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Hai der Woche: Warzen-Teppichhai — 12. June 2017

Hai der Woche: Warzen-Teppichhai

Wobbegongs sind eine Familie von 12, aber nur einer davon gehört zur Gattung Sutorectus: der Warzen-Teppichhai (Sutorectus tentaculatus).

Der lateinische als auch der deutsch Name sind ziemlich selbsterklärend, weil er sehr wohl tentakel-ähnliche Barteln als auch Warzen hat. Auf Englisch heißt er jedoch “Cobbler wobbegong”, und da die Bedeutung von “cobbler” sehr breitgefächert ist, versuche ich gar nicht erst, diesen Namen zu erklären (aber ich denke nicht, dass es irgendetwas mit Lebensmitteln zu tun hat.

A Cobbler Wobbegong, Sutorectus tentaculatus, at Wool Bay, South Australia. Source: Chris Hall / MLSSA. License: CC by Attribution-NonCommercial-ShareAlike

Vor dem südlichen und südwestlichen Australien lebend, sind Warzen-Teppichhaie ovovivipar und bis zu 92 cm lang. Wegen ihrer kleinen Größe werden sie nicht gezielt gefangen, machen aber trotzdem einen Anteil von 0.9% des gesamten Treibnetz-Fanges an Plattenkiemern (Elasmobranchii) in ihrem Lebensraum aus.

Quellen: hier und hier

 

Hai der Woche: Australischer Glatthai — 5. June 2017

Hai der Woche: Australischer Glatthai

Viele verschiedene Haiarten werden (unter dem Namen Flake) für fish-and-chips in Australien genutzt: Hundshaie, verschiedene Arten von Wobbegongs, und auch der Australische Glatthai (Mustelus antarcticus), der auf Englisch auch Gummy shark heißt. Er ist benannt nach seinen gummi-artigen, knochenlosen Filets (haben nicht alle Haie keine Knochen?) auf Englisch und nach seinem Lebensraum vor Süd-Australien (in der Nähe der Antarktis) auf Deutsch und Latein.

Wie alle Haie der Familie Glatthaie (Triakidae), auch Marderhaie oder Hundshaie genannt, hat der Australische Glatthai eine glatte Haut mit winzigen Dentikeln und ist vivipar. Jedes der ein bis 57 Embryos (abhängig von der Grüße ihrer Mutter) verbringt die ein Jahr lange Tragzeit in seiner eigenen Abteilung in einem der zwei Uterusse seiner Mutter. Mit einer Länge von ungefähr 33 cm geboren, werden Weibchen mit 4 Jahren erwachsen und bis zu 185 cm groß, während Männchen mit 3 Jahren erwachsen werden und eine Maximallänge von 148 cm haben. Australische Glatthaie werden bis zu 16 Jahre alt.

In zwei genetisch unterschiedenen Unterbeständen lebend, ist der Australische Glatthai in den flachen Gewässern vor Süd-Australien reichlich vorhanden. Trotzdem sind auch für den Schutz dieser Haiart Regelungen zum Fischerei-Management wie Stellnetze mit einer Maschengröße um die 16 cm, um kleinere Haie (Heranwachsende) als auch größere Haie (große Weibchen) zu schützen, oder eine Einpack-Grenze für Freizeit-Fischer (siehe beim Gemeinen Teppichhai), und Schutzmaßnahmen wie Meeresschutz-Gebiete (MPAs) etabliert. Es scheint, als ob der Klimawandel und in der Folge wärmeres Wasser “möglicherweise einen Wechsel vom zweijährigen Fortpflanzungszyklus, wie er zur Zeit für Bass Strait typisch ist, zu einen einjährigen, der für die anderen Gebiete charakteristisch ist, auslöst (Walker 2007), was die Zahl der Jungen und damit die Produktivität des Bestandes und den Fischerei-Ertrag erhöhen könnte”. Das ist jedoch kein Grund zur Entwarnung.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Gemeiner Teppichhai — 29. May 2017

Hai der Woche: Gemeiner Teppichhai

Nicht vom Namen irritieren lassen: der Gemeine oder Gefleckte Teppichhai (Orectolobus maculatus) ist natürlich nicht “gemein”, sondern nur “gewöhnlich”, und der große Bruder des Kleinen Gefleckten Wobbegongs von letzter Woche.

