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Hai der Woche: Schwarzspitzen-Riffhai — 16. October 2017

Hai der Woche: Schwarzspitzen-Riffhai

Der Schwarzspitzen-Riffhai (Carcharhinus melanopterus – abgeleitet von melas = schwarz und pteron = Flügel oder Flosse (siehe Pterosaurier)) ist ein weiterer Requiemhai, der in Korallenriffen lebt. Er bewohnt küstennahe Gewässer des tropischen und subtropischen Indo-Pazifik von Südafrika bis Hawaii (hat sogar das östliche Mittelmeer durch den menschengemachten Suez-Kanal besiedelt) und bevorzugt seichtere Gewässer als seine Kollegen Grauer Riffhai und Weißspitzen-Riffhai. Ihre Kinderstuben (die Weibchen sind vivipar und bringen lebende Junge zu Welt, nachdem sie diese mit Dotter und über eine Plazenta-Verbindung ernährt haben) können so flach sein, dass die Jungen mit ihrer Rückenflosse aus dem Wasser ragend schwimmen müssen und aussehen “wie eine Flotte von Mini-Segelbooten” (Zitat von hier).

An expanse of clear water and white sand, and several sharks swimming with their black-tipped dorsal fins protruding above the water
Carcharhinus melanopterus by Leon Brocard from London, UK – PIMG_2915, CC BY 2.0, Link

Nicht nur Junge bevorzugen es, aus Schutzgründen in Gruppen zu bleiben, auch erwachsene Schwarzspitzen-Riffhaie bilden stabile Gruppen für soziale Zwecke und zur Jagd. Ihre Beute sind Fische, Krustentiere, Weichtiere und Tintenfische, aber auch Land- und Seeschlangen und sogar Ratten und Vögel. Sie haben große Augen mit einer reflektierenden tapetum lucidum wie eine Katze, was andeutet, dass sie nachts exzellent jagen können.

Wegen ihres extrem kleinen Reviers und ihrer hohen Standort-Treue sind Schwarzspitzen-Riffhaie anfällig für die Zerstörung ihres Lebensraumes und Fischereidruck (nur als Beifang bei kommerziellen Fischereien, aber gezielt von Kleinfischern für ihr Fleisch, Leber-Öl und Flossen, und auch von Sportfischern und für den Aquarienhandel). Ihre kleinen Würfe (nur 2 bis 5 Junge) und lange Tragzeit (bis zu 16 Monate) sind auch keine Hilfe. Sie werden als “potentiell gefährdet” von der IUCN angesehen. Normalerweise sind sie scheu und trotz ihrer Größe (typischerweise bis zu 1,6 m) keine Gefahr für den Menschen, aber manchmal beißen sie die Beine oder Füße von Watern, die in ihren Bereich eindringen, oder von Speer-Fischern für ihren Fang.

Quellen: hier, hier und hier

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Hai der Woche: Silberspitzenhai — 2. October 2017

Hai der Woche: Silberspitzenhai

Der Silberspitzenhai (Carcharhinus albimarginatus), obwohl leicht erkennbar wegen seiner namensgebenden weißen Ränder an allen Flossen (auch an den Brustflossen, anders als alle anderen “Weißspitzen”-Haiarten), wird of mit seinem kleineren Bruder Grauer Riffhai verwechselt. Beides sind Requiemhaie und können über oder in der Nähe von Korallenriffen im tropischen Indischen oder Pazifischen Ozean gefunden werden. Sie sind bekannt dafür, gemischte Ansammlungen zu bilden, und legen beide (leicht verschiedene) rituelle Drohverhalten (treat display) an den Tag, um Bedrohungen (wie andere Haie oder Taucher) zu verjagen und ihre Privatzone zu schützen. Der Scheinangriff  eines bis zu 3 m großen Silberspitzenhai (wie hier beschrieben) erinnert mich an männliche Gorillas. Während es aggressiv erscheint, betrachte ich es doch als defensives Verhalten. Es ist bemerkenswert, dass sie lieber fliehen oder wegscheuchen anstatt anzugreifen, wobei sie wegen ihrer Größe meistens siegen würden.

