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Hai der Woche: Graziler Hai — 19. June 2017

Hai der Woche: Graziler Hai

Die Gründe für Hai-Namen sind manchmal mysteriös. Ein Beispiel ist der Grazile Hai (Carcharhinus amblyrhynchoides), der in vielen Sprachen einen ähnlichen Namen hat. Aber diese rare Art von Requiemhaien, die in Küstengewässern des tropischen Indo-Pazifik vom Golf von Aden bis zum nördlichen Australien lebt, ist nicht grazil sondern eher rundlich.

Carcharhinus amblyrhynchoides phuket.JPG
Von Tassapon KRAJANGDARA – http://www.fishbase.us/photos/thumbnailssummary.php?ID=860#, CC BY 3.0, Link

Mit einer Größe von bis zu 1,70 m ist der Grazile Hai potentiell gefährlich, aber er wurde für keine Haiangriffe verantwortlich gemacht. Er ist ovivipar, und Weibchen bringen jedes Jahr Würfe von bis zu 9 lebenden Jungen (im Durchschnitt 3) nach einer 9- bis 10-monatigen Tragzeit zur Welt. Wenn die sich entwickelnden Embryos ihren Vorrat an Dotter aufgebraucht haben, entwickelt sich aus den Resten des Dottensacks eine Plazenta-Verbindung zur Mutter.

Der Grazile Hai wird regelmäßig als Beifang in kommerziellen Fischereien gefangen und für sein Fleisch, Leberöl and Flossen genutzt. Im nördlichen Australien macht er 1,5% des Haifangs in Treibnetzen und 0,2% an Longlinen aus. Trotzdem wird er nur als potenziell gefährdet von der IUCN eingeschätzt.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Kleiner Gefleckter Wobbegong — 22. May 2017

Hai der Woche: Kleiner Gefleckter Wobbegong

Letzte Woche stellte ich eine der größten Wobbegong-Arten vor – nun eine der kleinsten: der Kleine Gefleckte Wobbegong oder Kleiner Gefleckter Teppichhai (Orectolobus parvimaculatus).

A Dwarf Spotted Wobbegong, Orectolobus parvimaculatus. Source: CSIRO National Fish Collection. License: CC BY Attribution

Vor dem Jahr 2008 wurden Haie dieser Art als jugendliche Gefleckte Teppichhaie, -englisch Spotted wobbegong- (Orectolobus maculatus) angesehen. Nun ist es eine separate Art, deren Name (ziemlich einfallslos) nicht anders als kleiner (d.h. Zwerg-) Gefleckter Teppichhai bedeutet – sowohl in Deutsch, Englisch (dwarf spotted wobbegong) als auch in Latein.

Wie fast alle Wobbegongs lebt der Kleine Gefleckte Wobbegong vor Australien in Tiefen von 9 bis 135 m. Während sein großer Bruder, der Gefleckte Wobbegong, eine Länge von 3 m erreichen kann, wird der kleine Bruder nur 94,3 cm lang. Wie alle Wobbegongs ist er ein nachtaktiver, bodenbewohnender Lauerjäger und ovovivipar.

Wegen seiner Größe wird der Kleine Gefleckte Wobbegong nicht direkt gezielt gefischt, aber doch als Beifang gefangen (in Treibnetz- und Longline-Fischereien und Langusten-Fallen), wo sie normalerweise überleben, nachdem sie weggeworfen wurden.

Quellen: hier und hier

 

Hai der Woche: Gebänderter Teppichhai — 15. May 2017

Hai der Woche: Gebänderter Teppichhai

Wobbegongs (oder Teppichhaie) sind bekannt dafür, dass sie beißen und nicht wieder loslassen, wenn sie provoziert oder gestört werden. Die ISAF meldet 32 unprovozierte Angriffe durch Arten dieser Familie, aber dieser Bericht gibt sogar eine Zahl von 51 unprovozierte Angriffen nur vor Australien an (wie in Tabelle 3 gezeigt, ist der Begriff “Angriff” ein bisschen übertrieben, da sogar nahe Begegnungen als solche zählen, aber Wobbegongs sind berüchtigt fürs Beißen). Glücklicherweise werden alle außer 2 Wobbegong-Arten nur bis zu 1,25 m lang, aber es gibt auch größere, die du wirklich nicht von deinem Bein hängen haben willst.

