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Fünf kluge Wege, um Essensverschwendung zu bekämpfen | Five smart ways to fight food waste — ideas.ted.com — 4. June 2017

Fünf kluge Wege, um Essensverschwendung zu bekämpfen | Five smart ways to fight food waste — ideas.ted.com

An estimated 30 percent of the planet’s food supply is needlessly discarded. Here are some imaginative ideas to stop the rot. We humans have a puzzling attitude towards food — it’s one of the few things in life that we absolutely need to survive, yet we can be shockingly careless with it. From a shriveled up…

über Five smart ways to fight food waste — ideas.ted.com

Hai der Woche: Kurzflossen-Mako — 8. May 2017

Hai der Woche: Kurzflossen-Mako

Der offene Ozean ist eine Wüste. Du kannst dich nirgendwo verstecken, weder als Beute noch als Räuber. Und du musst jede Beute fangen, die du finden kannst, um nicht zu verhungern. Eine Überlebensstrategie von Fischen der offenen See ist Geschwindigkeit, und der Meister darin ist der Kurzflossen-Makohai (Isurus oxyrinchus). Als der schnellste Hai wird er normalerweise mit 50 km/h gestoppt, mit gelegentlichen Spurts von 74 km in der Stunde, um wirklich schnelle Beute zu fangen.

Isurus oxyrinchus by mark conlin2.JPG
By Mark Conlin, SWFSC Large Pelagics Program – http://swfsc.noaa.gov/ImageGallery/Default.aspx?moid=532, Public Domain, Link

Der Kurzflossen-Mako lebt in tropischen und warmen Gewässern weltweit. Er wandert sehr viel (wenngleich seasonal) – tagging bewies, dass ein Exemplar 2128 km in 37 Tagen schwamm, und ein anderer wanderte über 2776 km quer über den Pazifik (nebenbei: genetische Tests zeigen dass sie selten den Atlantik kreuzen). Sein spindelförmiger Körper, große Kiemen und riesiges Herz und ein Wärmetauscher genannt rete mirabile (Lateinisch für “wundervolles Netz”) wie der Lachshai, der es ermöglicht, die Körpertemperatur 7 bis 10 Grad Celsius wärmer als das umgebende Wasser zu halten, lassen ein hohes Level an Aktivität zu. Aber das bedeutet auch, dass der Hai täglich 3% seines Gewichts zu sich nehmen muss – in Fisch.

Wie jede andere Art aus der Familie Makrelenhaie ist der Kurzflossen-Mako ovovivipar. Würfe von 4 bis 25 lebenden Jungen werden nach einer Tragzeit von 15 bis 18 Monaten geboren, während der sie sich von Dotter und unbefruchteten Eiern ernähren (Oophagie). Es wird vermutet, dass Weibchen nach der Geburt für 18 Monate vor einer erneuten Befruchtung ruhen. Sie werden mit 17 bis 19 Jahren erwachsen, Männchen mit 7 bis 9. Kurzflossen-Makos werden wohl maximal 32 Jahre alt. Alles in allem haben Kurzflosen-Makos, wie alle apex predators, eine niedrige Vermehrungsrate.

Der Kurzflossen-Mako ist einer der populärsten Hai-Speisefische. Er ist ein bevorzugter Angelfisch (big game fishing) und berühmt für seinen Kampfgeist mit spektakulären Sprüngen aus dem Wasser von bis zu 6 m Höhe. Er wird auch kommerziell gefischt für sein Qualitäts-Fleisch (das, wie bei allen Apex-Predators, hohe Dosen an Methyl-Quecksilber enthält), Flossen (Haifischflossen-Suppe) und Leber-Öl (um Vitaminpräparate zu machen). Er ist einer der wenigen bekannten Schwertfisch-Jäger (diese wiederum kämpfen zurück und können ihn im Gegenzug verletzen und wahrscheinlich auch töten). Seine Vorliebe für kommerziell wichtige Fische (Speerfisch, Tunfisch und Makrelen, aber vor allem Blaufisch)  machen ihn auch zu einem häufigen Beifang-Fisch. Alles in allem betrachtet die IUCN den Kurzflossen-Mako als potentiell gefährdet  weltweit und im Mittelmeer, das eine bedeutende Kinderstube zu sein scheint, als akut vom Aussterben bedroht.

