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Hai der Woche: Leopardenhai — 21. August 2017

Hai der Woche: Leopardenhai

Der Leopardenhai (Triakis semifasciata) ist ein wunderschöner Hai aus der Familie der Glatthaie (so genannt wegen ihrer wenigen Dentikeln) oder Marderhaie. Er lebt im nordöstlichen Pazifik in mehreren getrennten Populationen vor der Küste von Oregon bis Mexiko. Sie bevorzugen den Boden (sandig oder schlammig) in der Nähe von Felsen oder Kelpwäldern in 1 bis 90 m Tiefe.

View from above of two leopard sharks lying on the sand side-by-side
By nugunslinger from Lafayette, USofA – Leopard Sharks….NOT Tiger, CC BY 2.0, Link

Die weiblichen Leopardenhaie sind ovovipar und bringen nach einer Tragzeit von 12 Monaten 4 bis 29 lebende Junge zur Welt. Die 20 cm großen Jungen wachsen langsam, es dauert 10 Jahre, bis sie ausgewachsen sind. Männchen werden bis zu 2 m und Weibchen bis zu 1,80 m lang. Sie haben eine maximale Lebenserwartung von 30 Jahren.
Leopardenhaie bilden große Gruppen, auch zusammen mit anderen Haiarten. Sie suchen eher nach vergrabener Beute wie Krabben, Würmer und Muscheln als Fisch zu fressen. Da ihre Lebensräume oft von menschlichen Abwässern und Industrieabfällen bedroht werden, neigen sie dazu, Pestizide, PCBs und andere giftige Chemikalien in der Leber anzureichern.
Leopardenhaie werden als Gamefisch gefangen und kommerziell für ihr Fleisch gefischt. Sie sind oft in Aquarien zu sehen

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Carcharhinus tjutjot — 17. July 2017

Hai der Woche: Carcharhinus tjutjot

Der Carcharhinus tjutjot (manchmal auf Englisch auch als Indonesian whaler shark bekannt) ist eine wenig bekannte Art der Requiemhaie. Es ist kein Bild dieser Art zu finden, aber, weil sie bis 2012 mit heranwachsenden Weißwangenhaien verwechselt wurde, muss sie ihnen sehr ähnlich sehen.

Nach einem der Indonesischen Worte für Hai benannt, lebt der Carcharhinus tjutjot in flachen Küstengewässern (bis zu 100 m tief) des Südschinesischen Meeres vor Indonesien, Taiwan und Borneo. Diese kleine Haiart (bis zu 93 cm lang) ist, wie alle Requiemhaie, ovovivipar: es wurden 2 fast voll entwickelte Embryos von 27,9 cm Länge innerhalb eines schwangeren Weibchens gefunden.

Es ist noch keine Einstufung auf der IUCN Roten Liste verfügbar, aber, da der ähnliche Weißwangenhai in seinen asiatischen Lebensräumen vor den Ausrottung steht, muss das Risiko für den Carcharhinus tjutjot ebenso hoch sein, insbesondere weil dieser keine kontrollierte australische Unterart wie sein Verwandter besitzt.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Weißwangenhai — 3. July 2017

Hai der Woche: Weißwangenhai

Wenn Du das Video anschaust, scheint der Name des Weißwangenhaies (Carcharhinus dussumieri) passend zu sein (ich weiß nichts über den Grund für den anderen englischen Namen Widemouth Blackspot shark = Weitmund-Schwarzpunkt-Hai).

Weißwangenhaie sind, wie alle Requiemhaie, ovovivipar mit durchschnittlich 2, um die 38 cm großen Jungen jährlich. Sowohl Männchen als auch Weibchen werden mit einer Länge von ca. 70 cm erwachsen und erreichen maximal 100 cm. Erst im Jahr 2012 wurde herausgefunden, dass Haie der Art Carcharhinus tjutjot nicht jugendliche Weißwangenhaie sind (wie es seit 1982 geglaubt wurde), sondern eine eigene Art.

