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Hai der Woche: Messerzahn-Dornhai — 19. December 2016

Hai der Woche: Messerzahn-Dornhai

Nach der Vorstellung von gefährlichen Haien hier nun ein harmloser.

Scymnodon ringens
Messerzahn-Dornhai (Scymnodon ringens). Image by Henk Heesen, taken from marinespecies.org. This work is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 4.0 License

Aber Momentchen mal! Die Zähne sehen gefährlich aus, oder nicht? Aber dieser seltene, mittelgroße Hai wird in der Tat als harmlos angesehen (nicht dass klein automatisch harmlos bedeutet, siehe Zigarrenhai), trotz seines Namens: Messerzahn-Dornhai.

Der Messerzahn-Dornhai (Scymnodon ringens) lebt in der Tiefsee des Ost-Atlantik und Südwest-Pazifik und wird bis zu 1,1 m groß. Er sieht, mit Ausnahme seiner Zähne, wie ein Verwandter des Taschenhaies oder des Ninja-Laternenhaies aus, ist in Wirklichkeit aber eine Art der Schlafhaie (wie der Grölandhai). Er wird für getrocknetes oder eingesalzenes Fleisch und Fischmehl genutzt.

Zähne müssen wirklich etwas charakteristisches sein, weil es auch einen Schlafhai namens Wenigzahn-Dornhai gibt.

Quellen: hier und hier

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Hai der Woche: Schokoladenhai — 14. November 2016

Hai der Woche: Schokoladenhai

Wusstest Du, dass die Haut des Schokoladenhaies (Dalatias licha) seit dem 17. Jahrhundert zu einem teuren Leder namens Chagrin gemacht und für Bucheinbände, Schwertgriffe, Gepäck und Schmuck verwendet wurde?

Die Haut ist dunkelbraun (daher der Name) mit kleinen flachen Dentikeln (Hautzähnen). Üblicherweise 1,40 m lang werdend, ist der Schokoladenhai mit seinen großen Zähnen und kräftigem Biss ein kraftvoller Räuber, kann aber auch Stücke aus größerer Beute abbeißen wie sein kleinerer Cousin, der Zigarrenhai (obwohl seine Lippen nicht als Sauglippen modifiziert sind).

Dalatias licha head.jpg
Von asobi tsuchiyadeepseashark25, CC BY 2.0, Link

Wie alle Haie aus der Familie Dalatiidae ist der Schokoladenhai ein Tiefsee-Hai mit langsamem Wachstum und kleiner Vermehrungsrate. Weibchen bringen 6 – 8 lebende Junge nach einer Tragzeit von 2 Jahren zur Welt. Die Embryonen schlüpfen innerhalb einer der zwei funktionierenden Gebärmütter (die nicht in Abteilungen aufgeteilt sind) und werden durch Dotter ernährt (Ovoviviparie). Zwischen zwei Schwangerschaften können die Weibchen ein Jahr Pause einlegen. Die Jungen sind bei der Geburt 30 bis 45 cm groß und werden mit 77 bis 121 cm (Männchen) und 117 bis 159 cm (Weibchen) erwachsen.

Der Schokoladenhai wird kommerziell für sein Leberöl (insbesondere sein Squalen) und seine Haut (siehe oben) sowie für Fleisch (in Europa und Japan, aber auch Australien, weil die dortige Gesetzgebung zum Quecksilbergehalt von Fischen gelockert wurde) und Fischmehl gefangen, aber auch als Beifang bei Tiefsee-Fischereien mit Longlines, Bodenschleppnetzen und Treibnetzen. Wenn sie über Bord entsorgt werden überleben Tiefseehaie selten. Dies führt dazu, dass der Schokoladenhai global als potentiell gefährdet und als stark gefährdet in Europäischen Gewässern betrachtet wird. Wegen seines Lebensraumes nahe dem Meeresgrund ist der Schokoladenhai keine Gefahr für dem Menschen, aber beißt gelegentlich in Unterwasser-Glasfaserkabel.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Rau-Langnasen-Dornhai — 3. October 2016

Hai der Woche: Rau-Langnasen-Dornhai

Die Klassifikation von Haiarten kann schwierig sein. Manchmal werden junge und erwachsene Exemplare derselben Art als unterschiedliche Arten angesehen (Zebrahai). Und manchmal wird eine Art für die gleiche wie eine andere gehalten (die Schwesternart Vogelschnabel-Dornhai), aber die gleiche Art, an einem anderen Platz gefunden (vor Madeira), bekommt ihren eigenen Namen, bis 3 Jahre später beide als eine, neue Art angesehen werden – als Rau-Langnasen-Dornhai (Deania hystricosa).