Trotz seiner Größe (im Durchschnitt 3,2 m lang, aber bis zu 4 m mit einem Gewicht von 1 000 kg), Geschwindigkeit und Kraft hat die ISAF nur einen unprovozierten tödlichen Angriff durch Kurzflossen-Makos in 5 Jahrhunderten aufgezeichnet. Diese engen Verwandten des Weißen Haies beißen Menschen nur, wenn sie provoziert werden (nach dem Gefangenwerden um ihr Leben kämpfend), aber können Boote oder Speer-Fischer angreifen, wenn sie sie als Nahrungskonkurrenten ansehen. Auf der Jagd verlassen sie sich nicht auf ihren Elektrorezeptions-Sinn, sondern auf Geruch, Gehör und vor allem Sehen. Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe, weil sie das größte Gehirn-Körper-Verhältnis von allen studierten Haien haben.

Quellen: hier, hier, hier und hier

Hai der Woche: Pazifischer Engel — 1. May 2017

Hai der Woche: Pazifischer Engel

Du weißt, dass die meisten Haie zur Geburt ihrer Jungen ein spezielles Gebiet (Kinderstube) aufsuchen, um sie zu schützen. Meist ist es eine flache Bucht oder eine Flussmündung, manchmal sogar ein Fluss, aber der Pazifische Engelhai (Squatina californica) macht das genaue Gegenteil: normalerweise in flachen Ebenen oder felsigen Riffen so flach wie 3 m lebend, wandern weibliche Pazifische Engelhaie bis in Tiefen von 55 bis 90 m, um ihre 1 bis 13 Jungen lebend zur Welt zur bringen (deren Anzahl nicht vom Alter der Mutter abhängt, anders als bei anderen Haien). Aber das ist nicht die einzige Eigentümlichkeit dieser Art.

Squatina californica.jpg
Squatina californica by Tony Chess/NOAA SWFSC (Public Domain)

Pazifische Engelhaie sind bis zu 1,5 m große Haie, die in Pazifischen Küstengewässern von Alaska bis Chile in genetisch getrennten Unterpopulationen leben (möglicherweise sogar in verschiedenen Arten wie dem Dornrücken-Engelhai (Squatina armata) vor Chile). Wie alle anderen Engelhaie haben sie einen abgeflachten Körper mit vergrößerten Brust- und Bauchflossen und sind ovovivipar (die Jungen schlüpfen im Mutterleib). Der Embryo hat zuerst einen externen Dottersack, aber der beginnt zu schrumpfen während der Dotter in einen internen Dottersack transferiert wird. Der Embryo ernährt sich von diesem Dotter bis er vollständig resorbiert ist (wenn das Junge vorfristig geboren wird, frisst er nichts anderes bis alles weg ist). Nach 10 monatiger Tragzeit mit einer Länge von 23 cm geboren, werden Pazifische Engel mit 90 bis 100 cm erwachsen (beide Geschlechter, anders als bei anderen Haien). Mit welchem Alter ist unbekannt, weil, anders als in anderen Haien, ihre Wirbel-Wachstumsringe (analog zu Jahresringen bei Bäumen) nicht ihr Alter sondern nur ihre Größe anzeigen (und damit ihren Erfolg bei der Nahrungssuche). Das macht Altersbestimmung schwierig. Aber Tagging und wieder Einfangen deuten an, dass sie relativ langsam wachsen (Erwachsene ungefähr 2 cm im Jahr) und das Erwachsenwerden erst spät im Leben passiert, sie dadurch also eine mäßige Fruchtbarkeit haben.

