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Hai der Woche: Leopardenhai — 21. August 2017

Hai der Woche: Leopardenhai

Der Leopardenhai (Triakis semifasciata) ist ein wunderschöner Hai aus der Familie der Glatthaie (so genannt wegen ihrer wenigen Dentikeln) oder Marderhaie. Er lebt im nordöstlichen Pazifik in mehreren getrennten Populationen vor der Küste von Oregon bis Mexiko. Sie bevorzugen den Boden (sandig oder schlammig) in der Nähe von Felsen oder Kelpwäldern in 1 bis 90 m Tiefe.

View from above of two leopard sharks lying on the sand side-by-side
By nugunslinger from Lafayette, USofA – Leopard Sharks….NOT Tiger, CC BY 2.0, Link

Die weiblichen Leopardenhaie sind ovovipar und bringen nach einer Tragzeit von 12 Monaten 4 bis 29 lebende Junge zur Welt. Die 20 cm großen Jungen wachsen langsam, es dauert 10 Jahre, bis sie ausgewachsen sind. Männchen werden bis zu 2 m und Weibchen bis zu 1,80 m lang. Sie haben eine maximale Lebenserwartung von 30 Jahren.
Leopardenhaie bilden große Gruppen, auch zusammen mit anderen Haiarten. Sie suchen eher nach vergrabener Beute wie Krabben, Würmer und Muscheln als Fisch zu fressen. Da ihre Lebensräume oft von menschlichen Abwässern und Industrieabfällen bedroht werden, neigen sie dazu, Pestizide, PCBs und andere giftige Chemikalien in der Leber anzureichern.
Leopardenhaie werden als Gamefisch gefangen und kommerziell für ihr Fleisch gefischt. Sie sind oft in Aquarien zu sehen

Quellen: hier, hier und hier

ideas.ted.com: Vertical ocean farms that can feed us and help our seas| Vertikale Meeresfarmen, die uns ernähren können und unseren Meeren helfen — 30. July 2017

ideas.ted.com: Vertical ocean farms that can feed us and help our seas| Vertikale Meeresfarmen, die uns ernähren können und unseren Meeren helfen

Bren Smith wants to create thousands of decent jobs, transform how we harvest food from the oceans, and blunt the effects of climate change and marine degradation — all at the same time. His big idea: small-scale marine farms.

see Vertical ocean farms that can feed us and help our seas — ideas.ted.com


Bren Smith will tausende von ehrlichen Jobs schaffen, verändern wie wir Nahrung aus dem Meer holen, und die Effekte von Klimawandel und Meereszerstörung abmildern- alles zur gleichen Zeit. Seine große Idee: kleine Meeres-Farmen.

Siehe Vertical ocean farms that can feed us and help our seas — ideas.ted.com

Hai der Woche: Weißspitzen-Riffhai — 26. June 2017

Hai der Woche: Weißspitzen-Riffhai

Noch ein Fall von mysteriöser Namensgebung ist der Weißspitzen-Riffhai (Triaenodon obesus). Nicht der deutsche Name, der ziemlich passend ist wegen seiner weißen Spitzen an den Rücken- und Schwanzflossen und seines ausschließlichen Lebensraums, sondern der Lateinische Name ist unwahr: dieser schlanke Hai ist alles andere als fettleibig (obese). Ganz im Gegenteil, als nächtlicher Jäger kann er Beute durch Elektro-Rezeption (durch Nutzung seiner Lorenzinischen Ampullen) und Geruch (mittels einmaliger röhrenförmiger Nasenlappen) erkennen und folgt ihr in ihre Ruhe-Spalten (gut angepasst an diese Jagdweise durch seine robuste Haut, schnittigen Körperbau, kurze abgerundete Schnauze und Wülsten zum Schutz der Augen), und einige Haie “winden sich tatsächlich in ein Loch auf einer Seite des Korallenriffs und kommen durch eine Öffnung an der anderen Seite wieder heraus”.