0979 aquaimages.jpg
Silvertip shark, Image taken by Clark Anderson/Aquaimages – Originaly uploaded to the english wikipedia, Image:0979 aquaimages.jpg, CC BY-SA 2.5, Link

Wie alle anderen Requiemhaie sind Silberspitzenhaie vivipar. Weibchen bringen alle zwei Jahre Würfe von ungefähr 5 Jungen nach einer Tragzeit von ca. einem Jahr zur Welt. Sie wachsen langsam und sind mit ca. 2 m Länge nach 20 Jahren erwachsen.

Silberspitzenhaie werden in direkten Hai-Fischereien, als Beifang und durch illegale Praktiken (IUU) gefangen, meistens für ihre Flossen und ihr Fleisch, aber auch für Knorpel, Leber, Zähne, Kiefer und Haut. Das führt dazu, dass sie in Gebieten wie Scott Reef vor Nordaustralien durch Indonesische Fischer ausgerottet sind. Deshalb betrachtet die IUCN sie als “gefährdet“. Es gibt jedoch keine artspezifischen Schutzmaßnahmen.

Trotz ihres neugierigen und aggressiven Verhaltens (siehe oben) und obwohl sie in der Lage sind (wegen ihrer Zähne, Größe und Stärke), sich mit großer Beute anzulegen, sind Silberspitzenhaie nicht bekannt dafür Menschen anzugreifen. Die ISAF hat nur 4 provozierte, nicht-tödliche Angriffe unter dieser Art verzeichnet.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Großnasenhai — 18. September 2017

Hai der Woche: Großnasenhai

Es gibt Haie wie der Glattzahn-Schwarzspitzenhai von letzter Woche, die sehr selten sind. Es ist verständlich, dass über diese Arten nicht viele Daten verfügbar sind, und die IUCN entscheiden muss, ob sie deshalb als  gefährdet oder “nur” als mit ungenügender Datengrundlage angesehen werden.

Ein Taxon hat eine ungenügende Datengrundlage, wenn es ungenügende Informationen gibt, um eine direkte oder indirekte Einschätzung ihres Aussterberisikos aufgrund ihrer Verteilung oder ihres Bestands zu treffen. Ein Taxon in dieser Kategorie kann durchaus gut studiert sein oder eine wohlbekannte Biologie haben, aber es fehlt an geeigneten Daten über ihre Häufigkeit und/oder ihre Verteilung. Mit ungenügender Datengrundlage ist also keine Gefährdungskategorie. Die Einstufung von Taxa in dieser Kategorie zeigt an, dass mehr Informationen erforderlich sind, und räumt die Möglichkeit ein, dass zukünftige Forschung zeigen wird dass eine Gefährdungskategorie angemessen ist. Es ist wichtig, positiven Nutzen aus den wenigen vorhandenen Daten zu ziehen. In vielen Fällen sollte sehr sorgfältig zwischen einem DD und gefährdeten Status abgewogen werden. (Quelle)

Dann gibt es diese Art von Requiemhaien namens Großnasenhai (Carcharhinus altimus), die wohlbekannt und weltweit über dem äußeren Rand des Kontinentalsockels in tropischen und warmen Gewässern verbreitet ist, die auch als mit ungenügender Datengrundlage angesehen wird. Wie ist das möglich? Die IUCN vermutet, dass “das gesamte Fangvolumen, das zu ICCAT gemeldet wird, nicht der wirklichen totalen Entnahme dieses Haies entspricht, und dass die Daten auch sehr begrenzt sind in Bezug auf die Verteilung des Fanges nach Größe, Alter und Geschlecht der Haie.”

Der Großnasenhai ist, wie alle Requiemhaie, vivipar. Während der 10-monatigen Tragzeit werden die 3 bis 15 Embryos zuerst von Dotter und später von einer Plazenta-Verbindung ernährt. Sie können von zwei oder mehr Vätern stammen. Mit einer Länge von 70 bis 90 cm geboren, bleiben die jungen Haie erst mal in ihren Kinderstuben in Tiefen von ungefähr 25 m, aber im Allgemeinen bevorzugt der Großnasenhai tiefere Gewässer.

Bignose shark.jpg
Carcharhinus altimus by NOAA – http://www.oceanexplorer.noaa.gov/explorations/05coralbanks/logs/oct17/media/bignoseshark_600.html, Public Domain, Link

Großnasenhaie wandern sehr stark: saisonal (Distanzen zwischen 1 600 und 3 200 km), aber auch täglich in vertikaler Richtung. Am Tag dicht über dem Meeresgrund in 90 bis 430 m Tiefe schwimmend, bewegen sie sich nachts aufwärts oder näher zur Küste heran.

