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Hai der Woche: Kubanischer Bandschwanz-Katzenhai — 19. March 2018

Hai der Woche: Kubanischer Bandschwanz-Katzenhai

Der dritte und letzte aus der Gattung Bandschwanz-Katzenhaie, der Kubanische Bandschwanz-Katzenhai (Eridacnis barbouri), ist ein weiterer Falscher Katzenhai oder Proscylliidae, der nur auf ein kleines Gebiet begrenzt ist: auf den oberen Kontinentalrand der Florida-Meerenge und den oberen Rand des Inselsockels entlang der Nordküste Kubas.

Eridacnis barbouri distmap.png
distribution map of eridacnis barbouri by Chris_huh – Compagno, Leonard; Dando, Marc & Fowler, Sarah (2005). Sharks of the World. Collins Field Guides. ISBN 0-00-713610-2., CC BY-SA 3.0, Link

Während dieser Hai eine Länge von ungefähr 34 cm erreicht und mit ca.  28 cm erwachsen ist, bringt er zwei nur 10 cm lange Junge zur Welt (er ist ovovivipar wie seine Schwestern), anders als der viel kleinere Pygmäen-Bandschwanz-Katzenhai, wo die Jungen mehr als halb so groß sind wie ihre Mutter. Und, anders als diese Art, lebt der Kubanische Bandschwanz-Katzenhai nur in einem kleinen Bereich, was zur Vermutung über den Lebensraum des Harlekin-Katzenhais von letzter Woche beiträgt.

Da er auf dem Grund in Tiefen zwischen 430 und 613 m lebt, scheint die Schleppnetzfischerei vor Kuba, die Shrimps jagt welche in relativ flachem Wasser leben, keine Gefahr für den Kubanischen Bandschwanz-Katzenhai zu sein. Dasselbe gilt für die Fischerei vor Florida.

Quellen: hier, hier und hier

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Hai der Woche: Harlekin-Katzenhai — 12. March 2018

Hai der Woche: Harlekin-Katzenhai

Auch jetzt noch hüten die weiten Ozeane viele Geheimnisse. Der Harlekin-Katzenhai (Ctenacis fehlmanni) ist eine wirklich wenig bekannte Art der Falschen Katzenhaie (Proscyllidae). Nur wenige Exemplare wurden gefunden, das erste (Holotyp) um 1960 herum vor Somalia.

Ctenacis fehlmanni distmap.png
distribution map of Ctenacis fehlmanni By Chris_huh – Compagno, Leonard; Dando, Marc & Fowler, Sarah (2005). Sharks of the World. Collins Field Guides. ISBN 0-00-713610-2., CC BY-SA 3.0, Link

Der nur 46 cm lange weibliche Hai enthielt eine dünnwandige, große Eikapsel in jedem Uterus, aber Experten können sich nicht einigen, ob diese Art ovovivipar (das bedeutet, dass die Jungen innerhalb ihrer Mutter aus diesen Eikapseln schlüpfen und lebend geboren werden) or ovipar (legt Eikapseln) ist. Die Famile Proscyllidae besteht aus Arten mit beiden Fortpflanzungsmodi.

Weil es keine Tiefsee-Schleppnetzfischerei vor Somalia gibt, wird diese Tiefsee-Art als “Nicht gefährdet” angesehen.

Quellen: hierhier und hier

Hai der Woche: Afrikanischer Bandschwanz-Katzenhai — 5. March 2018

Hai der Woche: Afrikanischer Bandschwanz-Katzenhai

Viele Haiarten sind Opfer eines anwachsenden Fischereidruckes, auch wenn sie nicht selbst aufs Korn genommen werden: als Beifang. Das ist ein großes Problem, wenn sie nur in einem kleinen Gebiet heimisch sind oder nur eine geringe Fruchtbarkeit zeigen – der Afrikanische Bandschwanz-Katzenhai (Eridacnis sinuans) ist beides.

Ausschließlich in tiefen Gewässern vor Mosambik (und zwischen dieser Insel und den Küsten von Südafrika und Tansania) lebend, sind glücklicherweise nur Teile seines Gebietes von intensivem Grundschleppnetz-Fischfang betroffen. Zumindest bis jetzt.

Haie der Familie Proscylliidae, auch falsche Katzenhaie genannt, sehen Katzenhaien sehr ähnlich, aber ihre erste Rückenflosse beginnt wo ihre Brustflossen enden.