In Küstengewässern des Indo-Pazifik lebend, wird der Weißwangenhai normalerweise als Beifang und nicht als Zielart gefischt, steht aber trotzdem in mehreren asiatischen Gebieten vor dem Aussterben. Jedoch ein relativ großer und ziemlich stabiler Bestand in Nord-Australien, wo sie einen gleichbleibenden Anteil von 2-3% des Schleppnetz-Fanges (nach Biomasse) ausmacht, rettet diese Art – dadurch wird sie nur als potenziell gefährdet von der IUCN angesehen.

Quellen: hier und hier

 

Hai der Woche: Weißspitzen-Riffhai — 26. June 2017

Hai der Woche: Weißspitzen-Riffhai

Noch ein Fall von mysteriöser Namensgebung ist der Weißspitzen-Riffhai (Triaenodon obesus). Nicht der deutsche Name, der ziemlich passend ist wegen seiner weißen Spitzen an den Rücken- und Schwanzflossen und seines ausschließlichen Lebensraums, sondern der Lateinische Name ist unwahr: dieser schlanke Hai ist alles andere als fettleibig (obese). Ganz im Gegenteil, als nächtlicher Jäger kann er Beute durch Elektro-Rezeption (durch Nutzung seiner Lorenzinischen Ampullen) und Geruch (mittels einmaliger röhrenförmiger Nasenlappen) erkennen und folgt ihr in ihre Ruhe-Spalten (gut angepasst an diese Jagdweise durch seine robuste Haut, schnittigen Körperbau, kurze abgerundete Schnauze und Wülsten zum Schutz der Augen), und einige Haie “winden sich tatsächlich in ein Loch auf einer Seite des Korallenriffs und kommen durch eine Öffnung an der anderen Seite wieder heraus”.

Three gray sharks lying beside each other on the sea bottom.
By Dorothy from USA – sharks, CC BY 2.0, Link

Der Wießspitzen-Riffhai ist gesellig (jagt manchmal sogar in Gruppen) und kann tagsüber auf dem Boden oder in Höhlen in Gruppen ruhend gesehen werden. Er braucht nicht zu schwimmen wie andere Requiemhaie, um zu atmen. Nicht zu verwechseln mit dem anderen Weißspitzen-Requiemhai (dem Weißspitzen-Hochseehai), ist der kleinere Weißspitzen-Riffhai (bis zu 1,7 m lang) für den Menschen nicht gefährlich. Leider hat er als opportunistischer Esser gelernt, die Geräusche von Booten und Speerfischen mit Futter zu assoziieren – der neugierige Hai wird dreist und aufgeregt und beißt manchmal beim Versuch, den Fisch zu stehlen.

Wie alle Requiemhaie ist der Weißspitzen-Riffhai ovovivipar: alle 2 Jahre werden 2-3 lebende Junge von 52 bis 60 cm Länge geboren. Es gibt einen Fall von Parthenogenese (asexuelle Vermehrung) bei Weißspitzen-Riffhaien. Sie wachsen langsam, werden mit ungefähr 1,05 m erwachsen und leben bis zu 25 Jahre.

Weißspitzen-Riffhaie leben in Korallenriffen überall auf der Welt. Sie sind Stubenhocker und berühmt für ihre Standort-Treue. Das bedeutet, dass Gefahren für ihr Korallenriff durch Klimawandel, Überhitzung und Verschmutzung auch einen großen Einfluss auf die Haibestände haben, zusätzlich zum Kommerziellen und Freizeit-Fischfang. Sie werden durch die IUCN als potentiell gefährdet angesehen. Schutzmaßnahmen wie Meeresschutzgebiete scheinen zu helfen, aber nur, wenn sie total den Zugang verbieten. Beim Great Barrier Reef wurden die Bestände von Weißspitz-Riffhaien in Fischerei-Gebieten um 80% gegenüber gesperrten Zonen dezimiert. Jedoch sind die Bestände in Fischerei-Verbotszonen, wo Boote erlaubt aber Fischerei verboten sind, genauso sehr wie in Fischerei-Gebieten ausgebeutet worden, höchstwahrscheinlich wegen Wilderei (IUU). Demografische Modelle deuten an, dass diese dezimierten Bestände ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen weiterhin um 6,6–8,3% jährlich sinken werden.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Warzen-Teppichhai — 12. June 2017