Als Lauerjäger graben sich Pazifische Engelhaie in den Sand in der Nähe von felsigen Riffen ein, aufwärts schauend, um die Umrisse der Beute besser gegen das Sonnenlicht sehen zu können, und liegen still am Boden. Sie erscheinen träge, aber Hochgeschwindigkeits-Filmaufnahmen haben gezeigt, dass ihre “Angriffsschläge unvermittelt und dramatisch sind: in einer Zehntelsekunde schnappt die vordere Hälfte des Haikörpers um 90° vom Boden nach oben, der Bärenfallen-artige Kiefer springt auffallend vom Kopf hervor und schnappt mit vernehmbarem Durchsetzungsvermögen zu”. Während des Zuschlagens rollen die Augen zum Schutz im Kopf nach hinten. Nachher graben sie sich wieder ein. Weil aber die Beutetiere oft schnell lernen, wo Räuber auf Lauer liegen, ziehen sie nach 10 Tagen im Schutz der Dunkelheit bis zu 7,3 km weit zu einem anderen Ort.

Um Beute zu erkennen verlässt sich der Pazifische Engelhai fast ausschließlich auf den Sehsinn. Experimente zeigten, dass sie Fischmodelle jedesmal auf Sicht fingen, ohne weitere geruchliche, elektrische oder vibratorische Hinweise. Sogar nachts erkennen sie Beute indirekt durch das schwache grünliche Leuchten des biolumineszenten Planktons, das in ihrer Spur aufgewühlt wird (ihre Netzhautpigmente legen nahe, dass die höchste Seh-Empfindlichkeit dieser Art auf Wellenlängen liegt, die fast identisch zu der von örtlichem biolumineszenten Plankton produzierten ist).

Ein faszinierender Hai, nicht war? Aber Menschen haben diese Art fast ausgerottet. Warum? Aus Angst um ihr Leben? Schwerlich, weil kein Mensch von einem Pazifischen Engelshai je ohne Provokation angegriffen wurde – sie schnappen durchaus zu, wenn sie provoziert werden, aber hinterlassen auch dann nur wenig Schaden. Nein, nur für der Profit. Der Werbefeldzug eines kalifornischen Fischverarbeiters mit Namen Michael Wagner im Jahr 1976 und später änderte den früheren “Abfall-Fisch” fast eigenhändig zu einem wohlschmeckenden Fisch um, was in einem jährlichen Fang von Pazifischen Engelhaien von bis zu 544 311 kg (im Jahr 1985) führte und diese Art zur Nummer Eins des Haifischfanges vor Kalifornien machte. Die Ausrottung dieser Art wurde verhindert, als in den 90ern die Heilbutt- und Engelhai-Fischerei (mit den gleichen Stellnetzen mit mittlerer Maschenweite gefangen) vor Zentral-Kalifornien komplett geschlossen wurde. Die Zahl der Pazifischen Engelhaie vor Kalifornien scheint wieder anzusteigen, was zu einer Einstufung als nicht gefährdet in den USA führte. Weltweit jedoch wird es als gering gefährdet eingeschätzt, weil die größtenteils ungeregelte mexikanische Fischerei übernommen hat. Diese Art ist nun aus Teilen der mexikanischen Bundesstaates Baja California Sur verschwunden, wo sie früher noch zu finden war.

Quellen: hier, hier, hier und hier

Hai der Woche: Hartnasenhai — 10. April 2017

Hai der Woche: Hartnasenhai

Kleine Haie fallen oft größeren Haien zum Opfer und überleben normalerweise, indem sie mehr Junge bekommen. Aber der Hartnasenhai (Carcharhinus macloti) hat eine geringe Vermehrungsrate: nur ein oder zwei Junge werden nach einer 12-monatigen Tragzeit alle zwei Jahre geboren, wie bei Apex-Predators.
Macloti karachi.jpg
Von Hamid Badar Osmany – FishBase, CC BY 3.0, Link

Der Hartnasenhai ist eine kleine Art der Requiemhaie, die in flachen Küstengewässern des Indo-Pazifik von Kenia über Südasien zum südlichen Japan und nördlichen Australien lebt. Er ist grau oder bronze oben und weiß unten und wurde Hartnase benannt, weil die Knorpel in seiner Schnauze stark verkalkt sind, anders als bei anderen Arten der Gattung Carcharhinus.