Scyliorhinus canicula.jpg
Katzenhai (nicht Proscylliidae) © Hans Hillewaert, CC BY-SA 4.0, Link

Nicht ganz so klein wie seine Schwesternart, der Pygmäen-Bandschwanz-Katzenhai, bringen weibliche Afrikanische Bandschwanz-Katzenhaie von ungefähr 35 cm Länge zwei (einen aus jedem Uterus), zwischen 15 und 17 cm große lebende Junge zur Welt (ovovivipar).

Quellen: hierhier und hier

 

Hai der Woche: Stachelige Meersau — 1. January 2018

Hai der Woche: Stachelige Meersau

Mein erster Hai der Woche im Jahr 2018 ist die Stachelige Meersau.

Zuerst als Kadaver an einem Strand auf Bruny Island vor dem Südosten Tasmaniens entdeckt, daher der Name Oxynotus bruniensis, kann diese Art der Familie Rauhaie (oder Schweinshaie oder Meersauen) über dem äußeren Kontinentalschelf oder Inselschelf im südlichen Australien und in ganz Neuseeland gefunden werden.

Oxynotus bruniensis.jpg
A prickly dogfish (Oxynotus bruniensis) at the Rumble V submarine volcano (cropped version of original to focus more on the fish) by New Zealand-American Submarine Ring of Fire 2005 Exploration, NOAA Vents Program – http://oceanexplorer.noaa.gov/explorations/05fire/logs/april22/media/dogfish.html, Gemeinfrei, Link

Mit einem ausgeprägten “Buckel” und extrem rauer Haut sieht die Stachelige Meersau etwas anders aus als andere Meersauen, aber die Form und die “Segelflossen” sind unverwechselbar. Sie ist ovovivipar mit ungefähr 7 Jungen, die mit 24 cm Länge geboren werden. Sie wird bis zu 75 cm groß.

In einem typischen Tiefenbereich zwischen 350 und 650 m lebend, ist die Stachelige Meersau anfällig dafür, als Beifang von Schleppnetz-Schiffen gefangen zu werden.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Segelflossen-Meersau — 25. December 2017

Hai der Woche: Segelflossen-Meersau

Warum die Graue Meersau oder Segelflossen-Meersau mit dem wissenschaftlichen Namen Oxynotus paradoxus gesegnet ist, mag nur Monsieur Frade bekannt sein, der diesen Namen 1929 begründet hat. Ich weiß nicht, warum diese Art der Schweinshaie in die Kategorie der paradoxen biologischen Arten einsortiert werden sollte.

Wie alle Schweinshaie (oder Rauhaie oder Meersauen) hat die Segelflossen-Meersau raue Haut mit großen Dentikeln, sieht aus wie eine Flottille von Segelbooten, lebt in der Tiefsee (in Tiefen zwischen 265 und 720 m) und ist ovovivipar. Die Jungen werden mit 25 cm Länge geboren und wachsen bis zu maximal 1,2 m.

Oxynotus paradoxus.jpg
Oxynotus paradoxus by © Citron / , CC BY-SA 3.0, Link

Im östlichen Nordatlantik von Schottland bis Senegal lebend, ist die Segelflossen-Meersau, wie alle Tiefsee-Arten ein (wenngleich seltener) Beifang der der Küste vorgelagerten Schleppnetz-Fischereiflotte. Weil sie schlecht erforscht ist, betrachtet die IUCN ihren Status als Data deficient (ungenügende Datengrundlage).

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Portugiesendornhai — 18. December 2017

Hai der Woche: Portugiesendornhai

Haie aus der Familie Schlafhaie sind hart im Nehmen: sie mögen es kalt (wie der Grönlandhai) ebenso wie heiß (wie der Pazifische Schlafhai). Aber einer von ihnen mag es auch tief: der Portugiesendornhai (Centroscymnus coelolepis) ist der Rekordhalter in Bezug auf die größte Tiefe, die ein Hai je erreicht hat. Er bewohnt normalerweise Tiefen unter 400 m, aber wurde auch in einer Tiefe von 3 675 m gefangen. Er ist auch in anderer Hinsicht etwas besonderes. Er hat sehr große Dentikel, die wie die Schuppen von Knochenfischen geformt sind, und seine Augen sind gut an Tiefsee-Bedingungen angepasst: groß und grün wegen einer Reflexionsschicht namens Tapetum lucidum (wie Katzenaugen), sind seine Zellen für das Erkennen von Bewegung und Biolumineszenz optimiert.