Der Gebänderte Teppichhai (Orectolobus halei) wird bis zu 2,9 m lang und ist ein starker und flinker Lauerjäger, wenn er denn will.

Vorher mit dem wesentlich kleineren Doppelgänger Ornament-Teppichhai verwechselt, wurde der Gebänderte Teppichhai im Jahr 2006 wieder als Art bestätigt, und es wurde genetisch bewiesen, das er dichter mit dem gleich großen Gefleckten Teppichhai verwandt ist. Getarnt mit farbigen Hautmustern und Barteln sind alle Wobbegongs zum Lauerjäger prädestiniert. Sie leben am Boden und sind nachtaktiv.

Vor der südlichen Hälfte Australien in Tiefen von bis zu mindestens 195 m lebend, ist der Gebänderte Teppichhai ovovivipar. Wie alle Wobbegongs wird sein Fleisch für fish- and-chips und seine Haut für Leder verwendet. Durch Hobby- und kommerzielle Fischer aufs Korn genommen und als Beifang gefangen, wurde er seit 2009 von der IUCN als potentiell gefährdet angesehen (und regional als gefährdet in New South Wales). Aber Management- und Schutz-Anstrengungen zeigten Wirkung für diese Standort-treue Art, was im Jahr 2015 in einer Einstufung als nicht gefährdet resultierte.

Quellen: hierhier, hier und hier

Hai der Woche: Kurzflossen-Mako — 8. May 2017

Hai der Woche: Kurzflossen-Mako

Der offene Ozean ist eine Wüste. Du kannst dich nirgendwo verstecken, weder als Beute noch als Räuber. Und du musst jede Beute fangen, die du finden kannst, um nicht zu verhungern. Eine Überlebensstrategie von Fischen der offenen See ist Geschwindigkeit, und der Meister darin ist der Kurzflossen-Makohai (Isurus oxyrinchus). Als der schnellste Hai wird er normalerweise mit 50 km/h gestoppt, mit gelegentlichen Spurts von 74 km in der Stunde, um wirklich schnelle Beute zu fangen.

Isurus oxyrinchus by mark conlin2.JPG
By Mark Conlin, SWFSC Large Pelagics Program – http://swfsc.noaa.gov/ImageGallery/Default.aspx?moid=532, Public Domain, Link

Der Kurzflossen-Mako lebt in tropischen und warmen Gewässern weltweit. Er wandert sehr viel (wenngleich seasonal) – tagging bewies, dass ein Exemplar 2128 km in 37 Tagen schwamm, und ein anderer wanderte über 2776 km quer über den Pazifik (nebenbei: genetische Tests zeigen dass sie selten den Atlantik kreuzen). Sein spindelförmiger Körper, große Kiemen und riesiges Herz und ein Wärmetauscher genannt rete mirabile (Lateinisch für “wundervolles Netz”) wie der Lachshai, der es ermöglicht, die Körpertemperatur 7 bis 10 Grad Celsius wärmer als das umgebende Wasser zu halten, lassen ein hohes Level an Aktivität zu. Aber das bedeutet auch, dass der Hai täglich 3% seines Gewichts zu sich nehmen muss – in Fisch.

Wie jede andere Art aus der Familie Makrelenhaie ist der Kurzflossen-Mako ovovivipar. Würfe von 4 bis 25 lebenden Jungen werden nach einer Tragzeit von 15 bis 18 Monaten geboren, während der sie sich von Dotter und unbefruchteten Eiern ernähren (Oophagie). Es wird vermutet, dass Weibchen nach der Geburt für 18 Monate vor einer erneuten Befruchtung ruhen. Sie werden mit 17 bis 19 Jahren erwachsen, Männchen mit 7 bis 9. Kurzflossen-Makos werden wohl maximal 32 Jahre alt. Alles in allem haben Kurzflosen-Makos, wie alle apex predators, eine niedrige Vermehrungsrate.