Three gray sharks lying beside each other on the sea bottom.
By Dorothy from USA – sharks, CC BY 2.0, Link

Der Wießspitzen-Riffhai ist gesellig (jagt manchmal sogar in Gruppen) und kann tagsüber auf dem Boden oder in Höhlen in Gruppen ruhend gesehen werden. Er braucht nicht zu schwimmen wie andere Requiemhaie, um zu atmen. Nicht zu verwechseln mit dem anderen Weißspitzen-Requiemhai (dem Weißspitzen-Hochseehai), ist der kleinere Weißspitzen-Riffhai (bis zu 1,7 m lang) für den Menschen nicht gefährlich. Leider hat er als opportunistischer Esser gelernt, die Geräusche von Booten und Speerfischen mit Futter zu assoziieren – der neugierige Hai wird dreist und aufgeregt und beißt manchmal beim Versuch, den Fisch zu stehlen.

Wie alle Requiemhaie ist der Weißspitzen-Riffhai ovovivipar: alle 2 Jahre werden 2-3 lebende Junge von 52 bis 60 cm Länge geboren. Es gibt einen Fall von Parthenogenese (asexuelle Vermehrung) bei Weißspitzen-Riffhaien. Sie wachsen langsam, werden mit ungefähr 1,05 m erwachsen und leben bis zu 25 Jahre.

Weißspitzen-Riffhaie leben in Korallenriffen überall auf der Welt. Sie sind Stubenhocker und berühmt für ihre Standort-Treue. Das bedeutet, dass Gefahren für ihr Korallenriff durch Klimawandel, Überhitzung und Verschmutzung auch einen großen Einfluss auf die Haibestände haben, zusätzlich zum Kommerziellen und Freizeit-Fischfang. Sie werden durch die IUCN als potentiell gefährdet angesehen. Schutzmaßnahmen wie Meeresschutzgebiete scheinen zu helfen, aber nur, wenn sie total den Zugang verbieten. Beim Great Barrier Reef wurden die Bestände von Weißspitz-Riffhaien in Fischerei-Gebieten um 80% gegenüber gesperrten Zonen dezimiert. Jedoch sind die Bestände in Fischerei-Verbotszonen, wo Boote erlaubt aber Fischerei verboten sind, genauso sehr wie in Fischerei-Gebieten ausgebeutet worden, höchstwahrscheinlich wegen Wilderei (IUU). Demografische Modelle deuten an, dass diese dezimierten Bestände ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen weiterhin um 6,6–8,3% jährlich sinken werden.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Atlantischer Ammenhai — 27. February 2017

Hai der Woche: Atlantischer Ammenhai

Wusstest Du, dass der Atlantischer Ammenhai (Ginglymostoma cirratum) den niedrigsten Stoffwechsel von allen Haien hat? Er benötigt nur 18% der Energie des lebhaften Kurzflossen-Makos – beim Schwimmen. Wenn er überhaupt schwimmt. Er ist nachtaktiv und verbringt die Tage faul an seinen Ruheplätzen, gemeinsam und manchmal auf vielen anderen Ammenhaien.

In flachen tropischen und subtropischen Küstengewässern lebend sind Ammenhaie bodenbewohnend mit zwei fleischigen Barteln am Unterkiefer (chemosensorische Organe, die dabei helfen, im Bodengrund versteckte Beute zu finden). Oder sie formen mit ihrem Körper nachgemachte Höhlen für ihre Beute. Diese wird dann wie mit einem Staubsauger eingesaugt. Wegen ihrer sparsamen Lebensweise essen sie nicht viel – gefangene Haie hatten in den meisten Fällen nichts in ihren Mägen.

Atlantische Ammenhaie sind von bräunlicher Farbe und erreichen 2,2 bis 3 m Länge, wobei Weibchen größer als Männchen sind. Sie sind ovovivipar und bringen alle zwei Jahre 21–29 lebende Junge zur Welt. Wie bei Hunden fanden Wissenschaftler in einem Wurf die DNA von bis zu 4 Vätern. Ammenhaie besuchen die gleichen Kinderstuben und Paarungsgebiete und Ruheplätze in der Nähe ihr ganzes Leben lang (starke Standort-Treue genannt), was sie zu Reisemuffeln macht. Sie sind scheu und gutmütig und trotz ihrer Größe keine Gefahr für den Menschen, aber wenn provoziert können sie beißen und sind wegen der Saugkraft schwer zu entfernen.