Hai der Woche: Warzen-Teppichhai

Wobbegongs sind eine Familie von 12, aber nur einer davon gehört zur Gattung Sutorectus: der Warzen-Teppichhai (Sutorectus tentaculatus).

Der lateinische als auch der deutsch Name sind ziemlich selbsterklärend, weil er sehr wohl tentakel-ähnliche Barteln als auch Warzen hat. Auf Englisch heißt er jedoch “Cobbler wobbegong”, und da die Bedeutung von “cobbler” sehr breitgefächert ist, versuche ich gar nicht erst, diesen Namen zu erklären (aber ich denke nicht, dass es irgendetwas mit Lebensmitteln zu tun hat.

A Cobbler Wobbegong, Sutorectus tentaculatus, at Wool Bay, South Australia. Source: Chris Hall / MLSSA. License: CC by Attribution-NonCommercial-ShareAlike

Vor dem südlichen und südwestlichen Australien lebend, sind Warzen-Teppichhaie ovovivipar und bis zu 92 cm lang. Wegen ihrer kleinen Größe werden sie nicht gezielt gefangen, machen aber trotzdem einen Anteil von 0.9% des gesamten Treibnetz-Fanges an Plattenkiemern (Elasmobranchii) in ihrem Lebensraum aus.

Quellen: hier und hier

 

Hai der Woche: Gemeiner Teppichhai — 29. May 2017

Hai der Woche: Gemeiner Teppichhai

Nicht vom Namen irritieren lassen: der Gemeine oder Gefleckte Teppichhai (Orectolobus maculatus) ist natürlich nicht “gemein”, sondern nur “gewöhnlich”, und der große Bruder des Kleinen Gefleckten Wobbegongs von letzter Woche.

Spotted wobbegong.jpg
Orectolobus maculatus CC BY-SA 3.0, Link

Der Gemeine Teppichhai ist ein bodenbewohnender Lauerjäger. Er lebt in relativ flachem Wasser (bis zu 218 m tief) und kann sogar in Wasser auftreten, das kaum tief genug ist, um ihn zu bedecken. Er wurde dabei beobachtet, wie er den Wall zwischen zwei Gezeitenbecken erklimmte und dabei den Rücken aus dem Wasser steckte. Aber er benutzt dabei nicht seine Flossen als Beine, wie es der Epaulettenhai tut.

Der Gemeine Teppichhai ist ovovivipar mit ungefähr 21 lebenden Jungen alle 3 Jahre. Wie die meisten Wobbegongs lebt er vor Australien. Er ist eine von zwei größeren Wobbegong-Arten und erreicht eine Länge von 3 m, was ihn zum Fischerei-Zielobjekt für sein Fleisch macht (kleinere Wobbegongs haben nicht genug Fleisch auf den nicht vorhandenen Rippen, um rentabel zu sein). Fischereidruck führte zu einer IUCN-Einstufung als potenziell gefährdet (und als gefährdet regional in New South Wales) bis 2015. Aber Schutzmaßnahmen wie Marineschutzgebiete (MPAs) und neue Befischungs-Richtlinien, sowohl für kommerzielle auch als Freizeit-Fischereien (z.B. dürfen Freizeitfischer überhaupt keine Wobbegongs mehr in New South Wales “einpacken”, und nur zwei Haie pro Person in Western Australia und einen Hai pro Person in Queensland), scheinen zu wirken und resultieren in einer Einstufung als nicht gefährdet. Glücklicherweise sind diese Richtlinien nicht mehr Art-spezifisch, weil es sehr schwer zu sein scheint, verschiedene Wobbegong-Arten zu unterscheiden (zumindest ohne Vergleichs-Exemplar oder Biologie-Abschluss):

In New South Wales, O. maculatus is often confused with O. halei, but differs from O. halei by having more (6-10 dermal lobes at the posterior preorbital group) and saddles containing whitish rings and blotches (unlike O. halei).