Weibliche Hartnasenhaie sind ovovivipar: ein oder zwei Embryos schlüpfen innerhalb der Gebärmutter und werden durch Dotter und später durch eine Plazenta-Verbindung genährt. Lebend mit einer relativ großen Länge von 45 cm geboren, werden sie mit 70 bis 75 cm erwachsen und erreichen eine Maximallänge von 110 cm. Ihre Haut ist mit überlappenden, ovalen Haut-Dentikeln bedeckt.

Hardnasenhaie bilden große, nach Geschlecht getrennte Schulen und sind Reisemuffel (Tagging-Daten zeigen, dass 30% der wieder eingefangenen Exemplare sich weniger als 50 km vom ursprünglichen Tagging-Ort entfernt hatten). Wegen einem hohen Fischereidruck durch handwerkliche und kommerzielle Fischereien und ihrer geringen Vermehrungsrate werden sie weltweit als potenziell gefährdet eingestuft (jedoch als nicht gefährdet in Australischen Gewässern).

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Pondicherryhai — 20. March 2017

Hai der Woche: Pondicherryhai

Einige Haie stören niedrige Salzwerte weniger als andere. Da sind die Flusshaie wie der Gangeshai, oder Bullenhaie, die sogar in beiden Welten gedeihen. Der Pondicherryhai (Carcharhinus hemiodon) scheint auch Süßwasser zu tolerieren. Im Jahre 1839 von deutschen Biologen nach dem indischen Territorium Puducherry (früher Pondicherry) benannt, wo er zuerst dokumentiert wurde, kann er in Flüssen und Küstengewässern des Indo-Pazifik um Indien, Indonesien und Neuguinea gefunden werden. Es ist eine extrem seltene Art von Requiemhaien, über die wenig bekannt ist. Er scheint nicht viel größer als 1 m zu werden (obwohl die deutsche Wikipedia-Seite eine Maximal-Länge von 1,50 bis 2 m angibt) und ist ovovivipar (wie alle anderen Requiemhaie).

Wenn man bedenkt,dass die meisten Exemplare vor 1900 gefangen wurden, gibt es selten Bilder von lebenden Pondicherryhaien. Weil ihr Lebensraum stark und unreguliert befischt wurde und wird, hat die IUCN diese Art im Jahr 2003 als akut vom Aussterben bedroht und möglicherweise ausgestorben eingestuft. Jedoch wurde er im Jahr 2016 in Flüssen in Sri Lanka gesichtet, wo er innerhalb der letzten 30 Jahre selten, aber doch immer mal wieder gefunden wurde.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Karibischer Riffhai — 13. March 2017

Hai der Woche: Karibischer Riffhai

Obwohl es der häufigste riff-bewohnende Hai im Karibischen Meer ist, ist der Karibische Riffhai (Carcharhinus perezii) einer der am wenigsten untersuchten großen Requiemhaie. Er sieht seiner Schwesternart Schwarzhai sehr ähnlich, lebt aber ausschließlich auf oder in der Nähe von Korallenriffen im tropischen West-Atlantik von Florida bis zu Brasilien.