Männchen werden mit einer Länge von 2,2 m und Weibchen mit 2,3 m erwachsen. Diese Art kann möglicherweise bis zu 3 m lang werden. Trotz ihrer Größe sind Großnasenhaie keine Gefahr für den Menschen. Sie werden weltweit als Beifang der Stellnetz-, Grundschleppnetz- und Tiefsee-Longlinen-Fischerei gefangen und für ihr Fleisch und ihre Flossen oder zur Herstellung von Leber-Öl, Chagrin (Haifischleder) und Fischmehl genutzt. Durch den hohen Fischereidruck, zum Beispiel im nordwestlichen Atlantik (wo sie regional als potenziell gefährdet gelten) in internationalen Gewässern und um die Malediven herum, ist ihre Lage besorgniserregend, und Datensammlung und ein vorbeugendes und adaptives gemeinschaftliches Management sollte Priorität haben. Großnasenhaie werden regional in Australischen Gewässern als nicht gefährdet eingeschätzt, und sind in USA-Gewässern geschützt.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Speerzahnhai — 4. September 2017

Hai der Woche: Speerzahnhai

Der Speerzahnhai (Glyphis glyphis), auch als Bizant-Flusshai oder Queensland-Flusshai bekannt, ist ein Mitglied der Familie Requiemhaie. Wie der Gangeshai, lebt dieser Flusshai nicht nur in Flüssen sondern auch im Meer. Es scheint, dass Flüsse im nördlichen Australien und Neu-Guinea seine Kinderstuben sind, weil dort neugeborene und jugendliche Haie gefunden wurden. Sie bleiben mehrere Jahre dort (ändern ihren Standort nur je nach Gezeiten und Salzgehalt), aber vor 2015 wurden keine erwachsenen Exemplare gefunden. Nun weiß man, dass diese Art sich auch in Flüssen paart, aber auch in küstennahen Meeresgewässern lebt.

Speartooth shark melbourne.jpg
Speartooth shark by Bill Harrison from Wellington, New Zealand – Shark attack, CC BY 2.0, Link

Speerzahnhaie sind nach der Form ihrer Zähne im Unterkiefer benannt: sie scheinen mit einem Speer gekrönt zu sein. Weibchen sind vivipar (der Dottersack entwickelt sich zu einer Plazenta-Verbindung) und bringen alle 2 Jahre bis zu 6 lebende Junge zur Welt. Die Neugeborenen sind 50 bis 59 cm lang und wachsen ungefähr 19 cm im Jahr. Erwachsene Haie werden bis zu 2,6 m lang.

Trotz ihrer Größe sind Speerzahnhaie keine Gefahr für den Menschen. Sie sind extrem selten, werden aber unabsichtlich (als Beifang) von kommerziellen, handwerklichen und Freizeit-Fischern gefangen und leiden zusätzlich unter der Zerstörung ihrer Lebensraums. Folglich werden sie von der IUCN als Stark gefährdet angesehen. Sogar als Vom Aussterben bedroht im 1999 Commonwealth Environment Protection and Biodiversity Conservation Gesetz (aber weil Commonwealth-Schutz erst ab einem Abstand von 3 Nautischen Meilen vom Ufer entfernt gilt, was höchstwahrscheinlich außerhalb des Bereiches dieses Haies ist, nützt das nichts). Leider gibt es keinerlei Beschränkungen für den Fang dieser Art in Neu-Guinea, und in Australien muss ein Management-Plan erst noch beschlossen werden. In zwei Australischen Nationalparks sind sie etwas vor der Veränderung ihres Lebensraumes geschützt, aber nicht vor dem Gefangenwerden.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Dolchnasenhai — 14. August 2017

Hai der Woche: Dolchnasenhai

Die Gattung Isogomphodon der Requiemhaie besteht aus nur einer lebenden Art, aber es scheint so, als ob der Dolchnasenhai (Isogomphodon oxyrhynchus), bekannt seit 1839, bald das Schicksal seiner ausgestorbenen Schwesternart Isogomphodon acuarius teilen wird.

