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Let's save our blue planet by saving the ocean. Every little step counts.

6 tolle Verbote von Plastik weltweit – und Deutschland? — 11. August 2016

6 tolle Verbote von Plastik weltweit – und Deutschland?

Gute Nachrichten! Plastikverbote in der ganzen Welt kamen in letzter Zeit in die Schlagzeilen. Von der USA bis zu Indien und Marokko nehmen sich Regierungen des Problems der Plastikmüll-Verschmutzung an und beschließen komplette Verbote von Plastik oder von bestimmten Sorten wie Polystyrol.

Quelle: 6 amazing plastic bans from around the world

In Europa versuchen wir auch, Plastikmüll zu reduzieren, um die Meere vor Vermüllung zu schützen. Insbesondere die bunten Kunststoff-Einkaufsbeutel, die einem die Kassierer kostenlos hinterher werfen. Jeder Europäer nutzt 200 davon pro Jahr, die meisten nur einmal. Aber weil die EU es ihren Mitgliedern überlässt, wie sie es tun, greift Deutschland auf seine Standardmethoden zurück: freiwillige Selbstverpflichtung der Firmen (das heißt sie machen ein unverbindliches Versprechen, um ein Gesetz zu verhindern) und Geld. Anstatt diese Beutel zu verbieten, kann der Kunde sie weiter nutzen, muss sie aber in manchen Läden erstmal kaufen. Viele Märkte bieten auch textile Einkaufsbeutel an, aber die sind teurer. Was wird wohl passieren?

Ich befürchte, es wird enden wie mit den Plastikflaschen: Anstatt Einweg-Flaschen zu verbieten hat Deutschland einen Pfand auf sie gelegt, genau wie auf die Mehrwegflaschen. Und was passierte? Die Mehrweg-Quote sank, natürlich. Viele Kunden unterscheiden nicht zwischen den beiden und kaufen lieber die leichte Einwegflasche als die schwerere Mehrwegflasche, wo doch sowieso alles das gleiche ist.

Mach den Schwur und nutze keine Kunststoff-Einkaufsbeutel mehr – mit der Zeit geht es in Fleisch und Blut über, seinen eigenen Beutel mitzunehmen (auch wenn man den Kassierer in seiner Routine unterbrechen muss um zu verhindern, einen weiteren Beutel zu bekommen). Und sei stolz auf jeden Wegwerf-Beutel, den Du nicht genutzt hast.

Jeder Schritt zählt.

Hai der Woche: Sofahai — 21. March 2016

Hai der Woche: Sofahai

Wusstest Du, dass es einen Hai gibt, der Sofahai genannt wird? Der Falsche Marderhai (Pseudotriakis microdon) ist ein großer (bis zu 3 m langer) Hai, der wie ein schwabbeliges braun-pinkes Sofa erscheint. Zumindest wenn man ihn an die Oberfläche hievt.

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Dieser 3 m lange Falsche Marderhai wurde in 1200 m Tiefe im Nihoa Canyon beobachtet. By NOAA Ocean Explorer, Public Domain

Der auch als Falscher Katzenhai bezeichnete Hai ist eigentlich ein, wenn auch meist schwerfälliger, Räuber und Aasfresser in seiner natürlichen Umgebung: in Tiefen von 500–1400 m überall auf der Welt. Wegen seiner großen Ölleber ist er auch in der Lage zu schweben. Er ernährt sich von Knochenfischen, kleineren Haien und Tintenfischen und, wie eine AT&T Tiefsee-Haiexpedition bei den Kanarischen Inseln vor 30 Jahren bewies (durch Nutzung von Tiefsee-Longlinen, um den Beschädiger ihrer Kommunikationsleitungen zu finden), auch von unserem Müll: im Magen eines Falschen Marderhaies fanden sich “eine Softdrink-Dose, eine ganze Birne, mehrere gekochte Kartoffeln und eine Schachtel Zigaretten”.