Der Kurzflossen-Mako ist einer der populärsten Hai-Speisefische. Er ist ein bevorzugter Angelfisch (big game fishing) und berühmt für seinen Kampfgeist mit spektakulären Sprüngen aus dem Wasser von bis zu 6 m Höhe. Er wird auch kommerziell gefischt für sein Qualitäts-Fleisch (das, wie bei allen Apex-Predators, hohe Dosen an Methyl-Quecksilber enthält), Flossen (Haifischflossen-Suppe) und Leber-Öl (um Vitaminpräparate zu machen). Er ist einer der wenigen bekannten Schwertfisch-Jäger (diese wiederum kämpfen zurück und können ihn im Gegenzug verletzen und wahrscheinlich auch töten). Seine Vorliebe für kommerziell wichtige Fische (Speerfisch, Tunfisch und Makrelen, aber vor allem Blaufisch)  machen ihn auch zu einem häufigen Beifang-Fisch. Alles in allem betrachtet die IUCN den Kurzflossen-Mako als potentiell gefährdet  weltweit und im Mittelmeer, das eine bedeutende Kinderstube zu sein scheint, als akut vom Aussterben bedroht.

Trotz seiner Größe (im Durchschnitt 3,2 m lang, aber bis zu 4 m mit einem Gewicht von 1 000 kg), Geschwindigkeit und Kraft hat die ISAF nur einen unprovozierten tödlichen Angriff durch Kurzflossen-Makos in 5 Jahrhunderten aufgezeichnet. Diese engen Verwandten des Weißen Haies beißen Menschen nur, wenn sie provoziert werden (nach dem Gefangenwerden um ihr Leben kämpfend), aber können Boote oder Speer-Fischer angreifen, wenn sie sie als Nahrungskonkurrenten ansehen. Auf der Jagd verlassen sie sich nicht auf ihren Elektrorezeptions-Sinn, sondern auf Geruch, Gehör und vor allem Sehen. Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe, weil sie das größte Gehirn-Körper-Verhältnis von allen studierten Haien haben.

Quellen: hier, hier, hier und hier

Hai der Woche: Westlicher Teppichhai — 24. April 2017

Hai der Woche: Westlicher Teppichhai

Eine neue jedoch alte Haiart – wie geht das? Exemplare des Westlichen Teppichhais (Orectolobus hutchinsi) sind in Australien wohlbekannte Wobbegongs, aber die Art wurde nicht vor 2006 wissenschaftlich beschrieben.

Western Wobbegong, Orectolobus hutchinsi. Source: Barry Hutchins. License: All rights reserved

Der Westliche Teppichhai lebt in flachen Küstengewässern vor dem südwestlichen Australien. Er hat eine maximale Länge von 1,5 m und ist ovovivipar, wobei die Weibchen sich alle 2 oder 3 Jahre fortpflanzen und 18-29 Junge pro Wurf haben (mit einer Größe von 22 bis 26 cm). Wie alle Wobbegongs ist er gut getarnt mit symmetrischen Hautmustern (die ein wenig denen eines Jaguars ähneln) und ist ein träger Lauerjäger.

Obwohl Wobbegong-Fleisch in Australien Flake genannt und vor Ort für den menschlichen Verzehr per ‘fish and chip’ verkauft wird, werden Westliche Teppichhaie als zu klein angesehen und oftmals wieder lebendig freigelassen, wenn sie zufällig als Beifang gefangen werden. Wobbgongs sind zäh und ihre Überlebensrate nach dem Freilassen ist hoch. Als Standort-feste Art profitieren sie von Lebensraum-Schutzmaßnahmen und Meeresschutzgebieten (MPA), Seeparks und Naturschutzgebieten.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Augenflecken-Engelhai — 17. April 2017

Hai der Woche: Augenflecken-Engelhai

Wusstest Du, dass es einen Hai gibt der Schlamm frisst, um Gifte der Beutetiere zu neutralisieren? Der Augenflecken-Engelhai oder Ornaten-Engelhai (Squatina tergocellata) (auf Englisch auch Archbishop -Erzbischof- genannt) soll das tun.

Ornate Angelshark, Squatina tergocellata. Source: Australian National Fish Collection, CSIRO. License: CC BY Attribution-Noncommercial

Der Augenflecken-Engelhai lebt vor der süd-westlichen Küste von Australien in einer Tiefe von 130 bis 400 m (Erwachsene normalerweise um 300 m tief, Jungtiere höher). Da sie ovovivipar sind, bringen Weibchen 2 bis 9 lebende Junge alle 2 Jahre zur Welt, was eine niedrige Reproduktionsrate bedeutet.