Systematische Beschreibung der Plagiostomen (Plate 15) BHL6353140.jpg
Von Henle, Jacob; Müller, Johannes – http://www.biodiversitylibrary.org/pageimage/6353140, Gemeinfrei, Link

Weibliche Dolchnasenhaie sind vivipar (Plazentaverbindung, nachdem der Dottersack des Embryos aufgebraucht ist) und bringen alle 2 Jahre 2 bis 8 lebende Junge in Kinderstuben zur Welt. Neugeborenen Haie sind 38 bis 43 cm lang. Männchen werden mit 5–6 Jahren und Weibchen mit 6–7 Jahren erwachsen und erreichen bis zu 12 Jahre und 1,4 m (Männchen) bzw. 20 Jahre und 1,6 m (Weibchen).

Der Dolchnasenhai lebt ausschließlich in Küstengewässern (nicht Flüssen, weil er Süßwasser nicht verträgt) des Westatlantik vor der Küste von Trinidad, Guyana, Suriname, Französisch-Guyana und dem nördlichen Brasilien. Er ist hoch-spezialisiert (winzige Augen, aber eine vergrößerte Schnauze um richtig die Elektro-Rezeption zu nutzen, viele schmale spitze Zähne -die meisten Zähne aller Requiemhaie- um eine Reuse zu bilden), um kleine Schwarmfische in trübem Wasser zu fangen. Weil die Menschen die gleichen Fische aufs Korn nehmen, zieht der Hai den Kürzeren – als Beifang in Treibnetzen (aber auch durch gezielte Haifisch-Fischerei) gefangen, wird er als Ergebnis durch die IUCN seit 2006 als akut vom Aussterben bedroht eingestuft. Zwischen 1992 und 2002 hat er einen sehr großen Bestandsrückgang erfahren (was sich in mehr als 90% weniger Fängen zeigt), und mehr noch, hauptsächlich heranwachsende Haie wurden in den Netzen gefunden. Und es kann seitdem noch schlimmer geworden sein. Es gibt einfach keine neuen Daten zu Dolchnasenhaien, nicht mangels Mühe sondern Exemplaren, was bedeutet, dass (obwohl sie seit 2006 in Brasilien gesetzlich geschützt sind, was aber nicht viel nützt wenn es nicht durchgesetzt wird) ihre Fortpflanzung zusammenbricht und sie auf der Schwelle zum Aussterben sind.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Schwarznasenhai — 31. July 2017

Hai der Woche: Schwarznasenhai

Der Schwarznasenhai (Carcharhinus acronotus) ist ein kleiner (bis zu 1,3 m langer) Requiemhai. Sein Name bezieht sich auf einen schwarzen Fleck auf der Nase von heranwachsenden Haien.

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Carcharhinus acronotus by NOAA – http://www.noaanews.noaa.gov/stories2009/20090724_sharks.html, Public Domain, Link

Schwarznasenhaie leben in tropischen oder warmen Küstengewässern des westlichen Atlantik vom Süden der USA, durch den Golf von Mexico und die Karibik den ganzen Weg bis zum südlichen Brasilien. Es gibt eine Trennung per Alter und Geschlecht: Heranwachsende werden typischerweise in flacherem Wasser gefunden, während Erwachsene in größeren Tiefen zu Hause sind. Sie sind bekannt dafür, große Schulen zu bilden.

Schwarznasenhaie erreichen ein maximales Alter von 10-16 Jahren für Weibchen und 4,5-9 Jahren für Männchen. Beide werden mit 2 Jahren erwachsen und wachsen relativ schnell. Die Vermehrung ist vivipar mit einer Dottersack-Plazenta. Nach einer Tragzeit von 8-11 Monaten werden 3-6 38 bis 50 cm große Junge jährlich (Golf von Mexico) oder alle 2 Jahre (Nordwestlicher Atlantik) in flachen Kinderstuben wie Buchten oder Mangroven-Sümpfen, z.B. Bulls Bay, South Carolina (U.S.), geboren.

