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Hai der Woche: Dolchnasenhai — 14. August 2017

Hai der Woche: Dolchnasenhai

Die Gattung Isogomphodon der Requiemhaie besteht aus nur einer lebenden Art, aber es scheint so, als ob der Dolchnasenhai (Isogomphodon oxyrhynchus), bekannt seit 1839, bald das Schicksal seiner ausgestorbenen Schwesternart Isogomphodon acuarius teilen wird.

Systematische Beschreibung der Plagiostomen (Plate 15) BHL6353140.jpg
Von Henle, Jacob; Müller, Johannes – http://www.biodiversitylibrary.org/pageimage/6353140, Gemeinfrei, Link

Weibliche Dolchnasenhaie sind vivipar (Plazentaverbindung, nachdem der Dottersack des Embryos aufgebraucht ist) und bringen alle 2 Jahre 2 bis 8 lebende Junge in Kinderstuben zur Welt. Neugeborenen Haie sind 38 bis 43 cm lang. Männchen werden mit 5–6 Jahren und Weibchen mit 6–7 Jahren erwachsen und erreichen bis zu 12 Jahre und 1,4 m (Männchen) bzw. 20 Jahre und 1,6 m (Weibchen).

Der Dolchnasenhai lebt ausschließlich in Küstengewässern (nicht Flüssen, weil er Süßwasser nicht verträgt) des Westatlantik vor der Küste von Trinidad, Guyana, Suriname, Französisch-Guyana und dem nördlichen Brasilien. Er ist hoch-spezialisiert (winzige Augen, aber eine vergrößerte Schnauze um richtig die Elektro-Rezeption zu nutzen, viele schmale spitze Zähne -die meisten Zähne aller Requiemhaie- um eine Reuse zu bilden), um kleine Schwarmfische in trübem Wasser zu fangen. Weil die Menschen die gleichen Fische aufs Korn nehmen, zieht der Hai den Kürzeren – als Beifang in Treibnetzen (aber auch durch gezielte Haifisch-Fischerei) gefangen, wird er als Ergebnis durch die IUCN seit 2006 als akut vom Aussterben bedroht eingestuft. Zwischen 1992 und 2002 hat er einen sehr großen Bestandsrückgang erfahren (was sich in mehr als 90% weniger Fängen zeigt), und mehr noch, hauptsächlich heranwachsende Haie wurden in den Netzen gefunden. Und es kann seitdem noch schlimmer geworden sein. Es gibt einfach keine neuen Daten zu Dolchnasenhaien, nicht mangels Mühe sondern Exemplaren, was bedeutet, dass (obwohl sie seit 2006 in Brasilien gesetzlich geschützt sind, was aber nicht viel nützt wenn es nicht durchgesetzt wird) ihre Fortpflanzung zusammenbricht und sie auf der Schwelle zum Aussterben sind.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Schwarznasenhai — 31. July 2017

Hai der Woche: Schwarznasenhai

Der Schwarznasenhai (Carcharhinus acronotus) ist ein kleiner (bis zu 1,3 m langer) Requiemhai. Sein Name bezieht sich auf einen schwarzen Fleck auf der Nase von heranwachsenden Haien.

Carcharhinus acronotus noaa.jpg
Carcharhinus acronotus by NOAA – http://www.noaanews.noaa.gov/stories2009/20090724_sharks.html, Public Domain, Link

Schwarznasenhaie leben in tropischen oder warmen Küstengewässern des westlichen Atlantik vom Süden der USA, durch den Golf von Mexico und die Karibik den ganzen Weg bis zum südlichen Brasilien. Es gibt eine Trennung per Alter und Geschlecht: Heranwachsende werden typischerweise in flacherem Wasser gefunden, während Erwachsene in größeren Tiefen zu Hause sind. Sie sind bekannt dafür, große Schulen zu bilden.

