Haie sind nicht alle grau, sondern können Farbe haben. Nicht nur die eindrucksvollen gewagten Farben von manchen Teppichhaien, sondern es gibt das Rot des Roten Teppichhaies (Parascyllium_sparsimaculatum), das Dunkelblau des Blauhaies, das Rosa des Koboldhaies und Sofahaies und das Limonengrün des Zitronenhaies. Und da ist das wunderschöne Bronze von manchen (andere sind grau) Sandbankhaien (Carcharhinus plumbeus) – so genannt wegen ihres bevorzugten Lebensraumes. Auf Englisch heißen sie auch brown sharks. 

Carcharhinus plumbeus front.jpg
Von Srinayan Puppalashark, CC BY-SA 2.0

Wie mit fast allen Farben, ist die Wahl von Braun eine Folge des Wahl des Lebensraum des Haies – Tarnung ist überaus wichtig. Diese Art kann über schlammigen oder sandigen Böden in Flussmündungen und Buchten gefunden werden (vor allem Neugeborene und junge Haie) in tropischen und gemäßigten flachen Küstengewässern überall auf der Welt, sogar im Mittelmeer. Er ist bekannt für jahreszeitliche Wanderungen (hauptsächlich durch die Temperatur bestimmt) und nach Geschlecht getrennte Schulen. Er ist ein opportunistischer bottom-feeder und ernährt sich von relativ kleinen Fischen, Weich- und Krebstieren. Im Vergleich zu anderen Requiemhaien erhält der Sandbankhai dadurch eine regelmäßigere Nahrungszufuhr (aus Mageninhalten hergeleitet).

Als apex predators werden Sandbankhaie langsam erwachsen (mit 13) und die Weibchen bringen alle 2 oder 3 Jahre nur 8 lebende Junge (ovovivipar) nach einer Tragzeit von einem Jahr zu Welt. Es ist bemerkenswert, dass innerhalb eines Wurfes beide Geschlechter fast immer in Verhältnis 1:1 vertreten sind. Sandbankhaie werden bis zu 35–41 Jahre alt.

Obwohl es einer der größten Küstenhaie der Welt ist (bis zu 2,5 m lang, im Durchschnitt 1,8 m), ist der Sandbankhai keine Gefahr für den Menschen (es wurden in den letzten 400 Jahren nur 5 Beißzwischenfälle mit Sandbankhaien gemeldet), weil es im wesentlichen eine Boden-bewohnende Art ist, die selten an die Oberfläche kommt und nur kleine Beute frisst. Er wird als der sicherste Hai zum miteinander Schwimmen betrachtet.

Weltweit ist der Sandbankhai wertvoll für Sportfischer als Beutefisch und wird kommerziell für sein Fleisch, Haut, Leberöl und insbesondere seine Flossen gejagt. Oft werden insbesondere schwangere Weibchen aufs Korn genommen, wenn sie zur Geburt an die Küste kommen, was das Problem verstärkt. Das führte zu einer Einstufung als Potentiell gefährdet. Aber Maßnahmen zum Schutz der Haie, indem Vorschriften erfordern, dass zusammen mit den Flossen auch der Körper angelandet werden muss, wie sie von der U.S. und Europäischen Regierungen ergriffen wurden, hatten ungeahnte Konsequenzen. Wegen ihres großen Flossen-zu-Körper Gewichtsverhältnisses (infolge ihrer überdurchschnittlich großen ersten Rückenflosse) wurden in den letzten Jahrzehnten Sandbankhaie das Hauptziel der kommerziellen Haifischerei entlang der Ostküste der USA (an der Westküste sind sie nicht heimisch). Nun werden sie global als Gefährdet eingestuft, und sogar als Stark gefährdet im Mittelmeer und anderen Europäischen Gewässern (aber als Nicht gefährdet in Hawai, weil sie dort nicht gefischt werden). Im Jahr 2008 verbot die U.S. Fischereibehörde NMFS alle kommerziellen Anlandungen von Sandbankhaien, eine Maßnahme, die die Europäischen Regierungen noch treffen müssen (mit Ausnahme der Türkei).

Quellen: hierhier und hier

Advertisements