Spotted wobbegong.jpg
Orectolobus maculatus CC BY-SA 3.0, Link

Der Gemeine Teppichhai ist ein bodenbewohnender Lauerjäger. Er lebt in relativ flachem Wasser (bis zu 218 m tief) und kann sogar in Wasser auftreten, das kaum tief genug ist, um ihn zu bedecken. Er wurde dabei beobachtet, wie er den Wall zwischen zwei Gezeitenbecken erklimmte und dabei den Rücken aus dem Wasser steckte. Aber er benutzt dabei nicht seine Flossen als Beine, wie es der Epaulettenhai tut.

Der Gemeine Teppichhai ist ovovivipar mit ungefähr 21 lebenden Jungen alle 3 Jahre. Wie die meisten Wobbegongs lebt er vor Australien. Er ist eine von zwei größeren Wobbegong-Arten und erreicht eine Länge von 3 m, was ihn zum Fischerei-Zielobjekt für sein Fleisch macht (kleinere Wobbegongs haben nicht genug Fleisch auf den nicht vorhandenen Rippen, um rentabel zu sein). Fischereidruck führte zu einer IUCN-Einstufung als potenziell gefährdet (und als gefährdet regional in New South Wales) bis 2015. Aber Schutzmaßnahmen wie Marineschutzgebiete (MPAs) und neue Befischungs-Richtlinien, sowohl für kommerzielle auch als Freizeit-Fischereien (z.B. dürfen Freizeitfischer überhaupt keine Wobbegongs mehr in New South Wales “einpacken”, und nur zwei Haie pro Person in Western Australia und einen Hai pro Person in Queensland), scheinen zu wirken und resultieren in einer Einstufung als nicht gefährdet. Glücklicherweise sind diese Richtlinien nicht mehr Art-spezifisch, weil es sehr schwer zu sein scheint, verschiedene Wobbegong-Arten zu unterscheiden (zumindest ohne Vergleichs-Exemplar oder Biologie-Abschluss):

In New South Wales, O. maculatus is often confused with O. halei, but differs from O. halei by having more (6-10 dermal lobes at the posterior preorbital group) and saddles containing whitish rings and blotches (unlike O. halei).

In Western Australia, O. maculatus was previously synonymised with O. parvimaculatus. Taxonomic revision of Western Australian species showed that O. maculatus differs from O. parvimaculatus by having have relatively smaller and less densely distributed ocelli and dorsal fins lacking dark markings (blackish marginal blotches present in O. parvimaculatus). The dorsal fins of O. maculatus are also smaller and less upright than those of O. parvimaculatus (Last and Chidlow 2008).
Records from Japan and the South China Sea are likely to be mis-identified O. japonicus or another undescribed species.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Kleiner Gefleckter Wobbegong — 22. May 2017

Hai der Woche: Kleiner Gefleckter Wobbegong

Letzte Woche stellte ich eine der größten Wobbegong-Arten vor – nun eine der kleinsten: der Kleine Gefleckte Wobbegong oder Kleiner Gefleckter Teppichhai (Orectolobus parvimaculatus).

A Dwarf Spotted Wobbegong, Orectolobus parvimaculatus. Source: CSIRO National Fish Collection. License: CC BY Attribution

Vor dem Jahr 2008 wurden Haie dieser Art als jugendliche Gefleckte Teppichhaie, -englisch Spotted wobbegong- (Orectolobus maculatus) angesehen. Nun ist es eine separate Art, deren Name (ziemlich einfallslos) nicht anders als kleiner (d.h. Zwerg-) Gefleckter Teppichhai bedeutet – sowohl in Deutsch, Englisch (dwarf spotted wobbegong) als auch in Latein.