Der Sofahai vermehrt sich ovovivipar, die Schwangerschaft dauert möglicherweise 2 bis 3 Jahre. Während dieser Zeit ernähren sich die Embryos erst von einem Dottersack und danach von einer Unmenge an unbefruchteten Eiern, die die Mutter bereitstellt (Oophagie), aber sie nutzen diese auch, um ihren externen Dottersack wieder aufzufüllen (welcher von ihnen später in einen internen Dottersack überführt wird, der als Nahrungsreserve nach der Geburt genutzt wird). Der Sofahai bringt nur 2 (vielleicht auch 4) 1,20 bis 1,50 m lange Junge auf einmal zur Welt.

Wegen der höchst unterschiedlichen Bedingungen, speziell des Wasserdrucks, im Vergleich zu ihrer natürlichen Umgebung ist das Heraufholen von Tiefsee-Fischen an die Oberfläche keine gute Idee. Selbst wenn sie wieder zurückgeworfen werden (nachdem sie für wissenschaftliche Zwecke oder als Beifang gefangen wurden), sterben sie meist. Wir sollten die Tiefsee in Ruhe lassen.

Quellen: hier und hier

Sources of Ocean’s Plastic Waste | Quellen der Meeres-Vermüllung — 18. December 2015

Sources of Ocean’s Plastic Waste | Quellen der Meeres-Vermüllung

Over half of the material leaked into the ocean comes from China, Indonesia, Philippines, Vietnam, and Thailand (Source). But that doesn’t mean that we others can slack off in our efforts to prevent plastic waste in the oceans – every step counts.


China, Indonesien, Vietnam, Thailand und die Philippinen sind die Quelle von mehr als der Hälfte des Plastikmülls in den Weltmeeren (Quelle). Das heißt jedoch nicht, dass wir anderen in unsere Anstrengungen, Kunststoff-Müll in den Meeren zu vermeiden, nachlässig werden dürfen – jeder Schritt zählt.

 

How Ocean Pollution Affects Humans | Wie die Verschmutzung der Meere den Menschen schadet — 17. December 2015
World’s largest ocean cleanup operation one step closer to launch | Weltgrößte Ozean-Reinigungsoperation einen Schritt dichter an ihrem Start | The Guardian — 16. November 2015
Blog “MY ZERO WASTE” — 14. October 2015
Wir haben wieder zu Leitungswasser gewechselt — 11. October 2015

Wir haben wieder zu Leitungswasser gewechselt

Wie ich hier erwähnte, nutzten wir Flaschenwasser. Der Grund war, dass unsere Kinder Bauchschmerzen bekamen, und durch Ausprobieren hatten wir Leitungswasser als Verursacher ausgemacht. Es ist kein neues Haus, und wir wussten nicht, ob die Leitung das (in Deutschland normalerweise gesunde und klare) Leitungswasser verunreinigt hatte. Also hatten wir Flaschenwasser gekauft, zuerst in Einweg-Flaschen und später in Mehrweg-PET-Flaschen. Aber nach weitergehenden Recherchen für diesen Blog konnte ich das nicht mehr billigen.

Also wechselten wir wieder zu Leitungswasser. Davor stellten wir sicher, dass die Mischdüse mindestens alle 14 Tage gereinigt wird, und dass die Gläser nur am Wasserhahn in der Küche abgefüllt werden (nachdem die ersten 5 Liter jeden Morgen anderweitig verbraucht werden – nämlich gekocht für Tee). Die Kinder sträubten sich ein bisschen wegen des anderen Geschmacks, aber ich erklärte es ihnen und gewöhnte sie daran, indem ich stufenweise immer weniger Flaschenwasser dazumixte. Bisher sind die Bauchschmerzen nicht wiedergekommen (toi toi toi).

Ich versuchte, meinen Ehemann zu überreden bei seiner Arbeitsstelle einen Wasserspender für sprudelndes und stilles Wasser vorzuschlagen. Aber es sagte, dass das nicht möglich wäre (Ich denke, er traute sich nicht, zu fragen und vielleicht seinen Chef zu verärgern). Also nutzt er immer noch Sprudelwasser aus der Flasche, aber in Mehrweg-PET-Flaschen einer örtlichen No-Name-Firma. Deutschland hat mehr als genug Grundwasser, also stellt man durch nutzen örtlicher Firmen sicher, dass der Grundwasserspiegel in anderen Ländern nicht gefährdet wird. Aber in anderen Ländern wie Pakistan und den USA treten große Probleme auf.

