Wusstest Du, dass der Atlantischer Ammenhai (Ginglymostoma cirratum) den niedrigsten Stoffwechsel von allen Haien hat? Er benötigt nur 18% der Energie des lebhaften Kurzflossen-Makos – beim Schwimmen. Wenn er überhaupt schwimmt. Er ist nachtaktiv und verbringt die Tage faul an seinen Ruheplätzen, gemeinsam und manchmal auf vielen anderen Ammenhaien.

In flachen tropischen und subtropischen Küstengewässern lebend sind Ammenhaie bodenbewohnend mit zwei fleischigen Barteln am Unterkiefer (chemosensorische Organe, die dabei helfen, im Bodengrund versteckte Beute zu finden). Oder sie formen mit ihrem Körper nachgemachte Höhlen für ihre Beute. Diese wird dann wie mit einem Staubsauger eingesaugt. Wegen ihrer sparsamen Lebensweise essen sie nicht viel – gefangene Haie hatten in den meisten Fällen nichts in ihren Mägen.

Atlantische Ammenhaie sind von bräunlicher Farbe und erreichen 2,2 bis 3 m Länge, wobei Weibchen größer als Männchen sind. Sie sind ovovivipar und bringen alle zwei Jahre 21–29 lebende Junge zur Welt. Wie bei Hunden fanden Wissenschaftler in einem Wurf die DNA von bis zu 4 Vätern. Ammenhaie besuchen die gleichen Kinderstuben und Paarungsgebiete und Ruheplätze in der Nähe ihr ganzes Leben lang (starke Standort-Treue genannt), was sie zu Reisemuffeln macht. Sie sind scheu und gutmütig und trotz ihrer Größe keine Gefahr für den Menschen, aber wenn provoziert können sie beißen und sind wegen der Saugkraft schwer zu entfernen.

Es scheint, dass die Pazifische Unterpopulation des Ammenhaies eine eigene Art bildet (Pazifischer Ammenhai genannt), was den Atlantischen Ammenhai auf Atlantische Gewässer begrenzt (deshalb der neue Name). Weil er nicht wandert, würde es mich nicht wundern, wenn sich auch die Ost-Atlantische Unterpopulation als eine eigene Art herausstellen würde. Durch die IUCN wird die West-Atlantische Unterpopulation als potenziell gefährdet angesehen und sogar gefährdet vor der Küste Süd-Amerikas. Er wird in manchen Gebieten vor Brasilien als lokal ausgestorben gemeldet. Atlantische Ammenhaie werden für ihr Leber-Öl, Flossen, Fleisch und Haut gejagt, Jungtiere auch für kommerzielle und private Aquarien (trotz ihrer Endgröße). Wenn sie zufällig als Beifang gefangen werden, ist die Überlebensrate hoch, wenn sie wieder ins Wasser zurückgeworfen werden. Die Zerstörung ihres Lebensraums bringt ihre Kinderstuben in Gefahr und erfordert zusätzliche Schutzmaßnahmen (wie in den Florida Keys).

Quellen: hier, hier und hier

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