In Western Australia, O. maculatus was previously synonymised with O. parvimaculatus. Taxonomic revision of Western Australian species showed that O. maculatus differs from O. parvimaculatus by having have relatively smaller and less densely distributed ocelli and dorsal fins lacking dark markings (blackish marginal blotches present in O. parvimaculatus). The dorsal fins of O. maculatus are also smaller and less upright than those of O. parvimaculatus (Last and Chidlow 2008).
Records from Japan and the South China Sea are likely to be mis-identified O. japonicus or another undescribed species.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Kleiner Gefleckter Wobbegong — 22. May 2017

Hai der Woche: Kleiner Gefleckter Wobbegong

Letzte Woche stellte ich eine der größten Wobbegong-Arten vor – nun eine der kleinsten: der Kleine Gefleckte Wobbegong oder Kleiner Gefleckter Teppichhai (Orectolobus parvimaculatus).

A Dwarf Spotted Wobbegong, Orectolobus parvimaculatus. Source: CSIRO National Fish Collection. License: CC BY Attribution

Vor dem Jahr 2008 wurden Haie dieser Art als jugendliche Gefleckte Teppichhaie, -englisch Spotted wobbegong- (Orectolobus maculatus) angesehen. Nun ist es eine separate Art, deren Name (ziemlich einfallslos) nicht anders als kleiner (d.h. Zwerg-) Gefleckter Teppichhai bedeutet – sowohl in Deutsch, Englisch (dwarf spotted wobbegong) als auch in Latein.

Wie fast alle Wobbegongs lebt der Kleine Gefleckte Wobbegong vor Australien in Tiefen von 9 bis 135 m. Während sein großer Bruder, der Gefleckte Wobbegong, eine Länge von 3 m erreichen kann, wird der kleine Bruder nur 94,3 cm lang. Wie alle Wobbegongs ist er ein nachtaktiver, bodenbewohnender Lauerjäger und ovovivipar.

Wegen seiner Größe wird der Kleine Gefleckte Wobbegong nicht direkt gezielt gefischt, aber doch als Beifang gefangen (in Treibnetz- und Longline-Fischereien und Langusten-Fallen), wo sie normalerweise überleben, nachdem sie weggeworfen wurden.

Quellen: hier und hier

 

Hai der Woche: Gebänderter Teppichhai — 15. May 2017

Hai der Woche: Gebänderter Teppichhai

Wobbegongs (oder Teppichhaie) sind bekannt dafür, dass sie beißen und nicht wieder loslassen, wenn sie provoziert oder gestört werden. Die ISAF meldet 32 unprovozierte Angriffe durch Arten dieser Familie, aber dieser Bericht gibt sogar eine Zahl von 51 unprovozierte Angriffen nur vor Australien an (wie in Tabelle 3 gezeigt, ist der Begriff “Angriff” ein bisschen übertrieben, da sogar nahe Begegnungen als solche zählen, aber Wobbegongs sind berüchtigt fürs Beißen). Glücklicherweise werden alle außer 2 Wobbegong-Arten nur bis zu 1,25 m lang, aber es gibt auch größere, die du wirklich nicht von deinem Bein hängen haben willst.

Der Gebänderte Teppichhai (Orectolobus halei) wird bis zu 2,9 m lang und ist ein starker und flinker Lauerjäger, wenn er denn will.