Deania hystricosum.jpg
Deania hystricosum, image by Yagogta CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31370578

Der Rau-Langnasen-Dornhai ist ein mittelgroßer (bis zu 110 cm langer) Tiefsee-Hai, der im östlich-zentralen und südöstlichen Atlantik um Madeira, den Kanarischen Inseln, Namibia und Südafrika und im Nordwest-Pazifik um Japan und Neuseeland gefunden wurde (bis jetzt). Die Art gehört zur Familie der Schlingerhaie und hat gerillte Stachel vor beiden Rückenflossen und raue, wie eine Mistgabel geformte Dentikel. Sie ist ovovivipar mit wahrscheinlich um die 12 Junge pro Wurf. Sie wird vor Madeira und den Kanarischen Inseln per Tiefsee-Longline für ihr Fleisch und Leber-Öl gefangen und woanders als Beifang der Tiefsee-Schleppnetz-Fischerei.

Quellen: hier und hier

 

Hai der Woche: Schlinghai — 26. September 2016

Hai der Woche: Schlinghai

Wusstest Du, dass ein als gefährdet eingestufter kleiner Tiefseehai wegen seines großen Anteils an qualitativ hochwertigem Squalen im Leber-Öl als der “Rolls-Royce der Squalen-produzierenden Haie” angesehen und gezielt gejagt wird (ob legal oder illegal scheint egal zu sein)? Neben dem hier schon erwähnten Einsatz von Squalen in teurer Kosmetika und fragwürdigen Gesundheitspillen -wo ohne Probleme auf andere Squalen-Quellen zurückgegriffen werden könnte- wird es auch als (laut GSK alternativlose) Zutat für Medizinprodukte, u.a. das Grippe-Impfstoff-Adjuvant AS03, genutzt. Ich will hier nicht über den Sinn und Zweck von Impfungen diskutieren, oder über Adjuvanzien, auch nicht über die in Europa sehr umstrittene Schweinegrippe-Impfung von 2009 – aber es ist doch zu beklagen, dass viele Schlinghaie (Centrophorus granulosus) sinnlos geopfert wurden, wo doch Millionen der damals eilig bereitgestellten und bezahlten Impfdosen wieder vernichtet werden mussten. Und dass bei einem Hai, der die wahrscheinlich niedrigste Fortpflanzungsrate aller Haie besitzt.

A photo of a gulper shark that has been caught.
Centrophorus granulosus, by NEFSC/NOAAPublic Domain

Die Weibchen des Schlinghaies werden erst mit ca. 14 Jahren geschlechtsreif und können zwischen 54 und 70 Jahre alt werden. Da sie mit je einem Embryo 2 Jahre lang schwanger sind und lange Pausen zwischendurch einlegen, haben sie typischerweise nur zwischen 2 und 10 Junge – in ihrer gesamten Lebenszeit. Sie sind ovovivipar und füttern den Embryo mit dem Dottersack und anderen unbefruchteten und auch befruchteten Eiern (Oophagie). Die Eizelle des Schlinghaies ist eine der größten im gesamten Tierreich und wiegt zwischen 143 und 370 g.

Im Atlantik, im Pazifik, im Indischen Ozean und im gesamten Mittelmeer lebend, wird der Schlinghai an Longlinen und mit Schleppnetzen gefangen (zusammen mit vielen anderen Wasserlebewesen als Beifang). Er migriert stark und bildet Schulen.

