Manche Haiarten scheinen Reisemuffel zu sein, wie der Fleckzahnhai (carcharhinus sorrah). Taggingstudien vor Nordaustralien haben gezeigt, dass 49% der Haie innerhalb von 50 km von ihrem Markierungsort wieder gefangen wurden. Aber sogar einige von ihnen scheint das Fernweh zu packen – wie der eine Hai, der 1 116 km entfernt gefangen wurde.

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Carcharhinus sorrah by Tassapon KRAJANGDARA – http://www.fishbase.us/photos/thumbnailssummary.php?ID=884#, CC BY 3.0, Link

Der Fleckzahnhai ist eine sehr verbreitete Art der Requiemhaie und wird bis zu 1,6 m lang. Er lebt in getrennten Populationen auf Festlands- und Inselsockeln im tropischen Indo-Pazifik von der Küste Ostafrikas, Madagaskar und dem Roten Meer bis zu Indien, Malaysia, China, Indonesien, den Philippinen und Nordaustralien. Weibliche Haie sind mit 2 bis 3 Jahren ausgewachsen und bringen einmal im Jahr einen Wurf von 1 bis 8 50 cm großen Jungen (ovovivipar) in Kinderstuben in flachen Küstengebieten zur Welt. Fleckzahnhaie leben bis zu 5 Jahre (Männchen) oder 7 Jahre (Weibchen).

Fleckzahnhaie werden für ihr Fleisch, Flossen, Leber-Öl und Fischmehl gezielt gefangen, sind aber auch “genutzter Beifang”, das bedeutet dass sie nicht die Zielart waren, aber trotzdem verwendet werden (catch-as-catch-can) anstatt wieder über Bord geworfen zu werden (was sie als Nicht-Tiefsee-Art überleben könnten). Sie sind unter den am meisten produktiven Haiarten wegen ihres schnellen Wachstums, ihrer frühen Reife und der relativ hohen Fruchtbarkeit.Ungeachtet dessen hält die   IUCN diesen Hai für potenziell gefährdet. Warum?
Ihre Kinderstuben werden extrem stark befischt (oft im illegalen Maschenweiten) und werden auch durch Zerstörung und Verschmutzung in Mitleidenschaft gezogen. Fleckzahnhaie leiden an Überfischung in vielen Teilen ihres Lebensraumes. Nur die relativ gut verwaltete nordaustralische Fischerei scheint eine Ausnahme zu sein. Aber es gibt zunehmend illegale, ungemeldete und unregulierte (illegal, unreported and unregulated = IUU) Fischfangaktivitäten in nordaustralischen Gewässern, meist von Indonesischen Fischern, von denen die Mehrheit auf Haifang geht.

Quellen: hier und hier

 

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