Vorher mit dem wesentlich kleineren Doppelgänger Ornament-Teppichhai verwechselt, wurde der Gebänderte Teppichhai im Jahr 2006 wieder als Art bestätigt, und es wurde genetisch bewiesen, das er dichter mit dem gleich großen Gefleckten Teppichhai verwandt ist. Getarnt mit farbigen Hautmustern und Barteln sind alle Wobbegongs zum Lauerjäger prädestiniert. Sie leben am Boden und sind nachtaktiv.

Vor der südlichen Hälfte Australien in Tiefen von bis zu mindestens 195 m lebend, ist der Gebänderte Teppichhai ovovivipar. Wie alle Wobbegongs wird sein Fleisch für fish- and-chips und seine Haut für Leder verwendet. Durch Hobby- und kommerzielle Fischer aufs Korn genommen und als Beifang gefangen, wurde er seit 2009 von der IUCN als potentiell gefährdet angesehen (und regional als gefährdet in New South Wales). Aber Management- und Schutz-Anstrengungen zeigten Wirkung für diese Standort-treue Art, was im Jahr 2015 in einer Einstufung als nicht gefährdet resultierte.

Quellen: hierhier, hier und hier

Hai der Woche: Kurzflossen-Mako — 8. May 2017

Hai der Woche: Kurzflossen-Mako

Der offene Ozean ist eine Wüste. Du kannst dich nirgendwo verstecken, weder als Beute noch als Räuber. Und du musst jede Beute fangen, die du finden kannst, um nicht zu verhungern. Eine Überlebensstrategie von Fischen der offenen See ist Geschwindigkeit, und der Meister darin ist der Kurzflossen-Makohai (Isurus oxyrinchus). Als der schnellste Hai wird er normalerweise mit 50 km/h gestoppt, mit gelegentlichen Spurts von 74 km in der Stunde, um wirklich schnelle Beute zu fangen.

Isurus oxyrinchus by mark conlin2.JPG
By Mark Conlin, SWFSC Large Pelagics Program – http://swfsc.noaa.gov/ImageGallery/Default.aspx?moid=532, Public Domain, Link

Der Kurzflossen-Mako lebt in tropischen und warmen Gewässern weltweit. Er wandert sehr viel (wenngleich seasonal) – tagging bewies, dass ein Exemplar 2128 km in 37 Tagen schwamm, und ein anderer wanderte über 2776 km quer über den Pazifik (nebenbei: genetische Tests zeigen dass sie selten den Atlantik kreuzen). Sein spindelförmiger Körper, große Kiemen und riesiges Herz und ein Wärmetauscher genannt rete mirabile (Lateinisch für “wundervolles Netz”) wie der Lachshai, der es ermöglicht, die Körpertemperatur 7 bis 10 Grad Celsius wärmer als das umgebende Wasser zu halten, lassen ein hohes Level an Aktivität zu. Aber das bedeutet auch, dass der Hai täglich 3% seines Gewichts zu sich nehmen muss – in Fisch.

Wie jede andere Art aus der Familie Makrelenhaie ist der Kurzflossen-Mako ovovivipar. Würfe von 4 bis 25 lebenden Jungen werden nach einer Tragzeit von 15 bis 18 Monaten geboren, während der sie sich von Dotter und unbefruchteten Eiern ernähren (Oophagie). Es wird vermutet, dass Weibchen nach der Geburt für 18 Monate vor einer erneuten Befruchtung ruhen. Sie werden mit 17 bis 19 Jahren erwachsen, Männchen mit 7 bis 9. Kurzflossen-Makos werden wohl maximal 32 Jahre alt. Alles in allem haben Kurzflosen-Makos, wie alle apex predators, eine niedrige Vermehrungsrate.