Ornaten-Engelhaie sind bei der Geburt 33 bis 42 cm lang und werden mit einer Länge von 80 bis 90 cm erwachsen bei einer Maximal-Länge von 140 m. Wie alle Engelshaie ist der Augenflecken-Engelhai ein Lauerjäger.

Der Ornaten-Engelhai wird gewöhnlich als Beifang oder für sein Fleisch von Schleppnetz- und Longline-Fischereien gefangen. Aber wegen seinem tieferen Verbreitungsgebiet scheint er einigermaßen geschützt zu sein. Deshalb wird er von der IUCN als nicht gefährdet angesehen, anders als andere Engelhaie. Zusätzlich wurden in Australien allgemeine Verwaltungsmaßnahmen für die Fischerei ergriffen, und er gibt Meeresschutzgebiete durch das Commonwealth Marine Reserve Network.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Zebra-Stierkopfhai — 27. March 2017

Hai der Woche: Zebra-Stierkopfhai

Einer von nur neun (möglicherweise zehn) Arten der Ordnung Heterodontiformes (oder Stierkopfhaie – Haie, die länger als fast alle anderen Haie auf der Erde sind: seit 200 Millionen Jahren) ist der Zebra-Stierkopfhai (Heterodontus zebra), im Englischen auch bekannt als Barred Bull-head Shark, Barred Shark, Bullhead Shark, Cat Shark, Little Shark, Striped Bullhead Shark, Striped Cat Shark, Zebra Horn Shark or Zebra Port Jackson Shark. Wie seine Schwestern, z.B. der Hornhai und Port-Jackson-Stierkopfhai, sieht er niedlich aus mit seiner schweineartigen Schnauze, dem kleinen gespitzten Mund und kleinen rundlichen Körper, aber er hat Dornen vor den zwei Rückenflossen.

Zebra bullhead shark Beijing Aquarium 17 Sep 2010.jpg
Von Jason QuinnEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Auf Kontinental- oder Insel-Sockeln im zentralen Indo-Pazifik vom nördlichen China und Japan zum nördlichen Australien lebend, ist der Zebra-Stierkopfhai meist in Tiefen geringer als 50 m zu finden. Er legt flache, spiralförmige Eikapseln mit kurzen Fäden an einem Ende (ovipar). Er wird als Beifang gefangen und kann auch durch schädliche Fischfang-Methoden (wie Fischen mit Zyanid oder Dynamit in Indonesien) innerhalb seines Lebensraums oder der Zerstörung desselben gefährdet sein.

Zebra-Stierkopfhaie haben ein charakteristisches und attraktives Farbmuster: Zebrastreifen in dunkelbraun oder schwarz (sogar rotbraun bei Jungtieren) auf einem weißen, hellgrauen oder hellbraunen Körper, und sie sind zwischen 15 cm (nach dem Schlüpfen) und 1,2 m lang. Das macht sie für Aquarienhaltung geeignet, aber das kleine (ungefähr 1,5 m im Durchmesser) zylindrische Becken im Bild scheint nur schwerlich angemessen. Ich hoffe nur, dass dieser Hai hart im Nehmen ist.

Quellen: hierhier und hier

Hai der Woche: Karibischer Riffhai — 13. March 2017

Hai der Woche: Karibischer Riffhai

Obwohl es der häufigste riff-bewohnende Hai im Karibischen Meer ist, ist der Karibische Riffhai (Carcharhinus perezii) einer der am wenigsten untersuchten großen Requiemhaie. Er sieht seiner Schwesternart Schwarzhai sehr ähnlich, lebt aber ausschließlich auf oder in der Nähe von Korallenriffen im tropischen West-Atlantik von Florida bis zu Brasilien.

Carcharhinus perezi bahamas feeding
Karibischer Riffhai von Greg Grimes from Starkville, MS, USA – pic_0655, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Karibische Riffhaie sind nachtaktiv und können bei Tage in Höhlen oder auf dem Meeresgrund ruhend angetroffen werden (einstmals berühmt in Mexiko als “schlafende Haie”). Sie werden mit einer Länge von 1,5 bis 1,7 m (Männchen) oder um die 2 m (Weibchen) erwachsen und können maximal 3 m erreichen, was sie zu einem der größten apex predator im Riff-Ökosystem macht. Die Weibchen sind ovovivipar und bringen alle 2 Jahre 3 bis 6 61 bis 76 cm große lebende Junge zur Welt.