Carcharhinus perezi bahamas feeding
Karibischer Riffhai von Greg Grimes from Starkville, MS, USA – pic_0655, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Karibische Riffhaie sind nachtaktiv und können bei Tage in Höhlen oder auf dem Meeresgrund ruhend angetroffen werden (einstmals berühmt in Mexiko als “schlafende Haie”). Sie werden mit einer Länge von 1,5 bis 1,7 m (Männchen) oder um die 2 m (Weibchen) erwachsen und können maximal 3 m erreichen, was sie zu einem der größten apex predator im Riff-Ökosystem macht. Die Weibchen sind ovovivipar und bringen alle 2 Jahre 3 bis 6 61 bis 76 cm große lebende Junge zur Welt.

Trotz ihrer Größe sind Karibische Riffhaie normalerweise nicht aggressiv zu Tauchern, außer in Anwesenheit von Futter – Speerfischer können versehentlich gebissen werden (es gibt 4 registrierte, nicht provozierte, nicht tödliche Angriffe durch diese Art), aber manchmal auch Teilnehmer von Tauchtouren mit Ködern. Haie durch Füttern anzulocken ist ein kontroverses Nebenprodukt des Ökotourismus (und in Florida verboten). Dass der Hai Menschen mit Futter assoziiert (wie bei Bären) scheint nur ein Problem zu sein, wenn die Art normalerweise Säugetiere frisst (wie der Weiße Hai), aber die künstliche Konzentration von Räubern (wie im obigen Bild) und die verstärkte Entnahme von Fischen aus der Umwelt als Hai-Köder (anstatt Fischabfälle zu benutzen) könnten bedenklich sein. Touristen, aber auch Fotografen und Filmemachern Haie zu zeigen ist profitabler als sie zu töten – und bietet einen nachhaltigen Lebensunterhalt für Ex-Fischer in Zeiten der Überfischung. Ausgenommen natürlich, dass deren Kollegen dieses veränderte Verhalten der Haie ausnutzen, um sie alle einzufangen, nicht auf Film sondern an den Tausenden mit Köder versehenen Haken der Longlinen.

Denn Karibische Riffhaie wurden und werden per Longline und Stellnetz für ihr Fleisch, Haut, Kiefer, Flossen und Leberöl gezielt gefischt oder als Beifang gefangen, was in ihrem Status als potenziell gefährdet resultiert. Es ist die häufigste Haiart im Kolumbianischen Fischfang, aber geschützt in den USA, den Bahamas und einigen Meeresschutzgebieten in Brasilien. Illegale Fischerei und der Verfall des Lebensraumes (Korallenbleiche) sind weitere Gefahren. Karibische Riffhaie vor Florida sind mit gefährlich hohen Werten von Methyl-Quecksilber  gefunden worden – höher als in den FDA-Richtlinien jedenfalls, die EU-Richtlinien sind anders und erlauben (meiner Meinung nach unverständlicherweise) höhere Werte für größere Raubfischarten.

Quellen: hierhier und hier

 

Hai der Woche: Schwarzhai — 6. March 2017

Hai der Woche: Schwarzhai

Nachdem ich letzte Woche den Reisemuffel Atlantischen Ammenhai vorgestellt hatte, ist der Hai dieser Woche das Gegenteil: der Schwarzhai (Carcharhinus obscurus). Er kann weltweit in warmen Gewässern entlang der Küste (und auch im offenen Meer, Schiffen folgend) von Amerika, Australien und Afrika (und Teilen von Europa und Asien) gefunden werden. Er ist nomadisch und stark wandernd (auch wenn genetische Tests nahe legen, dass die Schwarzhaie vor Indonesien und Australien eigene Bestände bilden) und legt saisonbedingt (zwischen den Polen im Sommer und dem Äquator im Winter) bis zu 3 800 km zurück.

Obwohl er einer der größten Mitglieder der Requienhaie ist (er erreicht durchschnittlich 3,2 m und maximal 4,2 m Länge) und einen (für alle getesteten Haie größten) punktuellen Beißdruck an der Zahnspitze von 60 kg hat (wie menschliche Bisse auch, nebenbei bemerkt), ist der Schwarzhai keine Gefahr für den Menschen (die sehr wenigen unprovozierten Angriffe, die dieser Art zugeschrieben wurden, beruhen höchstwahrscheinlich auf Verwechselungen).