Quellen: hierhier und hier

 

Hai der Woche: Langschnauzen-Dornhai — 5. September 2016

Hai der Woche: Langschnauzen-Dornhai

Wusstest Du, dass die Denticles (winzige Haut-Zähne) der Haie unterschiedlich sind? Einige Haie haben große Denticles, andere nur winzige und andere überhaupt keine. Einige haben welche, die wie Diamanten geformt sind, andere wie Pfeilspitzen, und dieser kleine Hai hat Mistgabel-ähnliche Dentikel (genau wie der Dorian Gray-Hai):der Langschnauzen-Dornhai (Deania quadrispinosa).

Longsnout dogfish (Deania quadrispinosa) in Fishes of Australia, image source: CSIRO National Fish Collection. License: CC BY Attribution – accessed 04 Sep 2016

Wie andere Haie der Familie Schlingerhaie (Centrophoridae), ist der Langschnauzen-Dornhai ein Tiefsee-Hai und ovovivipar. Er hat eine extrem lange Schnauze (daher der Name) und lebt im Atlantischen und Indischen Ozean und im Südpazifik in Tiefen zwischen 150 und 1360 m (aber gewöhnlich zwischen 400 und 820 m). Weil er nur bis zu 115 cm groß wird, ist er ein eher kleiner Hai.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Dorian Grey — 29. August 2016

Hai der Woche: Dorian Grey

Wusstest Du, dass es einen Hai namens Dorian Grey gibt? Der Deania calcea hat noch andere seltsame Namen: Vogelschnabel-Dornhai, Schnabeltierhai (Platypus Shark), Schaufelnasen-Dornhai (Shovelnose Spiny Dogfish) und Dornstrauch-Hai (Brier Shark). Einige von ihnen kann ich nachvollziehen, andere nicht.

Brier Shark, Deania calcea. Source: Australian National Fish Collection, CSIRO. License: CC by Attribution-NonCommercial

Meinen die die Romanfigur Dorian Gray (mit einem a anstatt eines e)? Ich hoffe, die vergleichen nicht sein Bildnis mit dem Bild dieses Haies – was ich von der Geschichte weiß deutet an, dass es viel grauenvoller anzusehen war als dieser kleine Hai. Sein Gesicht sieht ein bisschen wie der Kopf eines Schnabeltieres oder der Schnabel eines Vogels aus, vielleicht sogar wie eine Schaufel – aber ein Dornstrauch?

Namen beiseite, der Vogelschnabel-Dornhai ist ein Tiefsee-Dornhai, der im Pazifik um Japan, Süd-Australien, Neuseeland und Chile und im Atlantik von Island südlich bis zum Kap der Guten Hoffnung lebt. Er hat eine sehr lange, enge Schnauze und Mistgabel-ähnliche Dentikel. Mit 17 (Männchen) und 25 Jahren (Weibchen) erwachsen werdend, hat er eine Lebensdauer vor ungefähr 35 Jahren und wird bis zu 122 cm lang. Das Weibchen ist ovovivipar mit bis zu 12 Jungen je Wurf.

Normalerweise ein Mittelhang-Hai (in einer Tiefe zwischen 73 und 1450 m) am äußeren Kontinentalrand und um Inseln, scheint der Vogelschnabel-Dornhai vertikal zu wandern und kann auch am oberen Kontinentalhang gefunden werden. Weil seine Leber reich an Squalen ist (ungefähr 70% nach Gewicht), wird er für sein Leberöl und Fleisch gejagt. Die Fang-Zahlen in Australien haben sich in den letzten Jahren erhöht, als die Quecksilber-Gesetzgebung gelockert wurde und die Fischer sich nicht-quotierten Arten zuwendeten. Im Jahr 2002 verbot die Gesetzgebung für die Süd-Ost-Schleppnetzfischerei in Australien, Haileber ohne den dazugehörigen Körper anzulanden.

Quellen: hierhier und hier

Hai der Woche: Jellyhai — 1. August 2016

Hai der Woche: Jellyhai

In der Familie der Laternenhaie gibt es viele wenig bekannte Haie (die Tiefsee hütet viele Geheimnisse). Eins davon ist der Jellyhai oder Nackthaut-Hai (meine Übersetzung, da noch kein deutscher Name für den Jelly shark oder Bareskin dogfish (Centroscyllium kamoharai) existiert.