Es scheint, dass die Pazifische Unterpopulation des Ammenhaies eine eigene Art bildet (Pazifischer Ammenhai genannt), was den Atlantischen Ammenhai auf Atlantische Gewässer begrenzt (deshalb der neue Name). Weil er nicht wandert, würde es mich nicht wundern, wenn sich auch die Ost-Atlantische Unterpopulation als eine eigene Art herausstellen würde. Durch die IUCN wird die West-Atlantische Unterpopulation als potenziell gefährdet angesehen und sogar gefährdet vor der Küste Süd-Amerikas. Er wird in manchen Gebieten vor Brasilien als lokal ausgestorben gemeldet. Atlantische Ammenhaie werden für ihr Leber-Öl, Flossen, Fleisch und Haut gejagt, Jungtiere auch für kommerzielle und private Aquarien (trotz ihrer Endgröße). Wenn sie zufällig als Beifang gefangen werden, ist die Überlebensrate hoch, wenn sie wieder ins Wasser zurückgeworfen werden. Die Zerstörung ihres Lebensraums bringt ihre Kinderstuben in Gefahr und erfordert zusätzliche Schutzmaßnahmen (wie in den Florida Keys).

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Blaugrauer Blindhai — 30. January 2017

Hai der Woche: Blaugrauer Blindhai

Wie seine Schwesternart, der Blindhai, schließt der blaugraue Blindhai (Brachaelurus colcloughi) seine unteren Augenlider, wenn er aus dem Wasser genommen wird. Ausschließlich vor Ost-Australien zu finden, ist er eine seltene nachtaktive Art der Familie Brachaeluridae (Blindhaie).

Der Blaugraue Blindhai ist ein stämmiger kleiner Hai  (bis zu 76 cm groß) mit langen Barteln und großen Spritzlöchern hinter seinen großen Augen. Während Erwachsene grau bis goldbraun von oben und weiß von unten sind, haben junge Haie ein auffälliges Muster von großen schwarzen Markierungen auf weißem Untergrund.

Wie im Video zu sehen werden Blaugraue Blindhaie für Aquarien gefangen, aber manchmal auch als Beifang in Schleppnetz-, Stellnetz- und Tunnelnetz-Fischereien oder als game fish von Hobby-Anglern. Wegen ihrer Seltenheit (bis jetzt sind nur 50 Exemplare aufgefunden worden) und ihres kleinen Lebensraumes sind sie auch besonders empfindlich für Belastungen durch die städtebauliche Entwicklung (wie der Hafen von Brisbane in Moreton Bay).

Moreton Bay Marine Park in Queensland und Cape Byron Marine Park in New South Wales versuchen diese Art zu bewahren, sie ist aber als “gefährdet” eingestuft.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Bullenhai — 5. December 2016

Hai der Woche: Bullenhai

Es ist bekannt, dass Haie in Salzwasser leben. Sicher gibt es so etwas Seltsames wie Flusshaie (wie der Gangeshai), die nur Süßwasser zu vertragen scheinen (aber erwiesenermaßen auch durch Salzwasser wandern). Aber alle anderen Haie leben ausschließlich im Ozean oder in Brackwasser-Kinderstuben, um ihre Jungen zu schützen, oder? Leider ist das falsch.

Denn es gibt den Bullenhai (Carcharhinus leucas). Auch wenn ihre Kinderstuben in Brackwasser liegen, vertragen ältere Bullenhaie sowohl einen hohen Salzgehalt als auch gar keinen, was sie befähigt, weltweit an tropischen bis subtropischen Meeresküsten sowie in Flüssen und Seen zu leben.


(Video S3 eines schwangeren Bullenhaies von Brunnschweiler J, Baensch H (2011). “Seasonal and Long-Term Changes in Relative Abundance of Bull Sharks from a Tourist Shark Feeding Site in Fiji“. PLOS ONE. DOI:10.1371/journal.pone.0016597. PMID 21346792. PMC: 3029404., CC by 2.5 )

Bullenhaie sind in der Lage, durch ihre Nieren, Kiemen, Leber und eine spezielle Drüse nahe des Schwanzes Salz zurückzuhalten (was eine stark erhöhte Produktion von hochverdünntem Urin erfordert und energetisch sehr anspruchsvoll ist). Dadurch überleben und sogar florieren sie in Süßwasser so weit flußaufwärts wie 3 800 km den Mississippi hinauf oder 4 200 km den Amazonas. Es gibt sogar eine Population von Bullenhaien im Nikaraguasee in Mittelamerika die anscheinend separat ist, aber Tagging bewies dass sie zwischen dem See und dem Karibischen Meer hin und her wandern und dabei 8 Stromschnellen überwinden. Seit einem Hochwasser in den 1990ern ist sogar ein Golfplatz-See in Queensland in Australien die Heimat von Bullenhaien.