Schwarznasenhaie erreichen ein maximales Alter von 10-16 Jahren für Weibchen und 4,5-9 Jahren für Männchen. Beide werden mit 2 Jahren erwachsen und wachsen relativ schnell. Die Vermehrung ist vivipar mit einer Dottersack-Plazenta. Nach einer Tragzeit von 8-11 Monaten werden 3-6 38 bis 50 cm große Junge jährlich (Golf von Mexico) oder alle 2 Jahre (Nordwestlicher Atlantik) in flachen Kinderstuben wie Buchten oder Mangroven-Sümpfen, z.B. Bulls Bay, South Carolina (U.S.), geboren.

Schwarznasenhaie werden kommerziell gefischt (als Ziel und als Beifang), aber auch beim Sportangeln als game-fish – weil sie für ordentliche Kämpfer gehalten werden. Diese Art wird von der IUCN global als potentiell gefährdet angesehen und profitiert (gemeinsam mit anderen kleinen Küstenhaien) in der USA von Schutzmaßnahmen. Obwohl von hohem Fischereidruck betroffen, scheint der Schwarznasenhai in Brasilien nicht in Gefahr zu sein (weil genug erwachsene Haie zu finden sind), aber es gibt noch nicht hinreichend viele Daten. In der Karibik genauso.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Feinzahnhai — 10. July 2017

Hai der Woche: Feinzahnhai

Ein weiterer Hai mit einem Namen, der keine Zweifel nach dem Grund lässt, ist der Feinzahnhai (Carcharhinus isodon). Benannt nach den fast gleichförmigen, eher schmalen Zähnen im Unter- und Oberkiefer (isodon = „Gleichzahn“), heißt er auch im Englischen Finetooth shark, Eventooth Shark oder Smoothtooth Shark, im Französischen Requin à Petites Dents und im Spanischen Galana Dientefino oder Tiburón Dentiliso (warum er aber auch Night Shark oder Tiburón de Noche = Nachthai heißt weiß ich nicht).

Carcharhinus isodon in net.JPG
Von National Observer Program, NMFS/SEFSC – http://www.st.nmfs.noaa.gov/observer-home/about-nop/activities/index, Gemeinfrei, Link

Der Feinzahnhai bewohnt extrem seichte Küstengewässer (nicht tiefer als 10 m im Sommer and 20 m im Winter) des nordwestlichen Atlantik, Golf von Mexico und südwestlichen Atlantik (vor Brasilien) in getrennten Populationen. Er soll früher auch in Flüsse gewandert sein, die aber heutzutage fast alle durch Dämme versperrt sind. Das ist ein Problem, weil die Weibchen spezielle Kinderstuben in Ufernähe aufsuchen. Dort bringen sie alle 2 Jahre nach einer 12 monatigen Tragzeit 2 bis 6 lebende, 48–64 cm große Junge zur Welt. Feinzahnhaie sind wie alle Arten der Familie Requiemhaie ovivipar, das heißt, der Embryo schlüpft im Mutterleib aus dem Ei und wird lebend geboren. Zusätzlich aber entwickelt sich aus den Resten des Dottensacks eine Plazenta-Verbindung zur Mutter, wenn die sich entwickelnden Embryos nach 15 Wochen ihren Vorrat an Dotter aufgebraucht haben (vivipar).

Obwohl er eine Maximallänge von 1,9 m erreichen kann (im Durchschnitt aber nur 1,6 m -Männchen- und 1,7 m -Weibchen-) ist der Feinzahnhai keine Gefahr für dem Menschen. Er zappelt jedoch und beißt um sich, wenn er gefangen wird. Er wird mit einer Länge von ungefähr 1 m erwachsen (mit 4-5 Jahren als Männchen und 5-6 Jahren als Weibchen, die generell langsamer wachsen) und hat eine Lebenserwartung von 9 Jahren -Männchen- bzw. 14 Jahre -Weibchen.