Diese Haiart wurde zuerst im Jahr 1966 benannt und seitdem selten gefunden. In einer Tiefe zwischen 500 m und 1,2 km lebend, ist es ein kleiner Hai: erwachsen mit 40 cm und einer Maximal-Länge von 60 cm. Die IUCN sieht den Jellyhai wie andere Tiefsee-Dornhaie als hoch-sensibel für Beifang an, hat aber noch nicht genug Daten. Weil in der Zwischenzeit Monsterboote jeden Tag wahllos Riesenmengen an Tiefseefischen für Fischmehl fangen, besteht das Risiko, dass die Daten zu spät kommen könnten.

Das eine herausstechende Merkmal des Nackthaut-Haies sind seine spärlichen Dentikel (Hautzähne). Ich will Euch nicht die (wenigen) Bilder zumuten, die ich zu diesem Hai gefunden habe (vertraut mir), deshalb poste ich stattdessen ein Bild von normalerweise mit Dentikeln bedeckter Haihaut. Dieser Hai scheint sie nicht zu brauchen, vielleicht weil er nicht schnell schwimmt.

shark skin magnified 30 times
shark skin magnified 30 times

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Langnasen-Samtdornhai — 25. July 2016

Hai der Woche: Langnasen-Samtdornhai

Wusstest Du, dass nahezu jede (Hai-)Familie ihren Langnasen-Cousin hat? Es gibt einen Langnasen-Pygmäenhai und einen Langnasen-Dornhai. Es gibt sogar einen Rau-Langnasen-Dornhai und Langschnauzen-Dornhai in einer Familie, wo alle Mitglieder ohnehin schon eine lange Schnauze haben. Es gibt einen nahen Verwandten des Grönlandhais mit dem englischen Namen longnose sleeper shark: eine so einmalige Art, dass sie bis jetzt nicht einmal eine Beschreibung oder einen deutschen oder wissenschaftlichen Namen hat.
Aber ich möchte den Langnasen- Samtdornhai (Centroselachus crepidater) vorstellen. Er ist eine Art der Schlafhaie und kann im Ostatlantik, Indischen Ozean und Ost- und West-Pazifik gefunden werden. Er lebt auf oder nahe dem Boden von Festlands- oder Insel-Sockeln.

Centroscymnus crepidater.jpg
Von © Citron / , CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14679170

Bis zu 1,30 m Länge und 60 Jahre Alter erreichend, wird der Langnasen-Samtdornhai mit 15 (Männchen) und 22 Jahren (Weibchen) erwachsen. Nach einer klar erkennbaren Paarung (mit Umarmung) bringt das Weibchen 3 bis 9 lebende Junge zur Welt (ovovivipar).

Obwohl sie ziemlich verbreitet sind und noch als nicht gefährdet von der IUCN klassifiziert werden, sind angesichts seiner geringen Produktivität die steigenden Fangzahlen des Langnasen-Samtdornhais (hauptsächlich als Beifang bei der Tiefsee-Grundschleppnetz- und Haken-Fischerei, aber auch mehr und mehr gezielt) ein Grund zur Besorgnis. Er wird nicht nur für Fischmehl (für unseren immer mehr anwachsenden Hunger auf Aquakultur-Lachs) und Fleisch (Filets können bis Aus$12/kg in Australien kosten) genutzt, sondern auch für seinen Lebertran und das Squalen in ihm.

Squalen oder seine gesättigte Form Squalan wird als teurer Zusatz für bestimmte Kosmetika von Anti-Aging-Creme biz zu Lipgloss, in Squalen-Gesundheitskapseln und als Zusatz in Impfstoffen genutzt. Als Tiefsee-Hai enthält die Leber des Langnasen-Samtdornhais 61-73% Squalen (nach Gewicht).
Obwohl pflanzliche Quellen (hauptsächlich Pflanzenöl) mittlerweile auch genutzt werden, schätzte Oceana ein, dass jährlich zwischen 3 und 6 Millionen Haie für ihr Squalen gefangen werden. Einige von ihnen wie der Schlinghai sind nun gefährdet und werden per Gesetz geschützt (aber Piraten sind Gesetze egal).