Als apex predators sind Schwarzhaie eine der am langsamsten wachsenden und am spätesten erwachsen werdenden Haiarten, sie werden erst mit ungefähr 20 Jahren erwachsen. Weibliche Schwarzhaie sind ovovivipar und bringen höchstens alle 3 Jahre Würfe von 6 bis 12 Jungen zur Welt. Dabei nutzen sie flache Uferbereiche als Kinderstuben, weil heranwachsende Schwarzhaie (im Gegensatz zu ihren Eltern) sehr wohl natürliche Feinde haben, nämlich andere große Haie. Vor KwaZulu-Natal (Südafrika) hat die Nutzung von Hai-Netzen zum Schutz der Strände die Bestände dieser großen Räuber reduziert, was zum dramatischen Anstieg der Zahlen von heranwachsenden Schwarzhaien führte (ein Phänomen, dass “predator release” genannt wird). Diese jungen Haie wiederum haben die Bestände an kleinen Fischen drastisch verringert und Monokulturen von kleinen Schwarzhaien verursacht.

Nichtsdestotrotz werden Schwarzhaie, wegen ihrer sehr geringen Vermehrungsrate (was sie zu einer der empfindlichsten Wirbeltiere macht) und großem Fischereidruck, weltweit als gefährdet und im nordwestlichen und westlichen Zentralatlantik als stark gefährdet angesehen. Sie werden für ihre wertvollen Flossen, ihr Fleisch, Leberöl und Haut gejagt und haben eine große Sterberate, wenn sie als Beifang versehentlich gefangen werden.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Atlantischer Ammenhai — 27. February 2017

Hai der Woche: Atlantischer Ammenhai

Wusstest Du, dass der Atlantischer Ammenhai (Ginglymostoma cirratum) den niedrigsten Stoffwechsel von allen Haien hat? Er benötigt nur 18% der Energie des lebhaften Kurzflossen-Makos – beim Schwimmen. Wenn er überhaupt schwimmt. Er ist nachtaktiv und verbringt die Tage faul an seinen Ruheplätzen, gemeinsam und manchmal auf vielen anderen Ammenhaien.

In flachen tropischen und subtropischen Küstengewässern lebend sind Ammenhaie bodenbewohnend mit zwei fleischigen Barteln am Unterkiefer (chemosensorische Organe, die dabei helfen, im Bodengrund versteckte Beute zu finden). Oder sie formen mit ihrem Körper nachgemachte Höhlen für ihre Beute. Diese wird dann wie mit einem Staubsauger eingesaugt. Wegen ihrer sparsamen Lebensweise essen sie nicht viel – gefangene Haie hatten in den meisten Fällen nichts in ihren Mägen.

Atlantische Ammenhaie sind von bräunlicher Farbe und erreichen 2,2 bis 3 m Länge, wobei Weibchen größer als Männchen sind. Sie sind ovovivipar und bringen alle zwei Jahre 21–29 lebende Junge zur Welt. Wie bei Hunden fanden Wissenschaftler in einem Wurf die DNA von bis zu 4 Vätern. Ammenhaie besuchen die gleichen Kinderstuben und Paarungsgebiete und Ruheplätze in der Nähe ihr ganzes Leben lang (starke Standort-Treue genannt), was sie zu Reisemuffeln macht. Sie sind scheu und gutmütig und trotz ihrer Größe keine Gefahr für den Menschen, aber wenn provoziert können sie beißen und sind wegen der Saugkraft schwer zu entfernen.