California bans even supposedly biodegradable microbeads | Kalifornien verbietet auch Mikroplastik, die angeblich biologisch abbaubar sind| Grist — 10. October 2015

California bans even supposedly biodegradable microbeads | Kalifornien verbietet auch Mikroplastik, die angeblich biologisch abbaubar sind| Grist

Other bans of microbeads contain a biodegradable loophole. California’s ban says:

We’re banning plastic beads and if industry wants to use biodegradable beads they will have to amend [the law] and the onus is on them to prove that alternative microbeads won’t be harmful, based on third-party tests.


Andere Verbote von Mikroplastik enthalten ein “biologisch abbaubar”-Schlupfloch. Kaliforniens Verbot besagt:

Wir verbieten Plastik-Kügelchen und wenn die Industrie biologisch abbaubare Kügelchen nutzen will muss sie das Gesetz ändern lassen und beweisen, dass die alternative Mikroplastik nicht schädlich ist (durch unabhängige Tests).

via California bans microbeads, fish rejoice | Grist.

What biodegradable plastic really means| Was biologisch abbaubare Plastik wirklich bedeutet | The Guardian —

What biodegradable plastic really means| Was biologisch abbaubare Plastik wirklich bedeutet | The Guardian

It seems that the label “biodegradable” isn’t enough to truly protect the oceans from plastic waste.

In 2012 a professor in the Department of Mechanical Engineering at the University of California, Chico, evaluated a few different types of bio-plastic [alleged to be biodegradable]. He found that films, bags and bottles made from Mirel’s PHA passed the test’s requirement for 30% biodegradation in six months. In fact, the plastic biodegraded – meaning, it turned into carbon dioxide and water at roughly the same rate as the plant sample that Greene also tested as a control. After a year, just over 80% of Mirel’s PHA film had biodegraded.

Items made from polylactic acid [PLA], however, a bioplastic widely used in food packaging, did not fare as well in water. Less than 5% of the samples biodegraded after 180 days in seawater, and that did not improve much at the one-year mark.


Wie es scheint, ist das Label “biologisch abbaubar” nicht genug, um wirklich die Ozeane von Plastikmüll zu schützen.

Im Jahr 2012 untersuchte ein Professor der Abteilung für Maschinenbau an der University of California verschiedene Typen von Bio-Kunststoffen [vorgeblich biologisch abbaubar]. Er fand heraus, dass dünne Schichten, Beutel und Flaschen aus PHA der Firma Mirel die Testanforderungen erfüllten, sich also 30% innerhalb von 6 Monaten zersetzten (das heißt in CO2 und Wasser zerfielen). Tatsächlich baute sich der Kunststoff sogar fast genauso schnell biologisch ab wie die Pflanzen-Probe (die Professor Greene als Vergleichsbeispiel auch testete). Nach einem Jahr waren etwas über 80% der PHA Schicht biologisch abgebaut.

Teilen aus Polylactide [PLA] jedoch (ein Biokunststoff, der als Nahrungsmittelverpackung weit verbreitet ist) ging es nicht so gut im Wasser. Weniger als 5% der Testbeispiele zersetzten sich nach 180 Tagen in Meerwasser, und das wurde auch nach einem Jahr nicht viel besser.

Source California considering banning biodegradable microbeads from personal care products | Vital Signs | The Guardian.

How Concord Became The First U.S. City To Ban The Plastic Water Bottle | Stadt Concord (USA) verbietet Plaste-Wasserflaschen — 1. October 2015

How Concord Became The First U.S. City To Ban The Plastic Water Bottle | Stadt Concord (USA) verbietet Plaste-Wasserflaschen

So it is possible, at least in Concord, Mass.:

It shall be unlawful to sell non-sparkling, unflavored drinking water in single-serving polyethylene terephthalate (PET) bottles of 1 liter (34 ounces) or less on or after January 1, 2013.


Also ist es möglich, zumindest in Concord, Mass.:

Es verstößt ab dem 1. Januar 2013 gegen das Gesetz, stilles, geschmackloses Trinkwasser in Einweg-PET-Flaschen von 1 Liter oder kleiner zu verkaufen.

via How Concord Became The First U.S. City To Ban The Plastic Water Bottle.