Der Feinzahnhai ist an der Küste der USA bekannt dafür, saisonal in den Süden zu ziehen (nämlich wenn die Oberflächen-Wassertemperatur unter 20°C fällt). Er jagt in großen Schulen kleine Fische. Er ist anfällig für die Zerstörung seines Lebensraums (vor allem der Kinderstuben) und für Überfischung (als Beifang, aber auch gezielt), wird aber trotz seiner geringen Fruchtbarkeit als nicht gefährdet eingestuft – zumindest in der Nordhalbkugel, vor Brasilien jedoch gibt es eine viel schlechter beaufsichtigte Fischerei, die schon andere Haiarten an den Rand der Ausrottung gebracht hat.

Quellen: hier, hier und hier

 

Hai der Woche: Weißwangenhai — 3. July 2017

Hai der Woche: Weißwangenhai

Wenn Du das Video anschaust, scheint der Name des Weißwangenhaies (Carcharhinus dussumieri) passend zu sein (ich weiß nichts über den Grund für den anderen englischen Namen Widemouth Blackspot shark = Weitmund-Schwarzpunkt-Hai).

Weißwangenhaie sind, wie alle Requiemhaie, ovovivipar mit durchschnittlich 2, um die 38 cm großen Jungen jährlich. Sowohl Männchen als auch Weibchen werden mit einer Länge von ca. 70 cm erwachsen und erreichen maximal 100 cm. Erst im Jahr 2012 wurde herausgefunden, dass Haie der Art Carcharhinus tjutjot nicht jugendliche Weißwangenhaie sind (wie es seit 1982 geglaubt wurde), sondern eine eigene Art.

In Küstengewässern des Indo-Pazifik lebend, wird der Weißwangenhai normalerweise als Beifang und nicht als Zielart gefischt, steht aber trotzdem in mehreren asiatischen Gebieten vor dem Aussterben. Jedoch ein relativ großer und ziemlich stabiler Bestand in Nord-Australien, wo sie einen gleichbleibenden Anteil von 2-3% des Schleppnetz-Fanges (nach Biomasse) ausmacht, rettet diese Art – dadurch wird sie nur als potenziell gefährdet von der IUCN angesehen.

Quellen: hier und hier

 

Hai der Woche: Graziler Hai — 19. June 2017

Hai der Woche: Graziler Hai

Die Gründe für Hai-Namen sind manchmal mysteriös. Ein Beispiel ist der Grazile Hai (Carcharhinus amblyrhynchoides), der in vielen Sprachen einen ähnlichen Namen hat. Aber diese rare Art von Requiemhaien, die in Küstengewässern des tropischen Indo-Pazifik vom Golf von Aden bis zum nördlichen Australien lebt, ist nicht grazil sondern eher rundlich.

Carcharhinus amblyrhynchoides phuket.JPG
Von Tassapon KRAJANGDARA – http://www.fishbase.us/photos/thumbnailssummary.php?ID=860#, CC BY 3.0, Link

Mit einer Größe von bis zu 1,70 m ist der Grazile Hai potentiell gefährlich, aber er wurde für keine Haiangriffe verantwortlich gemacht. Er ist vivipar, und Weibchen bringen jedes Jahr Würfe von bis zu 9 lebenden Jungen (im Durchschnitt 3) nach einer 9- bis 10-monatigen Tragzeit zur Welt. Wenn die sich entwickelnden Embryos ihren Vorrat an Dotter aufgebraucht haben, entwickelt sich aus den Resten des Dottensacks eine Plazenta-Verbindung zur Mutter.

Der Grazile Hai wird regelmäßig als Beifang in kommerziellen Fischereien gefangen und für sein Fleisch, Leberöl and Flossen genutzt. Im nördlichen Australien macht er 1,5% des Haifangs in Treibnetzen und 0,2% an Longlinen aus. Trotzdem wird er nur als potenziell gefährdet von der IUCN eingeschätzt.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Kleiner Gefleckter Wobbegong — 22. May 2017

Hai der Woche: Kleiner Gefleckter Wobbegong

Letzte Woche stellte ich eine der größten Wobbegong-Arten vor – nun eine der kleinsten: der Kleine Gefleckte Wobbegong oder Kleiner Gefleckter Teppichhai (Orectolobus parvimaculatus).

