Wenn Du in der glücklichen Lage bist, Zugang zu sauberem Wasser zu haben (wie die meisten Menschen in Europa und Nordamerika, denke ich), sollte Leitungswasser das Getränk der Wahl sein. Es ist billig und gesund, sowohl für den Menschen (was zugegebenermaßen von Wasserquelle und Haus-Rohrleitungssystem abhängt) als auch für die Umwelt – auch wenn Werbekampagnen etwas anderes verbreiten.

Ich bin froh, dass wir zurück zu Leitungswasser gewechselt haben (nachdem das Problem Geschmacksunterschied durch stufenweises Verdünnen gelöst wurde), das bin ich wirklich. Aber ich muss zugeben, dass ich nicht genug trinke, weil Wasser nur nach Wasser schmeckt (Leitungswasser in Deutschland wird nicht chloriert wie in den USA), und wir auch andere Getränke benutzen (besonders ich und mein Mann).

In letzter Zeit installieren immer mehr Schulen in der Umgebung (leitungsgebundene) Wasserspender. Manchmal stellen sie nur eine kleine Menge “für Notfälle” zur Verfügung, manchmal aber auch genug stilles und Sprudelwasser, das alle Kinder frei nutzen können (mittels Spenden für den Unterhalt). Ich bin froh, dass meine Kinder nicht mehr alle ihre Getränke zur Schule buckeln müssen. Mein Mann trinkt auch Sprudelwasser bei der Arbeit (im letzten Sommer mehr als 4 Liter täglich wegen der wahnsinnigen Zimmertemperaturen), aber leider aus einer Flasche (wenigstens eine Mehrweg-PET-Flasche einer örtlichen No-Name-Firma) und nicht von einem Wasserspender (er traut sich nicht, solch ein Gerät auf Arbeit vorzuschlagen). Sie haben eine Kaffee-Maschine (nicht gerade hilfreich im Sommer), das ist alles.

Wir trinken Tee zum Frühstück und Abendessen (und auch zwischendurch). Kürzlich nutzen wir fast zu 70% Bio-Tee und kaufen nur Bio-Milch und Bio (100% Frucht-) Säfte (einer meiner Söhne mag seinen ungesüßten Früchtetee nur mit Apfelsaft vermischt). Ich denke, es schmeckt auch besser, zusätzlich zum Vermeiden von Pestiziden und Kunstdüngern.

Aber wenn ich das Richtige tun will, sowohl für die Umwelt als auch für die Gesundheit von mir und meiner Familie, muss ich das große Ganze betrachten (wie es hier für Ketchup getan wurde) und versuchen, alle Einflüsse auf die Umwelt zu berücksichtigen:

  • Transport (bezüglich Produktion, aber besonders Handel),
  • Anbau- und Lagerungs-Aufwand (wie Treibhäuser und Lagerung in kühlem Kohlendioxid-Milieu) und
  • Verpackung.

Wusstest Du, dass außerhalb der Saison lokale Äpfel nicht besser sind als die von Übersee – für die Umwelt? Die Lagerung in kühlem Kohlendioxid-Milieu ist schädlicher als der Transport per Schiff. Das gleiche gilt, wenn Du ein beheiztes Treibhaus für den Anbau von Früchten oder Gemüse außerhalb der Saison nutzen musst (oder für fremde Arten wie Bananen, wenn Du nicht in Island lebst und Erdwärme für die Heizung benutzt). Pfirsiche jedoch müssen per Flugzeug transportiert werden, was schlimmer ist. Bezüglich Bio-Milch muss man das Futter der Kuh auch berücksichtigen – es macht einen großen Unterschied, ob die Kuh auf der Weide steht oder (Bio) -Soja oder -Getreide bekommt (noch schlimmer, wenn es von weit weg ist). Aber wenn Du per Auto zu einem speziellen Bauernhof fährst, um Deine eigenen Äpfel (oder Milch) zu kaufen, sind alle Überlegungen, den CO2-Fußabdruck Deiner Produkte zu reduzieren,  für die Katz (Eine Aufstellung all dieser Probleme und mehr ist hier zu finden).

Bei allen Bio-Teebeuteln, die ich gefunden habe, ist jeder einzelne Teebeutel nochmals in Papier verpackt. Ich denke, es ist dafür da, den Inhalt vor Kontamination zu schützen, aber es ist viel Müll. Wenigstens verwende ich diese Papierzettel für Notizen und Einkaufszettel wieder. Vielleicht wechsele ich zu losem Tee, aber dann muss ich mehr Wasser zur Reinigung oder zusätzliche Filtertüten benutzen.