Der Kurzflossen-Mako ist einer der populärsten Hai-Speisefische. Er ist ein bevorzugter Angelfisch (big game fishing) und berühmt für seinen Kampfgeist mit spektakulären Sprüngen aus dem Wasser von bis zu 6 m Höhe. Er wird auch kommerziell gefischt für sein Qualitäts-Fleisch (das, wie bei allen Apex-Predators, hohe Dosen an Methyl-Quecksilber enthält), Flossen (Haifischflossen-Suppe) und Leber-Öl (um Vitaminpräparate zu machen). Er ist einer der wenigen bekannten Schwertfisch-Jäger (diese wiederum kämpfen zurück und können ihn im Gegenzug verletzen und wahrscheinlich auch töten). Seine Vorliebe für kommerziell wichtige Fische (Speerfisch, Tunfisch und Makrelen, aber vor allem Blaufisch)  machen ihn auch zu einem häufigen Beifang-Fisch. Alles in allem betrachtet die IUCN den Kurzflossen-Mako als potentiell gefährdet  weltweit und im Mittelmeer, das eine bedeutende Kinderstube zu sein scheint, als akut vom Aussterben bedroht.

Trotz seiner Größe (im Durchschnitt 3,2 m lang, aber bis zu 4 m mit einem Gewicht von 1 000 kg), Geschwindigkeit und Kraft hat die ISAF nur einen unprovozierten tödlichen Angriff durch Kurzflossen-Makos in 5 Jahrhunderten aufgezeichnet. Diese engen Verwandten des Weißen Haies beißen Menschen nur, wenn sie provoziert werden (nach dem Gefangenwerden um ihr Leben kämpfend), aber können Boote oder Speer-Fischer angreifen, wenn sie sie als Nahrungskonkurrenten ansehen. Auf der Jagd verlassen sie sich nicht auf ihren Elektrorezeptions-Sinn, sondern auf Geruch, Gehör und vor allem Sehen. Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe, weil sie das größte Gehirn-Körper-Verhältnis von allen studierten Haien haben.

Quellen: hier, hier, hier und hier

Hai der Woche: Pazifischer Engel — 1. May 2017

Hai der Woche: Pazifischer Engel

Du weißt, dass die meisten Haie zur Geburt ihrer Jungen ein spezielles Gebiet (Kinderstube) aufsuchen, um sie zu schützen. Meist ist es eine flache Bucht oder eine Flussmündung, manchmal sogar ein Fluss, aber der Pazifische Engelhai (Squatina californica) macht das genaue Gegenteil: normalerweise in flachen Ebenen oder felsigen Riffen so flach wie 3 m lebend, wandern weibliche Pazifische Engelhaie bis in Tiefen von 55 bis 90 m, um ihre 1 bis 13 Jungen lebend zur Welt zur bringen (deren Anzahl nicht vom Alter der Mutter abhängt, anders als bei anderen Haien). Aber das ist nicht die einzige Eigentümlichkeit dieser Art.

Squatina californica.jpg
Squatina californica by Tony Chess/NOAA SWFSC (Public Domain)

Pazifische Engelhaie sind bis zu 1,5 m große Haie, die in Pazifischen Küstengewässern von Alaska bis Chile in genetisch getrennten Unterpopulationen leben (möglicherweise sogar in verschiedenen Arten wie dem Dornrücken-Engelhai (Squatina armata) vor Chile). Wie alle anderen Engelhaie haben sie einen abgeflachten Körper mit vergrößerten Brust- und Bauchflossen und sind ovovivipar (die Jungen schlüpfen im Mutterleib). Der Embryo hat zuerst einen externen Dottersack, aber der beginnt zu schrumpfen während der Dotter in einen internen Dottersack transferiert wird. Der Embryo ernährt sich von diesem Dotter bis er vollständig resorbiert ist (wenn das Junge vorfristig geboren wird, frisst er nichts anderes bis alles weg ist). Nach 10 monatiger Tragzeit mit einer Länge von 23 cm geboren, werden Pazifische Engel mit 90 bis 100 cm erwachsen (beide Geschlechter, anders als bei anderen Haien). Mit welchem Alter ist unbekannt, weil, anders als in anderen Haien, ihre Wirbel-Wachstumsringe (analog zu Jahresringen bei Bäumen) nicht ihr Alter sondern nur ihre Größe anzeigen (und damit ihren Erfolg bei der Nahrungssuche). Das macht Altersbestimmung schwierig. Aber Tagging und wieder Einfangen deuten an, dass sie relativ langsam wachsen (Erwachsene ungefähr 2 cm im Jahr) und das Erwachsenwerden erst spät im Leben passiert, sie dadurch also eine mäßige Fruchtbarkeit haben.