Wie fast alle Wobbegongs lebt der Kleine Gefleckte Wobbegong vor Australien in Tiefen von 9 bis 135 m. Während sein großer Bruder, der Gefleckte Wobbegong, eine Länge von 3 m erreichen kann, wird der kleine Bruder nur 94,3 cm lang. Wie alle Wobbegongs ist er ein nachtaktiver, bodenbewohnender Lauerjäger und ovovivipar.

Wegen seiner Größe wird der Kleine Gefleckte Wobbegong nicht direkt gezielt gefischt, aber doch als Beifang gefangen (in Treibnetz- und Longline-Fischereien und Langusten-Fallen), wo sie normalerweise überleben, nachdem sie weggeworfen wurden.

Quellen: hier und hier

 

Hai der Woche: Gebänderter Teppichhai — 15. May 2017

Hai der Woche: Gebänderter Teppichhai

Wobbegongs (oder Teppichhaie) sind bekannt dafür, dass sie beißen und nicht wieder loslassen, wenn sie provoziert oder gestört werden. Die ISAF meldet 32 unprovozierte Angriffe durch Arten dieser Familie, aber dieser Bericht gibt sogar eine Zahl von 51 unprovozierte Angriffen nur vor Australien an (wie in Tabelle 3 gezeigt, ist der Begriff “Angriff” ein bisschen übertrieben, da sogar nahe Begegnungen als solche zählen, aber Wobbegongs sind berüchtigt fürs Beißen). Glücklicherweise werden alle außer 2 Wobbegong-Arten nur bis zu 1,25 m lang, aber es gibt auch größere, die du wirklich nicht von deinem Bein hängen haben willst.

Der Gebänderte Teppichhai (Orectolobus halei) wird bis zu 2,9 m lang und ist ein starker und flinker Lauerjäger, wenn er denn will.

Vorher mit dem wesentlich kleineren Doppelgänger Ornament-Teppichhai verwechselt, wurde der Gebänderte Teppichhai im Jahr 2006 wieder als Art bestätigt, und es wurde genetisch bewiesen, das er dichter mit dem gleich großen Gefleckten Teppichhai verwandt ist. Getarnt mit farbigen Hautmustern und Barteln sind alle Wobbegongs zum Lauerjäger prädestiniert. Sie leben am Boden und sind nachtaktiv.

Vor der südlichen Hälfte Australien in Tiefen von bis zu mindestens 195 m lebend, ist der Gebänderte Teppichhai ovovivipar. Wie alle Wobbegongs wird sein Fleisch für fish- and-chips und seine Haut für Leder verwendet. Durch Hobby- und kommerzielle Fischer aufs Korn genommen und als Beifang gefangen, wurde er seit 2009 von der IUCN als potentiell gefährdet angesehen (und regional als gefährdet in New South Wales). Aber Management- und Schutz-Anstrengungen zeigten Wirkung für diese Standort-treue Art, was im Jahr 2015 in einer Einstufung als nicht gefährdet resultierte.

Quellen: hierhier, hier und hier

Hai der Woche: Kurzflossen-Mako — 8. May 2017

Hai der Woche: Kurzflossen-Mako

Der offene Ozean ist eine Wüste. Du kannst dich nirgendwo verstecken, weder als Beute noch als Räuber. Und du musst jede Beute fangen, die du finden kannst, um nicht zu verhungern. Eine Überlebensstrategie von Fischen der offenen See ist Geschwindigkeit, und der Meister darin ist der Kurzflossen-Makohai (Isurus oxyrinchus). Als der schnellste Hai wird er normalerweise mit 50 km/h gestoppt, mit gelegentlichen Spurts von 74 km in der Stunde, um wirklich schnelle Beute zu fangen.