A Dwarf Spotted Wobbegong, Orectolobus parvimaculatus. Source: CSIRO National Fish Collection. License: CC BY Attribution

Vor dem Jahr 2008 wurden Haie dieser Art als jugendliche Gefleckte Teppichhaie, -englisch Spotted wobbegong- (Orectolobus maculatus) angesehen. Nun ist es eine separate Art, deren Name (ziemlich einfallslos) nicht anders als kleiner (d.h. Zwerg-) Gefleckter Teppichhai bedeutet – sowohl in Deutsch, Englisch (dwarf spotted wobbegong) als auch in Latein.

Wie fast alle Wobbegongs lebt der Kleine Gefleckte Wobbegong vor Australien in Tiefen von 9 bis 135 m. Während sein großer Bruder, der Gefleckte Wobbegong, eine Länge von 3 m erreichen kann, wird der kleine Bruder nur 94,3 cm lang. Wie alle Wobbegongs ist er ein nachtaktiver, bodenbewohnender Lauerjäger und ovovivipar.

Wegen seiner Größe wird der Kleine Gefleckte Wobbegong nicht direkt gezielt gefischt, aber doch als Beifang gefangen (in Treibnetz- und Longline-Fischereien und Langusten-Fallen), wo sie normalerweise überleben, nachdem sie weggeworfen wurden.

Quellen: hier und hier

 

Hai der Woche: Gebänderter Teppichhai — 15. May 2017

Hai der Woche: Gebänderter Teppichhai

Wobbegongs (oder Teppichhaie) sind bekannt dafür, dass sie beißen und nicht wieder loslassen, wenn sie provoziert oder gestört werden. Die ISAF meldet 32 unprovozierte Angriffe durch Arten dieser Familie, aber dieser Bericht gibt sogar eine Zahl von 51 unprovozierte Angriffen nur vor Australien an (wie in Tabelle 3 gezeigt, ist der Begriff “Angriff” ein bisschen übertrieben, da sogar nahe Begegnungen als solche zählen, aber Wobbegongs sind berüchtigt fürs Beißen). Glücklicherweise werden alle außer 2 Wobbegong-Arten nur bis zu 1,25 m lang, aber es gibt auch größere, die du wirklich nicht von deinem Bein hängen haben willst.

Der Gebänderte Teppichhai (Orectolobus halei) wird bis zu 2,9 m lang und ist ein starker und flinker Lauerjäger, wenn er denn will.

Vorher mit dem wesentlich kleineren Doppelgänger Ornament-Teppichhai verwechselt, wurde der Gebänderte Teppichhai im Jahr 2006 wieder als Art bestätigt, und es wurde genetisch bewiesen, das er dichter mit dem gleich großen Gefleckten Teppichhai verwandt ist. Getarnt mit farbigen Hautmustern und Barteln sind alle Wobbegongs zum Lauerjäger prädestiniert. Sie leben am Boden und sind nachtaktiv.

Vor der südlichen Hälfte Australien in Tiefen von bis zu mindestens 195 m lebend, ist der Gebänderte Teppichhai ovovivipar. Wie alle Wobbegongs wird sein Fleisch für fish- and-chips und seine Haut für Leder verwendet. Durch Hobby- und kommerzielle Fischer aufs Korn genommen und als Beifang gefangen, wurde er seit 2009 von der IUCN als potentiell gefährdet angesehen (und regional als gefährdet in New South Wales). Aber Management- und Schutz-Anstrengungen zeigten Wirkung für diese Standort-treue Art, was im Jahr 2015 in einer Einstufung als nicht gefährdet resultierte.