Trotz ihrer Größe sind Karibische Riffhaie normalerweise nicht aggressiv zu Tauchern, außer in Anwesenheit von Futter – Speerfischer können versehentlich gebissen werden (es gibt 4 registrierte, nicht provozierte, nicht tödliche Angriffe durch diese Art), aber manchmal auch Teilnehmer von Tauchtouren mit Ködern. Haie durch Füttern anzulocken ist ein kontroverses Nebenprodukt des Ökotourismus (und in Florida verboten). Dass der Hai Menschen mit Futter assoziiert (wie bei Bären) scheint nur ein Problem zu sein, wenn die Art normalerweise Säugetiere frisst (wie der Weiße Hai), aber die künstliche Konzentration von Räubern (wie im obigen Bild) und die verstärkte Entnahme von Fischen aus der Umwelt als Hai-Köder (anstatt Fischabfälle zu benutzen) könnten bedenklich sein. Touristen, aber auch Fotografen und Filmemachern Haie zu zeigen ist profitabler als sie zu töten – und bietet einen nachhaltigen Lebensunterhalt für Ex-Fischer in Zeiten der Überfischung. Ausgenommen natürlich, dass deren Kollegen dieses veränderte Verhalten der Haie ausnutzen, um sie alle einzufangen, nicht auf Film sondern an den Tausenden mit Köder versehenen Haken der Longlinen.

Denn Karibische Riffhaie wurden und werden per Longline und Stellnetz für ihr Fleisch, Haut, Kiefer, Flossen und Leberöl gezielt gefischt oder als Beifang gefangen, was in ihrem Status als potenziell gefährdet resultiert. Es ist die häufigste Haiart im Kolumbianischen Fischfang, aber geschützt in den USA, den Bahamas und einigen Meeresschutzgebieten in Brasilien. Illegale Fischerei und der Verfall des Lebensraumes (Korallenbleiche) sind weitere Gefahren. Karibische Riffhaie vor Florida sind mit gefährlich hohen Werten von Methyl-Quecksilber  gefunden worden – höher als in den FDA-Richtlinien jedenfalls, die EU-Richtlinien sind anders und erlauben (meiner Meinung nach unverständlicherweise) höhere Werte für größere Raubfischarten.

Quellen: hierhier und hier

 

Hai der Woche: Schwarzhai — 6. March 2017

Hai der Woche: Schwarzhai

Nachdem ich letzte Woche den Reisemuffel Atlantischen Ammenhai vorgestellt hatte, ist der Hai dieser Woche das Gegenteil: der Schwarzhai (Carcharhinus obscurus). Er kann weltweit in warmen Gewässern entlang der Küste (und auch im offenen Meer, Schiffen folgend) von Amerika, Australien und Afrika (und Teilen von Europa und Asien) gefunden werden. Er ist nomadisch und stark wandernd (auch wenn genetische Tests nahe legen, dass die Schwarzhaie vor Indonesien und Australien eigene Bestände bilden) und legt saisonbedingt (zwischen den Polen im Sommer und dem Äquator im Winter) bis zu 3 800 km zurück.

Obwohl er einer der größten Mitglieder der Requienhaie ist (er erreicht durchschnittlich 3,2 m und maximal 4,2 m Länge) und einen (für alle getesteten Haie größten) punktuellen Beißdruck an der Zahnspitze von 60 kg hat (wie menschliche Bisse auch, nebenbei bemerkt), ist der Schwarzhai keine Gefahr für den Menschen (die sehr wenigen unprovozierten Angriffe, die dieser Art zugeschrieben wurden, beruhen höchstwahrscheinlich auf Verwechselungen).