Auch wenn der Langnasen-Samtdornhai noch nicht gefährdet ist, hat Australien seit 2002 verboten, die Leber anzulanden wenn nicht auch der Körper dazu angelandet wird (zumindest von der Südost-Schleppnetzfischerei). In der EU gab es ab 2003 eine ähnliche Regelung, nur für Flossen (es scheint, dass Gutting – Innereien herausnehmen und Körper wieder ins Meer werfen – ähnlich wie Finning – Flossen abschneiden und Körper wieder ins Meer werfen – verboten werden sollte). Vor einigen Jahren wurde die Quecksilber-Gesetzgebung in Australien gelockert und erlaubte die Nutzung des Fleisches des Langnasen-Samtdornhaies (weil es einen hohen Gehalt von Methyl-Quecksilber hat) zusätzlich zum Lebertran (ist das nicht praktisch?). Normalerweise unterstütze ich die Nutzung von allen Teilen, um Lebensmittel-Verschwendung zu vermeiden, aber in diesem Fall?

Quellen: hierhier und hier

Hai der Woche: Fleckhai — 20. June 2016

Hai der Woche: Fleckhai

Wusstest Du, dass viele eierlegende Haie nur 2 Eikapseln auf einmal (eine von jedem Legedarm) legen können? Ein weiblicher Fleckhai kann bis zu 13 Eier auf einmal produzieren (bis zu 100 jährlich). Die Kapseln sind Projektil-förmig und haben keinerlei Fäden an den Ecken.

Fleckhaie sind reichlich im Nordost-Atlantik und Mittelmeer vorhanden. Der bodenbewohnende Hai ist klein: bis zu 79 cm für Atlantik-Haie und 64 cm für Mittelmeer-Haie (wegen fehlender Nährstoffe in Mittelmeer-Wasser sind die Haie hier notorisch kleiner als ihre atlantischen Kollegen).

Wie im Bild zu sehen, hat der Hai ein besonderes Muster von dunklen Flecken (daher der Name) -höchstwahrscheinlich als Tarnung- auf dem Rücken, und die Innenseite seines Mundes ist schwarz (daher sein englischer Name blackmouth shark). Seine Haut ist sehr dick und mit stark verkalkten Haut-Dentikeln besetzt. Während der Jagd nutzt er seine hohe Zahl an Lorenzinischen Ampullen und seine großen Augen (die Stäbchen sind am empfindlichsten in der Wellenlänge, die durch Biolumineszenz ausgesandt werden, welches die meisten seiner Beutetiere besitzen).

Fleckhai (Bildquelle)

Selten kommerziell genutzt, sind Fleckhaie ein verbreiteter Beifang bei Grundschleppnetz- und Longline-Fischereien. Auch weggeworfene Haie sterben. Es gibt Gebiete, wo die meisten gefangenen Fleckhaie Jungfische sind, was darauf hinweist, dass es einen negativen Einfluss des Fischfang-Druckes gibt. Aber ein Verbot von Schleppnetzfischerei tiefer als 1000 m im Mittelmeer scheint Schutz für diese Tiefsee-Art zu bieten.

Der Fleckhai (Galeus melastomus) gehört seit 2005 zu der Haifamilie Pentanchidae und nicht zu den Katzenhaien, wie in der englischsprachigen Literatur weiterhin fälschlicherweise behauptet wird.

Quellen: hierhier und hier

Hai der Woche: Stumpfnasen-Sechskiemer — 4. May 2016

Hai der Woche: Stumpfnasen-Sechskiemer

Wusstest Du, dass es Haie gibt mit sechs (manche sogar sieben) Kiemenspalten auf jeder Seite anstatt der üblichen fünf? Die Ordnung wird Hexanchiformes genannt und beinhaltet nur sechs lebende Arten. Sie erscheinen wie altertümliche, ausgestorbene Haie mit wenigen modernen Anpassungen. Einer von ihnen ist der Stumpfnasen-Sechskiemerhai (eng verwandt mit dem Großaugen-Sechskiemerhai).