Isurus oxyrinchus by mark conlin2.JPG
By Mark Conlin, SWFSC Large Pelagics Program – http://swfsc.noaa.gov/ImageGallery/Default.aspx?moid=532, Public Domain, Link

Der Kurzflossen-Mako lebt in tropischen und warmen Gewässern weltweit. Er wandert sehr viel (wenngleich seasonal) – tagging bewies, dass ein Exemplar 2128 km in 37 Tagen schwamm, und ein anderer wanderte über 2776 km quer über den Pazifik (nebenbei: genetische Tests zeigen dass sie selten den Atlantik kreuzen). Sein spindelförmiger Körper, große Kiemen und riesiges Herz und ein Wärmetauscher genannt rete mirabile (Lateinisch für “wundervolles Netz”) wie der Lachshai, der es ermöglicht, die Körpertemperatur 7 bis 10 Grad Celsius wärmer als das umgebende Wasser zu halten, lassen ein hohes Level an Aktivität zu. Aber das bedeutet auch, dass der Hai täglich 3% seines Gewichts zu sich nehmen muss – in Fisch.

Wie jede andere Art aus der Familie Makrelenhaie ist der Kurzflossen-Mako ovovivipar. Würfe von 4 bis 25 lebenden Jungen werden nach einer Tragzeit von 15 bis 18 Monaten geboren, während der sie sich von Dotter und unbefruchteten Eiern ernähren (Oophagie). Es wird vermutet, dass Weibchen nach der Geburt für 18 Monate vor einer erneuten Befruchtung ruhen. Sie werden mit 17 bis 19 Jahren erwachsen, Männchen mit 7 bis 9. Kurzflossen-Makos werden wohl maximal 32 Jahre alt. Alles in allem haben Kurzflosen-Makos, wie alle apex predators, eine niedrige Vermehrungsrate.

Der Kurzflossen-Mako ist einer der populärsten Hai-Speisefische. Er ist ein bevorzugter Angelfisch (big game fishing) und berühmt für seinen Kampfgeist mit spektakulären Sprüngen aus dem Wasser von bis zu 6 m Höhe. Er wird auch kommerziell gefischt für sein Qualitäts-Fleisch (das, wie bei allen Apex-Predators, hohe Dosen an Methyl-Quecksilber enthält), Flossen (Haifischflossen-Suppe) und Leber-Öl (um Vitaminpräparate zu machen). Er ist einer der wenigen bekannten Schwertfisch-Jäger (diese wiederum kämpfen zurück und können ihn im Gegenzug verletzen und wahrscheinlich auch töten). Seine Vorliebe für kommerziell wichtige Fische (Speerfisch, Tunfisch und Makrelen, aber vor allem Blaufisch)  machen ihn auch zu einem häufigen Beifang-Fisch. Alles in allem betrachtet die IUCN den Kurzflossen-Mako als potentiell gefährdet  weltweit und im Mittelmeer, das eine bedeutende Kinderstube zu sein scheint, als akut vom Aussterben bedroht.

Trotz seiner Größe (im Durchschnitt 3,2 m lang, aber bis zu 4 m mit einem Gewicht von 1 000 kg), Geschwindigkeit und Kraft hat die ISAF nur einen unprovozierten tödlichen Angriff durch Kurzflossen-Makos in 5 Jahrhunderten aufgezeichnet. Diese engen Verwandten des Weißen Haies beißen Menschen nur, wenn sie provoziert werden (nach dem Gefangenwerden um ihr Leben kämpfend), aber können Boote oder Speer-Fischer angreifen, wenn sie sie als Nahrungskonkurrenten ansehen. Auf der Jagd verlassen sie sich nicht auf ihren Elektrorezeptions-Sinn, sondern auf Geruch, Gehör und vor allem Sehen. Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe, weil sie das größte Gehirn-Körper-Verhältnis von allen studierten Haien haben.

