ein lebendes Junge (ovovivipar) von 35 cm Länge alle 2 (möglicherweise sogar 3) Jahre zur Welt (es scheint, dass nur ihr rechtsseitiger Uterus richtig funktioniert).

Ausschließlich entlang der Ostküste Australiens und vor Neuseeland und auf einem relativ hohen Gebiet für Tiefsee-Haie lebend (auf 250 bis 385 m unter Wasser), war der Harrison’s Schlinghai 2003 als vom Aussterben bedroht eingestuft worden. Das basierte auf einem Rückgang der Art von mehr als 99%  auf dem oberen Kontinentalrand vor Zentral- und Süd-New South Wales (NSW) und dem östlichen Victoria, verglichen mit den 1970-ern (als die kommerzielle Schleppnetz-Fischerei auf dem oberen Kontinentalrand von NSW begann). Über die Art ist nun bekannt, dass sie ein größeres Gebiet bewohnt als vorher gedacht, und eine Zahl von Schutzmaßnahmen wurden eingeleitet. Frühere einschränkende Fangquoten (um zu verhindern, dass er für sein Fleisch und das Squalen aus dem Leberöl gejagt wurde) wurden durch ein totales Verbot ersetzt, den Harrisson’s Schlinghai zu Verkaufen. Es gibt Schutzgebiete (wo jede Art Fischerei verboten ist), Gebiete, wo nur einige Fangmethoden verboten sind, und ein Verbot für Schleppnetze tiefer als 700 m entlang der Ostküste südlich von Sydney (bestimmt, um alle Tiefsee-Haie zu schützen). Die geringe Vermehrungsrate, das späte Erwachsenwerden und die lange Lebensspanne dieser Haie bedeuten, dass sie sich voraussichtlich nur langsam von dem Raubbau erholen werden, trotz des Fangverbots. Dogfisch-Arten des oberen Kontinentalrandes sind anfälliger fürs Gefangenwerden als die in der Mitte, weil sie über ihren gesamten Tiefenbereich und die meisten Gebiete (außer den Schutzzonen) aufs Korn genommen werden. Aber weil sie Licht und einen geringeren Wasserdruck gewöhnt sind, kann ein größerer Anteil es überleben, wenn sie versehentlich gefangen und schnell wieder ins Meer geworfen werden.

Der Harrison’s Schlinghai wird nur als stark gefährdet angesehen, weil es nun so scheint, dass die Abnahme der Gesamtpopulation nur 70% beträgt (obwohl diese höchstwahrscheinlich weiter zurückgehen wird). Wissenschaftler hoffen, dass 500 von ihnen ausreichen, um eine genügend genetisch verschiedene Population zu bilden. Für mich bedeuten diese Zahlen, dass sie fast ausgestorben sind (Zum Vergleich: vom Großen Panda gibt es mehr als dreimal so viele in der Wildnis, und ihre Zahl steigt weiter an. Aber sie sind ja auch niedlich).

Quellen: hier, hier und hier

about climate change denial | über Klimawandel-Leugnung — 13. August 2016

about climate change denial | über Klimawandel-Leugnung

Since I often stay helpless in the face of climate change denial (or rather human-caused global warming denial), I post some links I found to make sense of their arguments (including their motives and why discussing with facts doesn’t work):

skepticalscience.com

short videos on global warming

Denial 101 – Massive Open Online Course 

for instance

climatecentral

George Monbiot from The Guardian


Weil ich oft hilflos bin angesichts Klimawandel-Leugnung (oder eher Menschen-verursachte-Erderwärmungs-Leugnung), poste ich einige Links die Sinn in ihre Argumente bringen (inklusiver ihrer Motive und warum mit Fakten diskutieren nichts bringt):

übersetzte Seite skepticalscience.com

Erklärungvideo zur Erderwärmung

Denial 101 – Massive Open Online Course 

z.B. 

klimafakten.de

George Monbiot from The Guardian (teilweise Übersetzung hier)