A small, dark brown, heavy-bodied shark with large green eyes and small fins, lying on the ground next to a meterstick
Centroscymnus coelolepis by Jon Moore – Marine Fisheries Review 65(4), Public Domain, Link

Der Portugiesendornhai kann weltweit, wenn gleich sehr lückenhaft, in mehreren getrennten Populationen im Atlantik, Mittelmeer, Pazifik und Indischen Ozean gefunden werden. Er ist durchschnittlich 1 m lang und ovovivipar mit im Durchschnitt 12 Jungen nach einer Tragzeit von einem Jahr (aufgrund der Weitläufigkeit der Tiefsee scheint es so zu sein, dass die Paarung den Eisprung auslöst).

Es gibt eine Tiefentrennung nach Größe und Geschlecht; weil schwangere Weibchen in flacheren Gewässern der Tiefsee zu finden sind, sind sie durch Fischereidruck mehr gefährdet. Er wird gezielt für das Squalen in seiner Leber (22 bis 49% nach Gewicht) und sein Fleisch gefischt, aber hauptsächlich als Beifang von Bodenschleppnetz-Schiffen gefangen. Deshalb betrachtet die IUCN den Portugiesendornhai als potentiell gefährdet und sogar als stark gefährdet in Europäischen Gewässern, trotz einer Fangquote (Total Allowable Catch) von 0 seit 2010, weil er als Tiefsee-Art, selbst wenn wieder über Bord geworfen, eher eine geringe Überlebenswahrscheinlichkeit hat. Es scheint dass eine getrennte Unterpopulation im Mittelmeer sicher ist, weil sie außerhalb des Bereiches der heutigen Fischerei auftritt und zusätzlich seit 2005 ein Verbot des Fischfanges unter 1000 m existiert.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Stachelhai — 11. December 2017

Hai der Woche: Stachelhai

Der Stachelhai (Echinorhinus cookei), der aussieht wie der große Bruder des Ninja-Laternenhai, ist glücklicherweise nicht so reizbar, wie die zweite Bedeutung seines englischen Namen Prickly shark vermuten könnte. Im Gegenteil, trotz seiner Größe von bis zu 4 m ist er eher scheu gegenüber Menschen.

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head of Echinorhinus cookei by D Ross Robertson [Public domain], via Wikimedia Commons
Der Stachelhai ist, genauso wie sein Bruder Echinorhinus brucus aus der Familie Nagelhaie oder Alligatorhaie, bekannt für seine dornenartiken Hautschuppen (denticle). Daher kommt auch ihr wissenschaftliche Name Echinorhinus, aus dem Griechischen für echinos = Seeigel oder Igel und rhinos = Nase. Er lebt in tieferen Küstengewässern des Pazifik von Kalifornien und Hawaii bis Chile und China bis Neuseeland und bleibt als Stubenhocker in eher kleinen Heimatgebieten von 2.2 km2 Größe. Er mag es eher kühler und lebt deshalb tagsüber in Tiefen bis zu 1500 m, kommt aber nachts nahe an die Oberfläche.

Stachelhaie werden nicht direkt aufs Korn genommen (ihr Fleisch schmeckt nicht), sind aber oft Opfer von Beifang der Tiefsee-Schleppnetzfischerei für unseren immer mehr wachsenden Bedarf an Fischmehl (für Aquakulturen und Schweine-, Huhn- und sogar Kuhhaltung). Deshalb werden sie, obwohl bis zu 114 Jungtiere in einem Weibchen gefunden wurden (sie sind ovovivipar), von der IUCN als potentiell gefährdet angesehen.

Quelle: hier, hier und hier

Hai der Woche: Indopazifischer Ammenhai — 27. November 2017

Hai der Woche: Indopazifischer Ammenhai

Der Indopazifische Ammenhai (Nebrius ferrugineus) ist ein friedlicher Hai der Familie Ammenhaie und lebt, wie der Name schon sagt, im Indik vom Roten Meer bis Südafrika und Indien und im westlichen Pazifik von Australien und Japan bis zu Südsee-Inseln. Er bewohnt flache Küstengewässer bis zu einer Tiefe von maximal 70 m über Korallenriffen. Er ist nachtaktiv und ernährt sich von kleinen Fischen, Korallen, Seeigeln, Seeschlangen, Krustentieren und besonders Tintenfischen, die er mit seinem kleinen Mund einsaugt.

Der weibliche Indopazifische Ammenhai ist ovovivipar. Die Embryos werden nach dem Entleeren ihres Dottersackes mit großen Eiern ernährt (Oophagie), sie konkurrieren um die Nahrung und essen vielleicht auch schwächere Geschwister (Kannibalismus) – jedenfalls überleben von ursprünglich bis zu 4 Embryos in jeder Gebärmutter meist nur einer. Die Jungen werden mit 40 to 80 cm Länge geboren und werden bis zu 3,20 m groß. Mit 250 cm (männlich) bzw. 230 bis 290 cm (weiblich) Länge werden sie erwachsen und verlieren ihre Flecken auf dem weißen Bauch. Sie sind von gelbbrauner Farbe (daher ihr englischer Name tawny nurse shark).