Als Lauerjäger graben sich Pazifische Engelhaie in den Sand in der Nähe von felsigen Riffen ein, aufwärts schauend, um die Umrisse der Beute besser gegen das Sonnenlicht sehen zu können, und liegen still am Boden. Sie erscheinen träge, aber Hochgeschwindigkeits-Filmaufnahmen haben gezeigt, dass ihre “Angriffsschläge unvermittelt und dramatisch sind: in einer Zehntelsekunde schnappt die vordere Hälfte des Haikörpers um 90° vom Boden nach oben, der Bärenfallen-artige Kiefer springt auffallend vom Kopf hervor und schnappt mit vernehmbarem Durchsetzungsvermögen zu”. Während des Zuschlagens rollen die Augen zum Schutz im Kopf nach hinten. Nachher graben sie sich wieder ein. Weil aber die Beutetiere oft schnell lernen, wo Räuber auf Lauer liegen, ziehen sie nach 10 Tagen im Schutz der Dunkelheit bis zu 7,3 km weit zu einem anderen Ort.

Um Beute zu erkennen verlässt sich der Pazifische Engelhai fast ausschließlich auf den Sehsinn. Experimente zeigten, dass sie Fischmodelle jedesmal auf Sicht fingen, ohne weitere geruchliche, elektrische oder vibratorische Hinweise. Sogar nachts erkennen sie Beute indirekt durch das schwache grünliche Leuchten des biolumineszenten Planktons, das in ihrer Spur aufgewühlt wird (ihre Netzhautpigmente legen nahe, dass die höchste Seh-Empfindlichkeit dieser Art auf Wellenlängen liegt, die fast identisch zu der von örtlichem biolumineszenten Plankton produzierten ist).

Ein faszinierender Hai, nicht war? Aber Menschen haben diese Art fast ausgerottet. Warum? Aus Angst um ihr Leben? Schwerlich, weil kein Mensch von einem Pazifischen Engelshai je ohne Provokation angegriffen wurde – sie schnappen durchaus zu, wenn sie provoziert werden, aber hinterlassen auch dann nur wenig Schaden. Nein, nur für der Profit. Der Werbefeldzug eines kalifornischen Fischverarbeiters mit Namen Michael Wagner im Jahr 1976 und später änderte den früheren “Abfall-Fisch” fast eigenhändig zu einem wohlschmeckenden Fisch um, was in einem jährlichen Fang von Pazifischen Engelhaien von bis zu 544 311 kg (im Jahr 1985) führte und diese Art zur Nummer Eins des Haifischfanges vor Kalifornien machte. Die Ausrottung dieser Art wurde verhindert, als in den 90ern die Heilbutt- und Engelhai-Fischerei (mit den gleichen Stellnetzen mit mittlerer Maschenweite gefangen) vor Zentral-Kalifornien komplett geschlossen wurde. Die Zahl der Pazifischen Engelhaie vor Kalifornien scheint wieder anzusteigen, was zu einer Einstufung als nicht gefährdet in den USA führte. Weltweit jedoch wird es als gering gefährdet eingeschätzt, weil die größtenteils ungeregelte mexikanische Fischerei übernommen hat. Diese Art ist nun aus Teilen der mexikanischen Bundesstaates Baja California Sur verschwunden, wo sie früher noch zu finden war.

Quellen: hier, hier, hier und hier