Quellen: hier, hier, hier und hier

Hai der Woche: Pazifischer Engel — 1. May 2017

Hai der Woche: Pazifischer Engel

Du weißt, dass die meisten Haie zur Geburt ihrer Jungen ein spezielles Gebiet (Kinderstube) aufsuchen, um sie zu schützen. Meist ist es eine flache Bucht oder eine Flussmündung, manchmal sogar ein Fluss, aber der Pazifische Engelhai (Squatina californica) macht das genaue Gegenteil: normalerweise in flachen Ebenen oder felsigen Riffen so flach wie 3 m lebend, wandern weibliche Pazifische Engelhaie bis in Tiefen von 55 bis 90 m, um ihre 1 bis 13 Jungen lebend zur Welt zur bringen (deren Anzahl nicht vom Alter der Mutter abhängt, anders als bei anderen Haien). Aber das ist nicht die einzige Eigentümlichkeit dieser Art.

Squatina californica.jpg
Squatina californica by Tony Chess/NOAA SWFSC (Public Domain)

Pazifische Engelhaie sind bis zu 1,5 m große Haie, die in Pazifischen Küstengewässern von Alaska bis Chile in genetisch getrennten Unterpopulationen leben (möglicherweise sogar in verschiedenen Arten wie dem Dornrücken-Engelhai (Squatina armata) vor Chile). Wie alle anderen Engelhaie haben sie einen abgeflachten Körper mit vergrößerten Brust- und Bauchflossen und sind ovovivipar (die Jungen schlüpfen im Mutterleib). Der Embryo hat zuerst einen externen Dottersack, aber der beginnt zu schrumpfen während der Dotter in einen internen Dottersack transferiert wird. Der Embryo ernährt sich von diesem Dotter bis er vollständig resorbiert ist (wenn das Junge vorfristig geboren wird, frisst er nichts anderes bis alles weg ist). Nach 10 monatiger Tragzeit mit einer Länge von 23 cm geboren, werden Pazifische Engel mit 90 bis 100 cm erwachsen (beide Geschlechter, anders als bei anderen Haien). Mit welchem Alter ist unbekannt, weil, anders als in anderen Haien, ihre Wirbel-Wachstumsringe (analog zu Jahresringen bei Bäumen) nicht ihr Alter sondern nur ihre Größe anzeigen (und damit ihren Erfolg bei der Nahrungssuche). Das macht Altersbestimmung schwierig. Aber Tagging und wieder Einfangen deuten an, dass sie relativ langsam wachsen (Erwachsene ungefähr 2 cm im Jahr) und das Erwachsenwerden erst spät im Leben passiert, sie dadurch also eine mäßige Fruchtbarkeit haben.

Als Lauerjäger graben sich Pazifische Engelhaie in den Sand in der Nähe von felsigen Riffen ein, aufwärts schauend, um die Umrisse der Beute besser gegen das Sonnenlicht sehen zu können, und liegen still am Boden. Sie erscheinen träge, aber Hochgeschwindigkeits-Filmaufnahmen haben gezeigt, dass ihre “Angriffsschläge unvermittelt und dramatisch sind: in einer Zehntelsekunde schnappt die vordere Hälfte des Haikörpers um 90° vom Boden nach oben, der Bärenfallen-artige Kiefer springt auffallend vom Kopf hervor und schnappt mit vernehmbarem Durchsetzungsvermögen zu”. Während des Zuschlagens rollen die Augen zum Schutz im Kopf nach hinten. Nachher graben sie sich wieder ein. Weil aber die Beutetiere oft schnell lernen, wo Räuber auf Lauer liegen, ziehen sie nach 10 Tagen im Schutz der Dunkelheit bis zu 7,3 km weit zu einem anderen Ort.