Schwarznasenhaie werden kommerziell gefischt (als Ziel und als Beifang), aber auch beim Sportangeln als game-fish – weil sie für ordentliche Kämpfer gehalten werden. Diese Art wird von der IUCN global als potentiell gefährdet angesehen und profitiert (gemeinsam mit anderen kleinen Küstenhaien) in der USA von Schutzmaßnahmen. Obwohl von hohem Fischereidruck betroffen, scheint der Schwarznasenhai in Brasilien nicht in Gefahr zu sein (weil genug erwachsene Haie zu finden sind), aber es gibt noch nicht hinreichend viele Daten. In der Karibik genauso.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Feinzahnhai — 10. July 2017

Hai der Woche: Feinzahnhai

Ein weiterer Hai mit einem Namen, der keine Zweifel nach dem Grund lässt, ist der Feinzahnhai (Carcharhinus isodon). Benannt nach den fast gleichförmigen, eher schmalen Zähnen im Unter- und Oberkiefer (isodon = „Gleichzahn“), heißt er auch im Englischen Finetooth shark, Eventooth Shark oder Smoothtooth Shark, im Französischen Requin à Petites Dents und im Spanischen Galana Dientefino oder Tiburón Dentiliso (warum er aber auch Night Shark oder Tiburón de Noche = Nachthai heißt weiß ich nicht).

Carcharhinus isodon in net.JPG
Von National Observer Program, NMFS/SEFSC – http://www.st.nmfs.noaa.gov/observer-home/about-nop/activities/index, Gemeinfrei, Link

Der Feinzahnhai bewohnt extrem seichte Küstengewässer (nicht tiefer als 10 m im Sommer and 20 m im Winter) des nordwestlichen Atlantik, Golf von Mexico und südwestlichen Atlantik (vor Brasilien) in getrennten Populationen. Er soll früher auch in Flüsse gewandert sein, die aber heutzutage fast alle durch Dämme versperrt sind. Das ist ein Problem, weil die Weibchen spezielle Kinderstuben in Ufernähe aufsuchen. Dort bringen sie alle 2 Jahre nach einer 12 monatigen Tragzeit 2 bis 6 lebende, 48–64 cm große Junge zur Welt. Feinzahnhaie sind wie alle Arten der Familie Requiemhaie ovivipar, das heißt, der Embryo schlüpft im Mutterleib aus dem Ei und wird lebend geboren. Zusätzlich aber entwickelt sich aus den Resten des Dottensacks eine Plazenta-Verbindung zur Mutter, wenn die sich entwickelnden Embryos nach 15 Wochen ihren Vorrat an Dotter aufgebraucht haben (vivipar).

Obwohl er eine Maximallänge von 1,9 m erreichen kann (im Durchschnitt aber nur 1,6 m -Männchen- und 1,7 m -Weibchen-) ist der Feinzahnhai keine Gefahr für dem Menschen. Er zappelt jedoch und beißt um sich, wenn er gefangen wird. Er wird mit einer Länge von ungefähr 1 m erwachsen (mit 4-5 Jahren als Männchen und 5-6 Jahren als Weibchen, die generell langsamer wachsen) und hat eine Lebenserwartung von 9 Jahren -Männchen- bzw. 14 Jahre -Weibchen.

Der Feinzahnhai ist an der Küste der USA bekannt dafür, saisonal in den Süden zu ziehen (nämlich wenn die Oberflächen-Wassertemperatur unter 20°C fällt). Er jagt in großen Schulen kleine Fische. Er ist anfällig für die Zerstörung seines Lebensraums (vor allem der Kinderstuben) und für Überfischung (als Beifang, aber auch gezielt), wird aber trotz seiner geringen Fruchtbarkeit als nicht gefährdet eingestuft – zumindest in der Nordhalbkugel, vor Brasilien jedoch gibt es eine viel schlechter beaufsichtigte Fischerei, die schon andere Haiarten an den Rand der Ausrottung gebracht hat.

Quellen: hier, hier und hier

 

Hai der Woche: Weißwangenhai — 3. July 2017

Hai der Woche: Weißwangenhai

Wenn Du das Video anschaust, scheint der Name des Weißwangenhaies (Carcharhinus dussumieri) passend zu sein (ich weiß nichts über den Grund für den anderen englischen Namen Widemouth Blackspot shark = Weitmund-Schwarzpunkt-Hai).