Es scheint, dass die Pazifische Unterpopulation des Ammenhaies eine eigene Art bildet (Pazifischer Ammenhai genannt), was den Atlantischen Ammenhai auf Atlantische Gewässer begrenzt (deshalb der neue Name). Weil er nicht wandert, würde es mich nicht wundern, wenn sich auch die Ost-Atlantische Unterpopulation als eine eigene Art herausstellen würde. Durch die IUCN wird die West-Atlantische Unterpopulation als potenziell gefährdet angesehen und sogar gefährdet vor der Küste Süd-Amerikas. Er wird in manchen Gebieten vor Brasilien als lokal ausgestorben gemeldet. Atlantische Ammenhaie werden für ihr Leber-Öl, Flossen, Fleisch und Haut gejagt, Jungtiere auch für kommerzielle und private Aquarien (trotz ihrer Endgröße). Wenn sie zufällig als Beifang gefangen werden, ist die Überlebensrate hoch, wenn sie wieder ins Wasser zurückgeworfen werden. Die Zerstörung ihres Lebensraums bringt ihre Kinderstuben in Gefahr und erfordert zusätzliche Schutzmaßnahmen (wie in den Florida Keys).

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Fleckzahnhai — 6. February 2017

Hai der Woche: Fleckzahnhai

Manche Haiarten scheinen Reisemuffel zu sein, wie der Fleckzahnhai (carcharhinus sorrah). Taggingstudien vor Nordaustralien haben gezeigt, dass 49% der Haie innerhalb von 50 km von ihrem Markierungsort wieder gefangen wurden. Aber sogar einige von ihnen scheint das Fernweh zu packen – wie der eine Hai, der 1 116 km entfernt gefangen wurde.

Carcharhinus sorrah phuket.JPG
Carcharhinus sorrah by Tassapon KRAJANGDARA – http://www.fishbase.us/photos/thumbnailssummary.php?ID=884#, CC BY 3.0, Link

Der Fleckzahnhai ist eine sehr verbreitete Art der Requiemhaie und wird bis zu 1,6 m lang. Er lebt in getrennten Populationen auf Festlands- und Inselsockeln im tropischen Indo-Pazifik von der Küste Ostafrikas, Madagaskar und dem Roten Meer bis zu Indien, Malaysia, China, Indonesien, den Philippinen und Nordaustralien. Weibliche Haie sind mit 2 bis 3 Jahren ausgewachsen und bringen einmal im Jahr einen Wurf von 1 bis 8 50 cm großen Jungen (ovovivipar) in Kinderstuben in flachen Küstengebieten zur Welt. Fleckzahnhaie leben bis zu 5 Jahre (Männchen) oder 7 Jahre (Weibchen).

Fleckzahnhaie werden für ihr Fleisch, Flossen, Leber-Öl und Fischmehl gezielt gefangen, sind aber auch “genutzter Beifang”, das bedeutet dass sie nicht die Zielart waren, aber trotzdem verwendet werden (catch-as-catch-can) anstatt wieder über Bord geworfen zu werden (was sie als Nicht-Tiefsee-Art überleben könnten). Sie sind unter den am meisten produktiven Haiarten wegen ihres schnellen Wachstums, ihrer frühen Reife und der relativ hohen Fruchtbarkeit.Ungeachtet dessen hält die   IUCN diesen Hai für potenziell gefährdet. Warum?
Ihre Kinderstuben werden extrem stark befischt (oft im illegalen Maschenweiten) und werden auch durch Zerstörung und Verschmutzung in Mitleidenschaft gezogen. Fleckzahnhaie leiden an Überfischung in vielen Teilen ihres Lebensraumes. Nur die relativ gut verwaltete nordaustralische Fischerei scheint eine Ausnahme zu sein. Aber es gibt zunehmend illegale, ungemeldete und unregulierte (illegal, unreported and unregulated = IUU) Fischfangaktivitäten in nordaustralischen Gewässern, meist von Indonesischen Fischern, von denen die Mehrheit auf Haifang geht.

Quellen: hier und hier

 

Recreational Shark Fishing – HowStuffWorks | Hobby-Haiangeln – HowStuffWorks — 14. December 2016