Um Beute zu erkennen verlässt sich der Pazifische Engelhai fast ausschließlich auf den Sehsinn. Experimente zeigten, dass sie Fischmodelle jedesmal auf Sicht fingen, ohne weitere geruchliche, elektrische oder vibratorische Hinweise. Sogar nachts erkennen sie Beute indirekt durch das schwache grünliche Leuchten des biolumineszenten Planktons, das in ihrer Spur aufgewühlt wird (ihre Netzhautpigmente legen nahe, dass die höchste Seh-Empfindlichkeit dieser Art auf Wellenlängen liegt, die fast identisch zu der von örtlichem biolumineszenten Plankton produzierten ist).

Ein faszinierender Hai, nicht war? Aber Menschen haben diese Art fast ausgerottet. Warum? Aus Angst um ihr Leben? Schwerlich, weil kein Mensch von einem Pazifischen Engelshai je ohne Provokation angegriffen wurde – sie schnappen durchaus zu, wenn sie provoziert werden, aber hinterlassen auch dann nur wenig Schaden. Nein, nur für der Profit. Der Werbefeldzug eines kalifornischen Fischverarbeiters mit Namen Michael Wagner im Jahr 1976 und später änderte den früheren “Abfall-Fisch” fast eigenhändig zu einem wohlschmeckenden Fisch um, was in einem jährlichen Fang von Pazifischen Engelhaien von bis zu 544 311 kg (im Jahr 1985) führte und diese Art zur Nummer Eins des Haifischfanges vor Kalifornien machte. Die Ausrottung dieser Art wurde verhindert, als in den 90ern die Heilbutt- und Engelhai-Fischerei (mit den gleichen Stellnetzen mit mittlerer Maschenweite gefangen) vor Zentral-Kalifornien komplett geschlossen wurde. Die Zahl der Pazifischen Engelhaie vor Kalifornien scheint wieder anzusteigen, was zu einer Einstufung als nicht gefährdet in den USA führte. Weltweit jedoch wird es als gering gefährdet eingeschätzt, weil die größtenteils ungeregelte mexikanische Fischerei übernommen hat. Diese Art ist nun aus Teilen der mexikanischen Bundesstaates Baja California Sur verschwunden, wo sie früher noch zu finden war.

Quellen: hier, hier, hier und hier

Hai der Woche: Westlicher Teppichhai — 24. April 2017

Hai der Woche: Westlicher Teppichhai

Eine neue jedoch alte Haiart – wie geht das? Exemplare des Westlichen Teppichhais (Orectolobus hutchinsi) sind in Australien wohlbekannte Wobbegongs, aber die Art wurde nicht vor 2006 wissenschaftlich beschrieben.

Western Wobbegong, Orectolobus hutchinsi. Source: Barry Hutchins. License: All rights reserved

Der Westliche Teppichhai lebt in flachen Küstengewässern vor dem südwestlichen Australien. Er hat eine maximale Länge von 1,5 m und ist ovovivipar, wobei die Weibchen sich alle 2 oder 3 Jahre fortpflanzen und 18-29 Junge pro Wurf haben (mit einer Größe von 22 bis 26 cm). Wie alle Wobbegongs ist er gut getarnt mit symmetrischen Hautmustern (die ein wenig denen eines Jaguars ähneln) und ist ein träger Lauerjäger.

Obwohl Wobbegong-Fleisch in Australien Flake genannt und vor Ort für den menschlichen Verzehr per ‘fish and chip’ verkauft wird, werden Westliche Teppichhaie als zu klein angesehen und oftmals wieder lebendig freigelassen, wenn sie zufällig als Beifang gefangen werden. Wobbgongs sind zäh und ihre Überlebensrate nach dem Freilassen ist hoch. Als Standort-feste Art profitieren sie von Lebensraum-Schutzmaßnahmen und Meeresschutzgebieten (MPA), Seeparks und Naturschutzgebieten.