Auch wenn Indopazifische Ammenhaie meist sanft sind und dressiert werden können (auf einigen Südsee-Inseln sollen sogar Kinder auf ihnen reiten), werden sie wild und spucken, grunzen und beißen, wenn sie provoziert oder gefangen werden. Deshalb werden sie als Big-Game-Fisch von Hobbyanglern  aufs Korn genommen. Außer in Australien werden sie kommerziell für ihr Fleisch, Flossen, Haut und Leber-Öl gefischt (teilweise mit Sprengstoffen oder Giften) und für Aquarien gefangen. Auch werden sie von Tauchern belästigt und ihr Lebensraum wird oft zerstört. Deshalb werden sie von der IUCN weltweit als “gefährdet” angesehen.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Tigerhai — 23. October 2017

Hai der Woche: Tigerhai

Wie der Schwarzspitzen-Riffhai aus der letzten Woche werden viele Haie von Sportfischern aufs Korn genommen. Nach dem Film “Der weiße Hai” wurde es cool und männlich, “Menschenfresser”-Haie als “big game” zu fangen, entweder alleine oder in Wettkämpfen. Selten werden sie danach genutzt (anders als bei Kleinstfischereien) – es geht um den Nervenkitzel. Und das Töten, auch wenn einige Wettkämpfe einen catch-and-release-Ansatz (Fangen und wieder Freilassen) versuchen (wenn der Hai die Verletzungen und den Stress überlebt, und sogar das Hochziehen kann für manche Haie wie Tiefseehaie und hochschwangere Weibchen gefährlich sein). Weil der Tigerhai (Galeocerdo cuvier) einen Ruf als menschenfressende Tötungsmaschine hat, ist er ein Hauptziel. Wie hier herausgestellt führt das zu vielen Tötungen. Allein in Kalifornien ist der Anteil der als Sport getöteten Tigerhaie 6 mal so groß wie der vom kommerziellen Fischfang. Kommerziell werden sie als Beifang gefangen oder gezielt für ihre Flossen, Fleisch (der Quecksilberanteil im Fleisch dieser Haie ist geringer als in anderen großen Requiemhai-Arten wegen ihrer Ernährung), Haut, Knorpel und Leber-Öl.

Ja, Haie können beißen. Und wegen seiner Größe (Weibchen bis zu mehr als 5 m und Männchen bis zu 4 m Länge), Kraft und Gebiss kann ein ausgewachsener Tigerhai erheblichen Schaden anrichten – seine sägezahnförmigen Zähne sind immerhin in der Lage, durch einen Schildkrötenpanzer zu schneiden. Laut ISAF wird er nur noch vom Weißen Hai in Bezug auf die Zahl der gemeldeten Angriffe auf den Menschen übertroffen, viele von ihnen tödlich. Aber wenn Du dieses Video anschaust scheinen sie eher gutmütig und schwerfällig zu sein. Sie sind groß, neugierig und potentiell gefährlich, aber keine bösen Tötungsmaschinen.

Tigerhaie leben in tropischen und subtropischen Gewässern überall auf der Welt und unterziehen sich einer saisonalen Fernwanderung. Als opportunistische Fresser ernähren sie sich hauptsächlich von Fisch, Kopffüßern, Krabben, Seeschlangen, Seevögeln und Aas, aber mit fortschreitendem Alter mehr und mehr von Robben, Schildkröten, Gabelschwanzseekühen, Delphinen und verletzen Walen. Wie Neil Burnie sagte: “Tigerhaie mögen die Toten, Sterbenden und Dummen” (ich würde noch Müll ergänzen, da sie manchmal auch Abfall essen), weil sie nicht mäkelig sein können. Zu solch einer Größe zu wachsen in relativ nährstoffarmen warmen Gewässern ist keine leichte Aufgabe (Weiße Haie bewohnen meist kühlere Gewässer).