Quellen: hierhier, hier und hier

Hai der Woche: Kurzflossen-Mako — 8. May 2017

Hai der Woche: Kurzflossen-Mako

Der offene Ozean ist eine Wüste. Du kannst dich nirgendwo verstecken, weder als Beute noch als Räuber. Und du musst jede Beute fangen, die du finden kannst, um nicht zu verhungern. Eine Überlebensstrategie von Fischen der offenen See ist Geschwindigkeit, und der Meister darin ist der Kurzflossen-Makohai (Isurus oxyrinchus). Als der schnellste Hai wird er normalerweise mit 50 km/h gestoppt, mit gelegentlichen Spurts von 74 km in der Stunde, um wirklich schnelle Beute zu fangen.

Isurus oxyrinchus by mark conlin2.JPG
By Mark Conlin, SWFSC Large Pelagics Program – http://swfsc.noaa.gov/ImageGallery/Default.aspx?moid=532, Public Domain, Link

Der Kurzflossen-Mako lebt in tropischen und warmen Gewässern weltweit. Er wandert sehr viel (wenngleich seasonal) – tagging bewies, dass ein Exemplar 2128 km in 37 Tagen schwamm, und ein anderer wanderte über 2776 km quer über den Pazifik (nebenbei: genetische Tests zeigen dass sie selten den Atlantik kreuzen). Sein spindelförmiger Körper, große Kiemen und riesiges Herz und ein Wärmetauscher genannt rete mirabile (Lateinisch für “wundervolles Netz”) wie der Lachshai, der es ermöglicht, die Körpertemperatur 7 bis 10 Grad Celsius wärmer als das umgebende Wasser zu halten, lassen ein hohes Level an Aktivität zu. Aber das bedeutet auch, dass der Hai täglich 3% seines Gewichts zu sich nehmen muss – in Fisch.

Wie jede andere Art aus der Familie Makrelenhaie ist der Kurzflossen-Mako ovovivipar. Würfe von 4 bis 25 lebenden Jungen werden nach einer Tragzeit von 15 bis 18 Monaten geboren, während der sie sich von Dotter und unbefruchteten Eiern ernähren (Oophagie). Es wird vermutet, dass Weibchen nach der Geburt für 18 Monate vor einer erneuten Befruchtung ruhen. Sie werden mit 17 bis 19 Jahren erwachsen, Männchen mit 7 bis 9. Kurzflossen-Makos werden wohl maximal 32 Jahre alt. Alles in allem haben Kurzflosen-Makos, wie alle apex predators, eine niedrige Vermehrungsrate.

Der Kurzflossen-Mako ist einer der populärsten Hai-Speisefische. Er ist ein bevorzugter Angelfisch (big game fishing) und berühmt für seinen Kampfgeist mit spektakulären Sprüngen aus dem Wasser von bis zu 6 m Höhe. Er wird auch kommerziell gefischt für sein Qualitäts-Fleisch (das, wie bei allen Apex-Predators, hohe Dosen an Methyl-Quecksilber enthält), Flossen (Haifischflossen-Suppe) und Leber-Öl (um Vitaminpräparate zu machen). Er ist einer der wenigen bekannten Schwertfisch-Jäger (diese wiederum kämpfen zurück und können ihn im Gegenzug verletzen und wahrscheinlich auch töten). Seine Vorliebe für kommerziell wichtige Fische (Speerfisch, Tunfisch und Makrelen, aber vor allem Blaufisch)  machen ihn auch zu einem häufigen Beifang-Fisch. Alles in allem betrachtet die IUCN den Kurzflossen-Mako als potentiell gefährdet  weltweit und im Mittelmeer, das eine bedeutende Kinderstube zu sein scheint, als akut vom Aussterben bedroht.