Der Bullenhai ist eine kräftige Art mit kleinen Augen und einer stumpfen Schnauze (daher der Name) und einer durchschnittlichen Länge von 2,4 m (weiblich) und 2,25 m (männlich), aber es gibt eine einzelne Aufzeichnung von einem schwangeren weiblichen Exemplar von 4 m Länge in einem Afrikanischen Fluss. Ihre Geschlechtsreife scheint vom Ort abzuhängen und dauert bis zu 14-15 Jahre für Männchen und 18 Jahre für Weibchen. Bullenhaie sind ovovivipar wie andere Requiemhaie.

Als opportunistische Esser fressen Bullenhaie alles, von Fischen und anderen Haien (sogar kleinen Bullenhaien) zu Schildkröten, Vögeln, Delfinen und Landsäugetieren wie Hunden oder Nilpferden, aber auch Kadavern und (im Falle von Indischen Flüssen) Leichen. Sie müssen das tun (wie ober erwähnt), um im Süßwasser mit seinem nicht vorhandenen Salzgehalt und dem signifikant höheren negativem Auftrieb zu überleben. Im Meer kann ihr Stoffwechsel runtergefahren werden.

Basierend auf ihrem Lebensraum kommen Bullenhaie oft in Kontakt mit Menschen. In den klaren Gewässern der Bahamas z.B. haben Taucher regelmäßig Umgang mit Ansammlungen von Bullenhaien, ohne Probleme. Einige Forscher vermuten, dass dieses nicht-bedrohliche Verhalten daher kommt, dass die Haie die Menschen klar sehen können und erkennen, dass sie nicht typische Beutetiere sind. In trüberen Gewässern jedoch passieren Zwischenfälle, und Menschen werden gebissen und sterben manchmal daran. Einige Bullenhaie sind territorial und und haben praktisch keine Toleranz für Provokationen, was die Dinge auch nicht leichter macht.

Wegen seines Lebensraumes, aber auch seiner Größe, Stärke und Zähne gilt der Bullenhai bei manchen Experten als der gefährlichste Hai der Welt.  Wenn es so etwas wie einen Menschenfresser-Hai gibt, so wäre das der Bullenhai und nicht der Weiße Hai. Letzterer könnte vielmehr für viele Angriffe, die seiner Art zu Last gelegt werden (darunter die berühmten Haiangriffe in New Jersey im Jahre 1916, die als Inspiration für Der Weiße Hai gedient haben mögen) nicht verantwortlich sein, sondern der Bullenhai mit seinem nahezu identischem Gebiss. Es ist erstaunlich, dass es nicht mehr Zwischenfälle gibt, was nur bestätigt, dass sie nicht wirklich an uns interessiert sind und ein Angriff normalerweise nur ein Fehler ist.

Der Bullenhai wird als Beifang in Longline-Fischereien gefangen, aber öfter von kleinen Fischern für sein Fleisch, Flossen und Haut aufs Korn genommen, weil er so reichlich in ufernahen Gebieten und Flüssen vorhanden ist. Zusätzlich ist er ein populäres Ziel von Hobbyanglern. Wegen der Verschmutzung ihres Lebensraumes in flachen Küstengewässern, Flüssen und Seen und der Überfischung ihrer Kinderstuben haben die Zahlen von Bullenhaien signifikant abgenommen.

Quellen: hierhier, hier und hier

Hai der Woche: Gangeshai — 31. October 2016

Hai der Woche: Gangeshai

Haie leben in jedem Ozean. Einige mögen es heiß (wie der Pazifische Schlafhai), andere haben sich an eisige Temperaturen angepasst (wie der Grönlandhai). Einigen machen wechselnde Salzgehalte nichts aus (wie dem Pyjamahai). Aber wusstest Du, dass es Flusshaie gibt? Das sind Haie, die nur in Süßwasser leben. Einer von ihnen ist der Gangeshai (Glyphis gangeticus).