Weißwangenhaie sind, wie alle Requiemhaie, ovovivipar mit durchschnittlich 2, um die 38 cm großen Jungen jährlich. Sowohl Männchen als auch Weibchen werden mit einer Länge von ca. 70 cm erwachsen und erreichen maximal 100 cm. Erst im Jahr 2012 wurde herausgefunden, dass Haie der Art Carcharhinus tjutjot nicht jugendliche Weißwangenhaie sind (wie es seit 1982 geglaubt wurde), sondern eine eigene Art.

In Küstengewässern des Indo-Pazifik lebend, wird der Weißwangenhai normalerweise als Beifang und nicht als Zielart gefischt, steht aber trotzdem in mehreren asiatischen Gebieten vor dem Aussterben. Jedoch ein relativ großer und ziemlich stabiler Bestand in Nord-Australien, wo sie einen gleichbleibenden Anteil von 2-3% des Schleppnetz-Fanges (nach Biomasse) ausmacht, rettet diese Art – dadurch wird sie nur als potenziell gefährdet von der IUCN angesehen.

Quellen: hier und hier

 

Hai der Woche: Graziler Hai — 19. June 2017

Hai der Woche: Graziler Hai

Die Gründe für Hai-Namen sind manchmal mysteriös. Ein Beispiel ist der Grazile Hai (Carcharhinus amblyrhynchoides), der in vielen Sprachen einen ähnlichen Namen hat. Aber diese rare Art von Requiemhaien, die in Küstengewässern des tropischen Indo-Pazifik vom Golf von Aden bis zum nördlichen Australien lebt, ist nicht grazil sondern eher rundlich.

Carcharhinus amblyrhynchoides phuket.JPG
Von Tassapon KRAJANGDARA – http://www.fishbase.us/photos/thumbnailssummary.php?ID=860#, CC BY 3.0, Link

Mit einer Größe von bis zu 1,70 m ist der Grazile Hai potentiell gefährlich, aber er wurde für keine Haiangriffe verantwortlich gemacht. Er ist vivipar, und Weibchen bringen jedes Jahr Würfe von bis zu 9 lebenden Jungen (im Durchschnitt 3) nach einer 9- bis 10-monatigen Tragzeit zur Welt. Wenn die sich entwickelnden Embryos ihren Vorrat an Dotter aufgebraucht haben, entwickelt sich aus den Resten des Dottensacks eine Plazenta-Verbindung zur Mutter.

Der Grazile Hai wird regelmäßig als Beifang in kommerziellen Fischereien gefangen und für sein Fleisch, Leberöl and Flossen genutzt. Im nördlichen Australien macht er 1,5% des Haifangs in Treibnetzen und 0,2% an Longlinen aus. Trotzdem wird er nur als potenziell gefährdet von der IUCN eingeschätzt.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Kleiner Gefleckter Wobbegong — 22. May 2017

Hai der Woche: Kleiner Gefleckter Wobbegong

Letzte Woche stellte ich eine der größten Wobbegong-Arten vor – nun eine der kleinsten: der Kleine Gefleckte Wobbegong oder Kleiner Gefleckter Teppichhai (Orectolobus parvimaculatus).

A Dwarf Spotted Wobbegong, Orectolobus parvimaculatus. Source: CSIRO National Fish Collection. License: CC BY Attribution

Vor dem Jahr 2008 wurden Haie dieser Art als jugendliche Gefleckte Teppichhaie, -englisch Spotted wobbegong- (Orectolobus maculatus) angesehen. Nun ist es eine separate Art, deren Name (ziemlich einfallslos) nicht anders als kleiner (d.h. Zwerg-) Gefleckter Teppichhai bedeutet – sowohl in Deutsch, Englisch (dwarf spotted wobbegong) als auch in Latein.

Wie fast alle Wobbegongs lebt der Kleine Gefleckte Wobbegong vor Australien in Tiefen von 9 bis 135 m. Während sein großer Bruder, der Gefleckte Wobbegong, eine Länge von 3 m erreichen kann, wird der kleine Bruder nur 94,3 cm lang. Wie alle Wobbegongs ist er ein nachtaktiver, bodenbewohnender Lauerjäger und ovovivipar.

Wegen seiner Größe wird der Kleine Gefleckte Wobbegong nicht direkt gezielt gefischt, aber doch als Beifang gefangen (in Treibnetz- und Longline-Fischereien und Langusten-Fallen), wo sie normalerweise überleben, nachdem sie weggeworfen wurden.

Quellen: hier und hier