Tigerhaie sind einzigartig innerhalb ihrer Familie. Zunächst haben sie Spritzlöcher und einen geräumigen Magen mit muskulären Wänden, die proportional dreimal so dick sind wie bei allen anderen Requiemhaien. Auch, anders als alle anderen Requiemhaie, sind die Weibchen ovovivipar und nicht vivipar. Das bedeutet, dass die Jungen im Uterus schlüpfen, aber nicht von einer Plazenta-Verbindung ernährt werden, nachdem der Dottervorrat zur Neige gegangen ist. Während ihrer Tragzeit von bis zu 16 Monaten stellt die Mutter jedoch unbefruchtete Eier (Oophagie) und das eine oder andere Geschwister zum Anknabbern (in-utero Kannibalismus) zur Verfügung. Aber anders als beim Sandtigerhai überleben viele, was in großen Würfen von 10 bis 80 Jungen resultiert (anders als bei fast alle anderen Requiemhaie).

Die 51 bis 76 cm langen neugeborenen Tigerhaie bleiben in ihren seichten Kinderstuben und wachsen schnell. Das ist nötig, weil ihre schlanken und filigran gebauten Körper mit übergroßen Flossen und einmaliger Schwanzstruktur (ein verlängerter oberer Schwanzflossen-Lappen) sie zu einem aalähnlichen Schlängeln verdammen, ein ineffizienter Schwimmstil, der sie zur leichten Beute von Räubern wie größeren Haien (sogar andere Tigerhaie) macht. Sie entwachsen ihrer ‘ungeschickten Phase’ nicht, bevor sie 2,4 m Länge mit etwa 4 Jahren erreicht haben. Danach machen ihr kraftvoller Körperbau und Flossen sie zu erfolgreichen Räubern mit überraschenden Spurts.

Wie der Schwarzspitzen-Riffhai hat der Tigerhai große Augen mit einer reflektierenden Schicht namens tapetum lucidum, wie eine Katze fürs nächtliche Jagen. Normalerweise betreten sie seichte Küstengewässer nachts und verbringen den Tag im tieferen Gewässern der offenen See. Aber wenn ihre Beute wie die Hawaii-Mönchsrobbe während der Tageszeit in der Nähe des Ufers bleibt und unter dem Schutz der Dunkelheit in tieferen Gewässern nach Futter sucht, passen sich die Tigerhaie an und drehen ihr übliches Tag-Nacht-Muster um und bleiben vor der Küste während des Tages und bewegen sich nachts in die offene See.

Tigerhaie werden von der IUCN wegen Fischereidruck und fragwürdigen Hai-Kontrollprogrammen als “potentiell gefährdet” angesehen. Aber ihre weite Verbreitung und hohe Wachstums- und Fortpflanzungsraten bieten Grund zur Hoffnung. Es wurde festgestellt, dass das Überleben der Heranwachsenden anstieg, wenn die ausgewachsenen Tigerhaie durch Fischerei dezimiert wurden und dadurch die Predation der Jungen nachließ.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Ornament-Teppichhai — 25. September 2017

Hai der Woche: Ornament-Teppichhai

Eine von vielen Haiarten, die ausschließlich vor Australien leben, ist der Ornament-Teppichhai (Orectolobus ornatus). Diese Art der Teppichhaie ist nur bis zu 1,17 m lang und wurde bis 2006 mit heranwachsenden  Gebänderten Teppichhaien (Orectolobus halei) verwechselt.

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Banded wobbegong (Orectolobus ornatus) at the Great Barrier Reef, Queensland by Andrew J. Green / Reef Life Survey – http://fishesofaustralia.net.au/home/species/1976, CC-BY 4.0, Link

Ornament-Teppichhaie sind ovovivipar. Alle 3 Jahre werden um die 9 lebende Junge mit einer Größe von 20 cm geboren. Die Tragzeit beträgt nur 10 bis 11 Monate, aber die Follikel brauchen zwei Jahre zum Wachsen vor dem Eisprung.

Weil sie mit einer Länge von ca. 80 cm erwachsen werden, bewirken Schutzmaßnahmen für Jugendliche der größeren Art Gebänderte Teppichhaie (eine minimale Fang-Größe von 1,80 m), die zwischen 2008 und 2013 angewendet wurden, tatsächlich einen Schutz von Ornament-Teppichhaien aller Größen und erlaubten eine Erholung der Bestände. Es gibt gegenwärtig Management-Regeln für kommerzielle Teppichhai-Fischereien (wo sie als Beifang oder für ihr Fleisch für Fisch-und-Chips und für ihre Haut für Leder gefangen werden), und eine Besitzgrenze für Freizeitfischer von einem Hai in Queensland und null Haien in New South Wales. Deshalb betrachtet die IUCN seit 2015 den Ornament-Teppichhai als “nicht gefährdet” (nach “potenziell gefährdet” im Jahr 2009).

Quellen: hier und hier