FMIB 45519 Carcharinus gangeticus.jpeg
Ganges shark von Edgar Ravenswood Waite – Waite, Edgar R. (1921) Illustrated Catalogue of the Fishes of South Australia, Adelaide, Australia: G. Hassell & Son, Gemeinfrei, Link

Diese Art der Requiemhaie lebt in Indischen Flüssen und wurde beschuldigt, ein “Menschenfresser” zu sein. Aber er wurde höchstwahrscheinlich mit dem Bullenhai verwechselt, weil seine schlanken Zähne bedeuten, dass es eher kleine Fische als Beute hat. Es ist ein bis zu 2 m langer grau bis bräunlicher Hai mit winzigen, aufwärts gerichteten Augen.

Verschmutzung und Nutzung seines Lebensraumes und Fischereidruck sind gefährlich für den extrem seltenen Gangeshai. Er wird als akut vom Aussterben bedroht angesehen.

Jüngste genetische Tests zeigen, dass Flusshaie aus Borneo (Borneo-Flusshai) und Myanmar (Irrawaddy-Flusshai) die selbe Art sind wie der Gangeshai. Zwei kürzliche Genfluss-Ereignisse im zentralen Indo-Pazifik (zwischen Myanmar und Indien und Pakistan und Java) und ein drittes, älteres Genfluss-Ereignis, das in der Besiedelung der Australischen Flüsse resultierte, beweisen, dass Flusshaie durch Salzwasser wandern können. Vielleicht können alle Flusshaie im Ozean leben, aber ziehen es vor, in Flüssen Schutz für sich selbst und ihe Jungen zu suchen.

Quellen: hier und hier

What seafood to eat | Welchen Fisch essen -Outside Online — 14. September 2016
Pew: kurze Comics über nautische Begriffe — 23. August 2016
6 tolle Verbote von Plastik weltweit – und Deutschland? — 11. August 2016

6 tolle Verbote von Plastik weltweit – und Deutschland?

Gute Nachrichten! Plastikverbote in der ganzen Welt kamen in letzter Zeit in die Schlagzeilen. Von der USA bis zu Indien und Marokko nehmen sich Regierungen des Problems der Plastikmüll-Verschmutzung an und beschließen komplette Verbote von Plastik oder von bestimmten Sorten wie Polystyrol.

Quelle: 6 amazing plastic bans from around the world

In Europa versuchen wir auch, Plastikmüll zu reduzieren, um die Meere vor Vermüllung zu schützen. Insbesondere die bunten Kunststoff-Einkaufsbeutel, die einem die Kassierer kostenlos hinterher werfen. Jeder Europäer nutzt 200 davon pro Jahr, die meisten nur einmal. Aber weil die EU es ihren Mitgliedern überlässt, wie sie es tun, greift Deutschland auf seine Standardmethoden zurück: freiwillige Selbstverpflichtung der Firmen (das heißt sie machen ein unverbindliches Versprechen, um ein Gesetz zu verhindern) und Geld. Anstatt diese Beutel zu verbieten, kann der Kunde sie weiter nutzen, muss sie aber in manchen Läden erstmal kaufen. Viele Märkte bieten auch textile Einkaufsbeutel an, aber die sind teurer. Was wird wohl passieren?

Ich befürchte, es wird enden wie mit den Plastikflaschen: Anstatt Einweg-Flaschen zu verbieten hat Deutschland einen Pfand auf sie gelegt, genau wie auf die Mehrwegflaschen. Und was passierte? Die Mehrweg-Quote sank, natürlich. Viele Kunden unterscheiden nicht zwischen den beiden und kaufen lieber die leichte Einwegflasche als die schwerere Mehrwegflasche, wo doch sowieso alles das gleiche ist.

Mach den Schwur und nutze keine Kunststoff-Einkaufsbeutel mehr – mit der Zeit geht es in Fleisch und Blut über, seinen eigenen Beutel mitzunehmen (auch wenn man den Kassierer in seiner Routine unterbrechen muss um zu verhindern, einen weiteren Beutel zu bekommen). Und sei stolz auf jeden Wegwerf-Beutel, den Du nicht genutzt hast.

Jeder Schritt zählt.