In Deutschland werden Milch und Säfte in Glas- oder PET-Flaschen oder Getränkekarton verkauft (Milch in Beuteln ist nicht mehr erhältlich). Was soll man wählen?

Glasflaschen sind leicht zu reinigen (mit Hitze und ohne viel Chemikalien) und universell wiederzuverwenden (aber manchmal ist eine Flasche speziell geformt und muss zu einem bestimmten Anbieter zurück). Sie würden 1 Million Jahre im Ozean aushalten, aber wenn man sie getrennt sammelt, sind sie unschätzbar zum Herstellen von neuem Glas (wahres Recycling). Aber sie sind schwer, dadurch ist ihr Transport (sowohl voll als auch leer) nicht gerade umweltfreundlich. Ich las, dass in Großbritannien zu viele grüne Flaschen gesammelt werden um sie zu recyclen. Um Milch vom UV-Licht zu schützen, muss eine Milch-Glasflasche dicker oder lichtundurchlässig sein. Es gibt Mehrweg- oder Einweg-Glasflaschen.

PET-Flaschen können gereinigt (mit starken Chemikalien, weil sie nicht viel Hitze vertragen) und wieder befüllt werden, aber nicht so oft wie Glasflaschen. Sie brauchen auch zum sterilen Befüllen Chemikalien (DMDC) anstelle von Hitze. Wenn sie gesammelt werden (und nicht den Müll im Ozean vermehren), werden sie zu PET-Flocken zerhackt oder verbrannt. Diese Flocken können als Zusatzstoff für neue PET-Flaschen verwendet werden (nur eine kleine Menge), oder sie werden nach China verkauft, um daraus Fasern für Polyester-Folien, Fleece-Kleidung oder Teppiche zu machen. Im Jahr 2009 wurden 48,4 % aller europäischen PET-Flaschen gesammelt und recycled. Davon wurden 40 % Textilfasern, 27 % Plastikfolien, 22 % neue Flaschen und 7 % Paketbänder (Quelle). PET-Flaschen sind nicht gasdicht. Die meisten Saft- und Milch-PET-Flaschen, die ich gefunden habe, sind nur Einwegflaschen. Mehrweg-PET-Flaschen gibt es jedoch für stilles und Sprudelwasser.

Getränkekartons sind Verbundstoff-Verpackungen, die Papier (nur Nicht-Recyclingpapier wird benutzt), Kunststoff und oft Aluminium (um den Inhalt vor Licht und Sauerstoff zu schützen) enthalten. Es gibt Techniken, um den Karton-Teil zu recyclen, aber der Kunststoff- und Aluminiumteil kann nur zu Zement down-cycled oder verbrannt werden. Getränkekartons sind wegen ihrer Form und ihrem Gewicht leicht zu lagern und transportieren (vor allem leer). Es gibt keinen möglichen Weg, um einen Saft- oder Milchkarton zu säubern und wieder zu befüllen.

Unsere Entscheidung:

Wir haben Glück, in einer Gegend mit vielen Apfelplantagen, Weinbergen und Milchkuh-Höfen zu wohnen. Einige von ihnen sind Bio, und um unser Dorf herum gibt es viele Streuobstwiesen – das ist ein extensiver Obstgarten mit vereinzelten Obstbäumen (normalerweise eine Mischung verschiedener traditioneller, hochstämmiger Apfelbäume). Im Nachbarort ist sogar eine kleine Firma, die aus diesen Äpfeln ungefilterten und gefilterten Bio-Apfelsaft macht (und andere Säfte, teilweise aus Konzentrat von weiter weg).

Deshalb gehe ich zu Fuß in unseren Dorfladen und kaufe diese Bio-Apfel (und manchmal Orange- und Trauben-) -Säfte in Mehrweg-Glasflaschen.   Wir mögen die ungefilterte Sorte (“Naturtrüb”) mehr. Manchmal fährt mein Mann auf dem Weg von der Arbeit mit dem Auto direkt zur Firma und kauft einen ganzen Kasten und bringt die leeren Flaschen weg. Aber weil ich nicht weiß, wie weit die Milch in unseren Laden unterwegs war, habe ich entschieden, die Bio-Frischmilch im Karton anstatt in der Glasflasche zu kaufen. Ich habe gelesen, dass Getränkekartons für kurzlebige Milchprodukte kein Aluminium enthalten, deshalb dieser Kompromiss. thus my compromise. Aber wenn ich Bio-Milch von einem Bauernhof in der Nähe finden könnte (idealerweise nur von frei weidenden Kühen), dann würde ich deren Milch auch in Glasflaschen in unserem Laden kaufen – und nicht mit dem Auto zum Kaufen direkt zum Bauernhof fahren.

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