Wusstest Du, dass der vielleicht schädlichste Hai im Englischen nach einem Küchenutensil benannt ist? Der cookiecutter- (Keksausstecher) Hai, im Deutschen nach seiner Form Zigarrenhai genannt, hat die Jagd perfektioniert, und er diskriminiert nicht: alles im Meer ist seine Beute. Er ist nach seiner Jagdmethode benannt: er schneidet runde Stücke aus Haut und Fleisch aus.

side view of the head of a preserved shark
By Karsten Hartel – Marine Fisheries Review 65(4), Public Domain

Der Zigarrenhai nutzt seine hellgrüne Biolumineszenz (die stärkste von allen Haien) tagsüber als Lockmittel und nachts per Gegenbeleuchtung als Tarnung – zusammen mit einem kleinen nicht-leuchtenden Teil als Köder. Weil sich die Lichtverhältnisse mit der Zeit und den Wetterverhältnissen ändern, wandert er jeden Tag vertikal um bis zu 3 km, um seinen Vorteil zu behalten, wobei ihn seine große Leber (bis zu 35% seines Körpergewichts), die mit Ölen niedriger Dichte gefüllt ist, über einen großen Tiefenbereich nahezu schweben lässt.

Nachdem er seine Beute angelockt hat (die er dann mittels seiner großen Augen sieht, die im Kopf nach vorn gerichtet sind und Neuronen, anders als bei anderen Haien, in einem konzentrischen Gebiet gebündelt haben haben), nutzt der Hai seine kurze, breite Schwanzflosse, um sich vorwärts zu treiben. Dann dockt der Hai mit seinen Sauglippen an seiner Beute an, während es seine Blaslöcher schließt und seine Zunge nach hinten zieht, um einen Unterdruck zu erzeugen (was es auch möglich macht, Tintenfische, die genauso groß wie der Hai sind, im Ganzen zu verschlingen).

Nun packen die haken-ähnlichen oberen Zähne die Beute, währen die unteren das Ausstechen übernehmen. Sie greifen ineinander und bilden eine einzelne, säge-ähnliche  Schnittkante. Um jederzeit eine scharfe Säge zu gewährleisten, werden sie regelmäßig alle gemeinsam ersetzt (anstatt nacheinander wie bei anderen Haien), deshalb verschlingt der Hai seine alten Zähne, damit er den Kalzium- und Phosphatgehalt wiederverwerten kann. Wegen eines spezialisierten Kiefers kann der Hai diese Zahnreihe vibrieren wie ein elektrisches Schneidmesser und schneidet kegelförmige Fleischstücke aus seiner Beute aus. Zuletzt dreht und wendet sich der Hai, löst den äußeren Sog und reißt seine Mahlzeit aus dem Körper heraus (wobei er von der laminaren Wasserströmung profitiert, die durch die Bewegung seines größeren Beutetieres verursacht wird), und schwimmt davon.

Gott sei dank ist dieser skrupellose Räuber nur bis zu 50 cm lang und hinterlässt Krater, die im Durchschnitt 5 cm breit und 7 cm tief sind, auf jeder Art mittelgroßem bis großem Meeresgetier (wie Walen, Haien, Tunfischen, Schildkröten und Robben) und Tauchern und Schwimmern, aber auch auf Fischfang-, Forschungs- und Marine-Gerätschaften, sogar auf der Neoprenhülle oder Gummikabeln von U-Booten (was gelöst wurde, indem Hüllen aus Fiberglas installiert wurden).

Ich denke, dass ein größerer Zigarrenhai nicht unsichtbar bleiben würde (zumindest nicht nach dem Angriff), und riskieren würde, dass größere Räuber sich rächen und ihn fressen. Außerdem braucht der Hai, um ein größeres Stück Fleisch herauszureißen, mehr Kraft und eine größere laminare Wasserströmung (also schnellere Beute als die vorhandene). Also bleibt der Keksausstecher-Hai klein und ist nur ein Parasit, lästig aber nicht tödlich.

Quellen:hierhierhier und hier

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