Trotz seiner Größe (im Durchschnitt 3,2 m lang, aber bis zu 4 m mit einem Gewicht von 1 000 kg), Geschwindigkeit und Kraft hat die ISAF nur einen unprovozierten tödlichen Angriff durch Kurzflossen-Makos in 5 Jahrhunderten aufgezeichnet. Diese engen Verwandten des Weißen Haies beißen Menschen nur, wenn sie provoziert werden (nach dem Gefangenwerden um ihr Leben kämpfend), aber können Boote oder Speer-Fischer angreifen, wenn sie sie als Nahrungskonkurrenten ansehen. Auf der Jagd verlassen sie sich nicht auf ihren Elektrorezeptions-Sinn, sondern auf Geruch, Gehör und vor allem Sehen. Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe, weil sie das größte Gehirn-Körper-Verhältnis von allen studierten Haien haben.

Quellen: hier, hier, hier und hier

Hai der Woche: Westlicher Teppichhai — 24. April 2017

Hai der Woche: Westlicher Teppichhai

Eine neue jedoch alte Haiart – wie geht das? Exemplare des Westlichen Teppichhais (Orectolobus hutchinsi) sind in Australien wohlbekannte Wobbegongs, aber die Art wurde nicht vor 2006 wissenschaftlich beschrieben.

Western Wobbegong, Orectolobus hutchinsi. Source: Barry Hutchins. License: All rights reserved

Der Westliche Teppichhai lebt in flachen Küstengewässern vor dem südwestlichen Australien. Er hat eine maximale Länge von 1,5 m und ist ovovivipar, wobei die Weibchen sich alle 2 oder 3 Jahre fortpflanzen und 18-29 Junge pro Wurf haben (mit einer Größe von 22 bis 26 cm). Wie alle Wobbegongs ist er gut getarnt mit symmetrischen Hautmustern (die ein wenig denen eines Jaguars ähneln) und ist ein träger Lauerjäger.

Obwohl Wobbegong-Fleisch in Australien Flake genannt und vor Ort für den menschlichen Verzehr per ‘fish and chip’ verkauft wird, werden Westliche Teppichhaie als zu klein angesehen und oftmals wieder lebendig freigelassen, wenn sie zufällig als Beifang gefangen werden. Wobbgongs sind zäh und ihre Überlebensrate nach dem Freilassen ist hoch. Als Standort-feste Art profitieren sie von Lebensraum-Schutzmaßnahmen und Meeresschutzgebieten (MPA), Seeparks und Naturschutzgebieten.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Augenflecken-Engelhai — 17. April 2017

Hai der Woche: Augenflecken-Engelhai

Wusstest Du, dass es einen Hai gibt der Schlamm frisst, um Gifte der Beutetiere zu neutralisieren? Der Augenflecken-Engelhai oder Ornaten-Engelhai (Squatina tergocellata) (auf Englisch auch Archbishop -Erzbischof- genannt) soll das tun.

Ornate Angelshark, Squatina tergocellata. Source: Australian National Fish Collection, CSIRO. License: CC BY Attribution-Noncommercial

Der Augenflecken-Engelhai lebt vor der süd-westlichen Küste von Australien in einer Tiefe von 130 bis 400 m (Erwachsene normalerweise um 300 m tief, Jungtiere höher). Da sie ovovivipar sind, bringen Weibchen 2 bis 9 lebende Junge alle 2 Jahre zur Welt, was eine niedrige Reproduktionsrate bedeutet.

Ornaten-Engelhaie sind bei der Geburt 33 bis 42 cm lang und werden mit einer Länge von 80 bis 90 cm erwachsen bei einer Maximal-Länge von 140 m. Wie alle Engelshaie ist der Augenflecken-Engelhai ein Lauerjäger.

Der Ornaten-Engelhai wird gewöhnlich als Beifang oder für sein Fleisch von Schleppnetz- und Longline-Fischereien gefangen. Aber wegen seinem tieferen Verbreitungsgebiet scheint er einigermaßen geschützt zu sein. Deshalb wird er von der IUCN als nicht gefährdet angesehen, anders als andere Engelhaie. Zusätzlich wurden in Australien allgemeine Verwaltungsmaßnahmen für die Fischerei ergriffen, und er gibt Meeresschutzgebiete durch das Commonwealth Marine Reserve Network.

Quellen: hier und hier