Wustest Du, dass die Hai-Fischereien vor der Nordostküste Brasiliens fast ausschließlich Haie fangen, die gefährliche Mengen von Quecksilber enthalten? 90% der gefangenen Haie und Rochen sind Nachthaie (Carcharhinus signatus), eine Tiefseeart, die vertikal wandert von einer Tiefe bis zu 2 km tagsüber zu 26 m unter der Oberfläche in der Nacht (daher der Name). Er lebt über dem äußeren Festlandsockel und dem oberen Kontinentalrand auf beiden Seiten des Atlantiks.

Der Nachthai ist ein schlanker, schneller Hai und wird normalerweise 2 m lang. Er hat eine lange spitze Schnauze und große grüne Augen. Wie alle Requiemhaie ist er ovovivipar und bringt nach einer Tragzeit von einem Jahr 4–18 lebende Junge zur Welt, die 50 bis 72 cm groß sind. Jeder Embryo hat seinen eigenen abgetrennten Bereich in einer der zwei Gebärmütter und wird von einem Dottersack und später durch eine Plazentaverbindung ernährt. Männchen werden mit 8 und Weibchen mit 10 Jahren erwachsen.

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Nachthai, NOAA/NEFSC – http://nefsc.noaa.gov/rcb/photogallery/sharks/sharks.html, Gemeinfrei,

Weil er für seine wertvollen Flossen und Fleisch, aber auch für Leberöl und Fischmehl aufs Korn genommen wird, wird der Nachthai kommerziell und als Beifang gefischt. Er ist noch die üppigste Elasmobranchii-Art in den Tiefseeberg-Fischereien vor Brasilien. Früher alltäglich in den Hai-Fischereien der Karibik, Kuba und der USA, sorgte der Fischerei-Druck auch dort für einen beträchtlichen Rückgang. Deshalb hat die IUCN den Nachhai global als gefährdet eingestuft, auch wenn das USA-Fangverbot dort zu wirken scheint.

Wenn man bedenkt, dass die gefangenen Nachthaie vor Brasilien hauptsächlich jugendlich sind (ich denke, dass die dortigen flachen Tiefseeberge Kinderstuben für Nachthaie sind), ist es umso alarmierender, dass die gefangenen Haie Quecksilberwerte enthalten, die höher sind als im Brasilianischen Gesetz (und WHO-Empfehlungen) erlaubt – welche Quecksilberwerte würden wohl erwachsene Haie haben, die ja mehr Jahre Zeit hatten um es anzureichern?

Quellen: hier und hier

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