Sie sind weit verbreitet im Pazifischen, Atlantischen und Indischen Ozean und im Mittelmeer und leben normalerweise in den eiskalten, dunklen Tiefen von 90 bis 1 875 m Tiefe (wie hier gezeigt). Bekannt dafür, nachts vertikal zu wandern, scheinen Stumpfnasen-Sechskiemerhaie manchmal in flachen Gewässern zu bleiben (trotz ihrer typischen Lichtempfindlichkeit). Z.B. können jedes Jahr zwischen August und November verschiedene Exemplare in Tiefen von 21 bis 27 m tagsüber und so flach wie 3 m nachts gefunden werden, zumindest in gewissen Gebieten in British Columbia in Kanada. Sie sind grundsätzlich neugierig gegenüber Tauchern und können in dieser Tiefe umfangreich untersucht werden. Es wird angenommen, dass sie ihrer Beute gefolgt sind oder sichere Kinderstuben für ihre Jungen aufgesucht haben, und dabei die Planktonblüte ausgenutzt haben, um ihre Augen zu beschatten.

Stumpfnasen-Sechskiemer sind ovovivipar und bringen (nach wahrscheinlich mehr als zwei Jahren Tragzeit) große Würfe von 22 bis 108 Jungen zur Welt. Neugeborene Haie sind relativ groß (70 cm lang) und gut entwickelt, aber langsam und deshalb gefährdet. Die Zähne zeigen einen starken Geschlechterunterschied (der männliche Hai hat mehr aufrechte Hauptzacken als der weibliche), was mit dem unter Haien typischen Paarungsverhalten des “Liebesbisses” zusammenpasst (bewiesen durch spezielle Narben, die nur Weibchen aufweisen). Sie sind langsam wachsend und leben deshalb lange (wie der Grönlandhai).

Wie alle Haie haben Stumpfnasen-Sechskiemerhaie spezialisierte Sinne. Weil deren Teil des Gehirns proportional klein ist, scheinen Electrorezeption und Gehör relativ unwichtig zu sein. Aber ihre Riechkolben sind sehr groß (ungefähr 8% des gesamten Gehirngewichts), und ihre Augen sind gut an die Lichtbedingungen in der Tiefsee angepasst. Die Iris lässt sich nicht zusammenziehen, und die Netzhaut enthält nur Stäbchen (und keine Zapfen, also kein Farbsehen) “mit sehr großen oberen Stäbchensegmenten, um die maximale Empfindlichkeit auf diejenigen Wellenlängen zu konzentrieren, die in der Tiefsee überwiegen”. Sie sind Räuber, aber auch Aasfresser, wenn es Wal-Kadaver gibt.

Bis zu 4,90 m groß werdend, werden Stumpfnasen-Sechskiemerhaie von kommerziellen Fischflotten gefangen (oft zufällig), aber auch von Sportanglern aufs Korn genommen. Junge Haie sind bekannt dafür, zu schnappen und sich zu winden, wenn sie berührt oder gefangen werden, aber Ältere sind träge und kämpfen nicht. Stumpfnasen-Sechskiemer stellen keine Gefahr für den Menschen dar, obwohl sie eine der nur 11 Haiarten sind, die regelmäßig über 4 m groß werden. Der Fang wird für frische, getrocknete, geräucherte oder eingesalzene Fischprodukte sowie für Leberöl, Fischmehl und Tierfutter genutzt. Ihr Bestand ist weltweit potenziell gefährdet und regional ernstlich erschöpft, z.B. im Nordost-Pazifik. Weil besuchende Taucher wegen der dortigen Flachwasser-Stumpfnasen-Sechskiemerhaie jedes Jahr zwischen 5 und 10 Millionen Dollar zur lokalen Ökonomie in British Columbia beitragen, machte es die Regierung von British Columbia im Jahre 1997 illegal, dass Freizeit- oder Berufsfischer auch nur einen Kadaver dieser Art besitzen, egal wie er gefangen wurde. Ich hoffe, dass mehr Regierungen sich entschließen, diese schwerfälligen “Juramonster” zu schützen.

Quellen: hier, hierhier und hier