Als apex predators sind Schwarzhaie eine der am langsamsten wachsenden und am spätesten erwachsen werdenden Haiarten, sie werden erst mit ungefähr 20 Jahren erwachsen. Weibliche Schwarzhaie sind ovovivipar und bringen höchstens alle 3 Jahre Würfe von 6 bis 12 Jungen zur Welt. Dabei nutzen sie flache Uferbereiche als Kinderstuben, weil heranwachsende Schwarzhaie (im Gegensatz zu ihren Eltern) sehr wohl natürliche Feinde haben, nämlich andere große Haie. Vor KwaZulu-Natal (Südafrika) hat die Nutzung von Hai-Netzen zum Schutz der Strände die Bestände dieser großen Räuber reduziert, was zum dramatischen Anstieg der Zahlen von heranwachsenden Schwarzhaien führte (ein Phänomen, dass “predator release” genannt wird). Diese jungen Haie wiederum haben die Bestände an kleinen Fischen drastisch verringert und Monokulturen von kleinen Schwarzhaien verursacht.

Nichtsdestotrotz werden Schwarzhaie, wegen ihrer sehr geringen Vermehrungsrate (was sie zu einer der empfindlichsten Wirbeltiere macht) und großem Fischereidruck, weltweit als gefährdet und im nordwestlichen und westlichen Zentralatlantik als stark gefährdet angesehen. Sie werden für ihre wertvollen Flossen, ihr Fleisch, Leberöl und Haut gejagt und haben eine große Sterberate, wenn sie als Beifang versehentlich gefangen werden.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Atlantischer Ammenhai — 27. February 2017

Hai der Woche: Atlantischer Ammenhai

Wusstest Du, dass der Atlantischer Ammenhai (Ginglymostoma cirratum) den niedrigsten Stoffwechsel von allen Haien hat? Er benötigt nur 18% der Energie des lebhaften Kurzflossen-Makos – beim Schwimmen. Wenn er überhaupt schwimmt. Er ist nachtaktiv und verbringt die Tage faul an seinen Ruheplätzen, gemeinsam und manchmal auf vielen anderen Ammenhaien.

In flachen tropischen und subtropischen Küstengewässern lebend sind Ammenhaie bodenbewohnend mit zwei fleischigen Barteln am Unterkiefer (chemosensorische Organe, die dabei helfen, im Bodengrund versteckte Beute zu finden). Oder sie formen mit ihrem Körper nachgemachte Höhlen für ihre Beute. Diese wird dann wie mit einem Staubsauger eingesaugt. Wegen ihrer sparsamen Lebensweise essen sie nicht viel – gefangene Haie hatten in den meisten Fällen nichts in ihren Mägen.

Atlantische Ammenhaie sind von bräunlicher Farbe und erreichen 2,2 bis 3 m Länge, wobei Weibchen größer als Männchen sind. Sie sind ovovivipar und bringen alle zwei Jahre 21–29 lebende Junge zur Welt. Wie bei Hunden fanden Wissenschaftler in einem Wurf die DNA von bis zu 4 Vätern. Ammenhaie besuchen die gleichen Kinderstuben und Paarungsgebiete und Ruheplätze in der Nähe ihr ganzes Leben lang (starke Standort-Treue genannt), was sie zu Reisemuffeln macht. Sie sind scheu und gutmütig und trotz ihrer Größe keine Gefahr für den Menschen, aber wenn provoziert können sie beißen und sind wegen der Saugkraft schwer zu entfernen.

Es scheint, dass die Pazifische Unterpopulation des Ammenhaies eine eigene Art bildet (Pazifischer Ammenhai genannt), was den Atlantischen Ammenhai auf Atlantische Gewässer begrenzt (deshalb der neue Name). Weil er nicht wandert, würde es mich nicht wundern, wenn sich auch die Ost-Atlantische Unterpopulation als eine eigene Art herausstellen würde. Durch die IUCN wird die West-Atlantische Unterpopulation als potenziell gefährdet angesehen und sogar gefährdet vor der Küste Süd-Amerikas. Er wird in manchen Gebieten vor Brasilien als lokal ausgestorben gemeldet. Atlantische Ammenhaie werden für ihr Leber-Öl, Flossen, Fleisch und Haut gejagt, Jungtiere auch für kommerzielle und private Aquarien (trotz ihrer Endgröße). Wenn sie zufällig als Beifang gefangen werden, ist die Überlebensrate hoch, wenn sie wieder ins Wasser zurückgeworfen werden. Die Zerstörung ihres Lebensraums bringt ihre Kinderstuben in Gefahr und erfordert zusätzliche Schutzmaßnahmen (wie in den Florida Keys).

Quellen: hier, hier und hier