Ein weiterer Hai mit einem Namen, der keine Zweifel nach dem Grund lässt, ist der Feinzahnhai (Carcharhinus isodon). Benannt nach den fast gleichförmigen, eher schmalen Zähnen im Unter- und Oberkiefer (isodon = „Gleichzahn“), heißt er auch im Englischen Finetooth shark, Eventooth Shark oder Smoothtooth Shark, im Französischen Requin à Petites Dents und im Spanischen Galana Dientefino oder Tiburón Dentiliso (warum er aber auch Night Shark oder Tiburón de Noche = Nachthai heißt weiß ich nicht).

Carcharhinus isodon in net.JPG
Von National Observer Program, NMFS/SEFSC – http://www.st.nmfs.noaa.gov/observer-home/about-nop/activities/index, Gemeinfrei, Link

Der Feinzahnhai bewohnt extrem seichte Küstengewässer (nicht tiefer als 10 m im Sommer and 20 m im Winter) des nordwestlichen Atlantik, Golf von Mexico und südwestlichen Atlantik (vor Brasilien) in getrennten Populationen. Er soll früher auch in Flüsse gewandert sein, die aber heutzutage fast alle durch Dämme versperrt sind. Das ist ein Problem, weil die Weibchen spezielle Kinderstuben in Ufernähe aufsuchen. Dort bringen sie alle 2 Jahre nach einer 12 monatigen Tragzeit 2 bis 6 lebende, 48–64 cm große Junge zur Welt. Feinzahnhaie sind wie alle Arten der Familie Requiemhaie ovivipar, das heißt, der Embryo schlüpft im Mutterleib aus dem Ei und wird lebend geboren. Zusätzlich aber entwickelt sich aus den Resten des Dottensacks eine Plazenta-Verbindung zur Mutter, wenn die sich entwickelnden Embryos nach 15 Wochen ihren Vorrat an Dotter aufgebraucht haben (vivipar).

Obwohl er eine Maximallänge von 1,9 m erreichen kann (im Durchschnitt aber nur 1,6 m -Männchen- und 1,7 m -Weibchen-) ist der Feinzahnhai keine Gefahr für dem Menschen. Er zappelt jedoch und beißt um sich, wenn er gefangen wird. Er wird mit einer Länge von ungefähr 1 m erwachsen (mit 4-5 Jahren als Männchen und 5-6 Jahren als Weibchen, die generell langsamer wachsen) und hat eine Lebenserwartung von 9 Jahren -Männchen- bzw. 14 Jahre -Weibchen.

Der Feinzahnhai ist an der Küste der USA bekannt dafür, saisonal in den Süden zu ziehen (nämlich wenn die Oberflächen-Wassertemperatur unter 20°C fällt). Er jagt in großen Schulen kleine Fische. Er ist anfällig für die Zerstörung seines Lebensraums (vor allem der Kinderstuben) und für Überfischung (als Beifang, aber auch gezielt), wird aber trotz seiner geringen Fruchtbarkeit als nicht gefährdet eingestuft – zumindest in der Nordhalbkugel, vor Brasilien jedoch gibt es eine viel schlechter beaufsichtigte Fischerei, die schon andere Haiarten an den Rand der Ausrottung gebracht hat.

Quellen: hier, hier und hier

 

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