Wusstest Du, dass es Haie gibt, wo die Schwanzflosse genauso lang ist wie der Haikörper selbst? Der Drescherhai  (Alopias vulpinus) nutzt den verlängerten oberen Teil seiner Schwanzflosse als peitschenenähnliche Waffe, um seine Beute zu betäuben.

Das passiert sowohl mittels Druckwelle (die Peitsche schneidet mit 75 kmh durchs Wasser) – wie im Video gezeigt- als auch direkter Berührung, was erklärt, warum die meisten Drescherhaie durch beköderte Haken im Schwanz und nicht im Maul gefangen wurden.

Drescherhaie leben weltweit in tropischen bis kalten Gewässern sowohl in Küstennähe als auch im offenen Meer, in vielen isolierten Unterpopulationen. Sie leben mindestens 24 Jahre (vielleicht bis zu 50 Jahre) und bringen 2 bis 7 lebende Junge (ovovivipar) in speziellen seichten Kinderstuben zur Welt. Während einer Tragzeit von 9 Monaten ernähren sich die Embryos von einem stetigen Angebot von unbefruchteten Eiern (Oophagie).

Die Nahrung von Drescherhaien besteht hauptsächlich aus kleinen Schwarmfischen wie Makrelen und Heringe, was hoffentlich dazu beiträgt, dass deren Fleisch einen geringeren Gehalt an Methyl-Quecksilber aufweist als das von den meisten anderen Haiarten. Denn weltweit werden Drescherhaie intensiv kommerziell gefischt: für ihr teures Fleisch, aber auch ihre Flossen (nach DNA-Tests mindestens 2-6% des gesamten Haifischflossen-Handels), Haut (für Leder)  und Leber-Öl. Das führt dazu, dass sie auf der IUCN-Roten Liste weltweit als gefährdet eingestuft sind.

Zusätzlich ist der Drescherhai eine der wichtigsten und wertvollsten Arten für die Sportfischerei, weil er einen starken, verbissenen Kampf um sein Leben hinlegt (Grund für einige wenige Fälle von Drescherhai-“Attacken” auf Boote). Obwohl er bis zu 6 m Länge erreicht, ist der Drescherhai eher scheu und keine Gefahr für den Menschen.

Wie seine Verwandten, die Makrelenhaie (z.B. der Lachshai), kann der Drescherhai seine Körpertemperatur über die des umgebenden Wassers anheben, indem er das thermalen Gegenstromprinzips nutzt.

Der eigentliche Name Gemeiner Fuchshai und sein wissenschaftlicher Name (Alopias vulpinus) gehen auf den griechischen Philosophen Aristoteles zurück. Er beschrieb “ausgefuchste” (wenngleich falsche) Verhaltensweisen des Drescherhais,  was zur Fuchs-Analogie führte – nicht deren Schwänze.

Quellen:hier und hier

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