Wusstest Du, dass es im Englischen einen “dump shark” (also Dummen Hai) gibt? Ich weiß nicht, warum der Centrophorus harrissoni so genannt wurde, aber ich finde das beleidigend.

Harrisson’s Dogfish, Centrophorus harrissoni. Source: CSIRO National Fish Collection. License: CC BY Attribution

Harrisson’s Schlingfisch ist eine seltene Schlingerhai-Art mit einem großen Mund und großen grünen Augen. Es kann bis zu 110 cm lang und 46 Jahre alt werden. Erst spät erwachsen werdend (Weibchen mit ungefähr 99 cm und Männchen mit 84 cm Länge), bringt das Weibchen meistens nur ein lebendes Junge (ovovivipar) von 35 cm Länge alle 2 (möglicherweise sogar 3) Jahre zur Welt (es scheint, dass nur ihr rechtsseitiger Uterus richtig funktioniert).

Ausschließlich entlang der Ostküste Australiens und vor Neuseeland und auf einem relativ hohen Gebiet für Tiefsee-Haie lebend (auf 250 bis 385 m unter Wasser), war der Harrison’s Schlinghai 2003 als vom Aussterben bedroht eingestuft worden. Das basierte auf einem Rückgang der Art von mehr als 99%  auf dem oberen Kontinentalrand vor Zentral- und Süd-New South Wales (NSW) und dem östlichen Victoria, verglichen mit den 1970-ern (als die kommerzielle Schleppnetz-Fischerei auf dem oberen Kontinentalrand von NSW begann). Über die Art ist nun bekannt, dass sie ein größeres Gebiet bewohnt als vorher gedacht, und eine Zahl von Schutzmaßnahmen wurden eingeleitet. Frühere einschränkende Fangquoten (um zu verhindern, dass er für sein Fleisch und das Squalen aus dem Leberöl gejagt wurde) wurden durch ein totales Verbot ersetzt, den Harrisson’s Schlinghai zu Verkaufen. Es gibt Schutzgebiete (wo jede Art Fischerei verboten ist), Gebiete, wo nur einige Fangmethoden verboten sind, und ein Verbot für Schleppnetze tiefer als 700 m entlang der Ostküste südlich von Sydney (bestimmt, um alle Tiefsee-Haie zu schützen). Die geringe Vermehrungsrate, das späte Erwachsenwerden und die lange Lebensspanne dieser Haie bedeuten, dass sie sich voraussichtlich nur langsam von dem Raubbau erholen werden, trotz des Fangverbots. Dogfisch-Arten des oberen Kontinentalrandes sind anfälliger fürs Gefangenwerden als die in der Mitte, weil sie über ihren gesamten Tiefenbereich und die meisten Gebiete (außer den Schutzzonen) aufs Korn genommen werden. Aber weil sie Licht und einen geringeren Wasserdruck gewöhnt sind, kann ein größerer Anteil es überleben, wenn sie versehentlich gefangen und schnell wieder ins Meer geworfen werden.

Der Harrison’s Schlinghai wird nur als stark gefährdet angesehen, weil es nun so scheint, dass die Abnahme der Gesamtpopulation nur 70% beträgt (obwohl diese höchstwahrscheinlich weiter zurückgehen wird). Wissenschaftler hoffen, dass 500 von ihnen ausreichen, um eine genügend genetisch verschiedene Population zu bilden. Für mich bedeuten diese Zahlen, dass sie fast ausgestorben sind (Zum Vergleich: vom Großen Panda gibt es mehr als dreimal so viele in der Wildnis, und ihre Zahl steigt weiter an. Aber sie sind ja auch niedlich).

Quellen: hier, hier und hier

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