Wusstest Du, dass ein als gefährdet eingestufter kleiner Tiefseehai wegen seines großen Anteils an qualitativ hochwertigem Squalen im Leber-Öl als der “Rolls-Royce der Squalen-produzierenden Haie” angesehen und gezielt gejagt wird (ob legal oder illegal scheint egal zu sein)? Neben dem hier schon erwähnten Einsatz von Squalen in teurer Kosmetika und fragwürdigen Gesundheitspillen -wo ohne Probleme auf andere Squalen-Quellen zurückgegriffen werden könnte- wird es auch als (laut GSK alternativlose) Zutat für Medizinprodukte, u.a. das Grippe-Impfstoff-Adjuvant AS03, genutzt. Ich will hier nicht über den Sinn und Zweck von Impfungen diskutieren, oder über Adjuvanzien, auch nicht über die in Europa sehr umstrittene Schweinegrippe-Impfung von 2009 – aber es ist doch zu beklagen, dass viele Schlinghaie (Centrophorus granulosus) sinnlos geopfert wurden, wo doch Millionen der damals eilig bereitgestellten und bezahlten Impfdosen wieder vernichtet werden mussten. Und dass bei einem Hai, der die wahrscheinlich niedrigste Fortpflanzungsrate aller Haie besitzt.

A photo of a gulper shark that has been caught.
Centrophorus granulosus, by NEFSC/NOAAPublic Domain

Die Weibchen des Schlinghaies werden erst mit ca. 14 Jahren geschlechtsreif und können zwischen 54 und 70 Jahre alt werden. Da sie mit je einem Embryo 2 Jahre lang schwanger sind und lange Pausen zwischendurch einlegen, haben sie typischerweise nur zwischen 2 und 10 Junge – in ihrer gesamten Lebenszeit. Sie sind ovovivipar und füttern den Embryo mit dem Dottersack und anderen unbefruchteten und auch befruchteten Eiern (Oophagie). Die Eizelle des Schlinghaies ist eine der größten im gesamten Tierreich und wiegt zwischen 143 und 370 g.

Im Atlantik, im Pazifik, im Indischen Ozean und im gesamten Mittelmeer lebend, wird der Schlinghai an Longlinen und mit Schleppnetzen gefangen (zusammen mit vielen anderen Wasserlebewesen als Beifang). Er migriert stark und bildet Schulen.

Quellen: hierhier und hier

 

Advertisements