Quellen: hier, hier und hier

Hai der Woche: Augenflecken-Engelhai — 17. April 2017

Hai der Woche: Augenflecken-Engelhai

Wusstest Du, dass es einen Hai gibt der Schlamm frisst, um Gifte der Beutetiere zu neutralisieren? Der Augenflecken-Engelhai oder Ornaten-Engelhai (Squatina tergocellata) (auf Englisch auch Archbishop -Erzbischof- genannt) soll das tun.

Ornate Angelshark, Squatina tergocellata. Source: Australian National Fish Collection, CSIRO. License: CC BY Attribution-Noncommercial

Der Augenflecken-Engelhai lebt vor der süd-westlichen Küste von Australien in einer Tiefe von 130 bis 400 m (Erwachsene normalerweise um 300 m tief, Jungtiere höher). Da sie ovovivipar sind, bringen Weibchen 2 bis 9 lebende Junge alle 2 Jahre zur Welt, was eine niedrige Reproduktionsrate bedeutet.

Ornaten-Engelhaie sind bei der Geburt 33 bis 42 cm lang und werden mit einer Länge von 80 bis 90 cm erwachsen bei einer Maximal-Länge von 140 m. Wie alle Engelshaie ist der Augenflecken-Engelhai ein Lauerjäger.

Der Ornaten-Engelhai wird gewöhnlich als Beifang oder für sein Fleisch von Schleppnetz- und Longline-Fischereien gefangen. Aber wegen seinem tieferen Verbreitungsgebiet scheint er einigermaßen geschützt zu sein. Deshalb wird er von der IUCN als nicht gefährdet angesehen, anders als andere Engelhaie. Zusätzlich wurden in Australien allgemeine Verwaltungsmaßnahmen für die Fischerei ergriffen, und er gibt Meeresschutzgebiete durch das Commonwealth Marine Reserve Network.

Quellen: hier und hier

Hai der Woche: Hartnasenhai — 10. April 2017

Hai der Woche: Hartnasenhai

Kleine Haie fallen oft größeren Haien zum Opfer und überleben normalerweise, indem sie mehr Junge bekommen. Aber der Hartnasenhai (Carcharhinus macloti) hat eine geringe Vermehrungsrate: nur ein oder zwei Junge werden nach einer 12-monatigen Tragzeit alle zwei Jahre geboren, wie bei Apex-Predators.
Macloti karachi.jpg
Von Hamid Badar Osmany – FishBase, CC BY 3.0, Link

Der Hartnasenhai ist eine kleine Art der Requiemhaie, die in flachen Küstengewässern des Indo-Pazifik von Kenia über Südasien zum südlichen Japan und nördlichen Australien lebt. Er ist grau oder bronze oben und weiß unten und wurde Hartnase benannt, weil die Knorpel in seiner Schnauze stark verkalkt sind, anders als bei anderen Arten der Gattung Carcharhinus.

Weibliche Hartnasenhaie sind ovovivipar: ein oder zwei Embryos schlüpfen innerhalb der Gebärmutter und werden durch Dotter und später durch eine Plazenta-Verbindung genährt. Lebend mit einer relativ großen Länge von 45 cm geboren, werden sie mit 70 bis 75 cm erwachsen und erreichen eine Maximallänge von 110 cm. Ihre Haut ist mit überlappenden, ovalen Haut-Dentikeln bedeckt.

Hardnasenhaie bilden große, nach Geschlecht getrennte Schulen und sind Reisemuffel (Tagging-Daten zeigen, dass 30% der wieder eingefangenen Exemplare sich weniger als 50 km vom ursprünglichen Tagging-Ort entfernt hatten). Wegen einem hohen Fischereidruck durch handwerkliche und kommerzielle Fischereien und ihrer geringen Vermehrungsrate werden sie weltweit als potenziell gefährdet eingestuft (jedoch als nicht gefährdet in Australischen Gewässern).

Quellen: hier und hier