Wusstest Du, dass der Heringshai, einstmals Quelle von einem der teurersten Haifleische in Europa, nun auf der Roten Liste steht als vom Aussterben bedroht (einen Schritt von ausgestorben entfernt) im Nordost-Atlantik und im Mittelmeer, als stark gefährdet im Nordwest-Atlantik und als gefährdet weltweit?

Side view of a blue-gray shark
Heringshai “Lamna nasus csiro-nfc” by CSIRO National Fish Collection – http://www.fishesofaustralia.net.au/home/species/1848. Licensed under CC BY 3.0 via Commons

Die Bestände des nordöstlichen und nordwestlichen Atlantiks sind voneinander abgetrennt ohne genetischen Austausch zwischen ihnen (der Bestand der südlichen Halbkugel auch), was ihr Erholen von der typischen “Boom-and-Bust” Fischerei der Vergangenheit schwierig macht, wo Longline-Schiffe seit den 30er Jahren einen Bestand nach dem anderen ausbeuteten. Heringshai-Fleisch, in Italien smeriglio und in Deutschland Kalbsfisch oder Seestör genannt, wird in Europa, Japan und den USA als Delikatesse betrachtet, obwohl es hohe Dosen von Methyl-Quecksilber enthält.

Die Art wird auch für big game fishing benutzt, obwohl oftmals nur “Fangen und wieder freilassen” erlaubt ist (wie in Kanada seit 1995) – ein Zeitvertreib den ich nicht begreifen kann (muss wohl ein “Mann-Ding” sein).

Der Heringshai ist, wie sein enger Verwandter, der Lachshai, in der Lage, seine Körpertemperatur wesentlich anzuheben. Obwohl er wie der Weiße Hai aussieht, ist der Heringshai (Lamna nasus) für den Menschen nicht gefährlich und ernährt sich nur von kleinen bis mittelgroßen Fischen, Tintenfischen und Krabben. Die Weibchen sind mit 12-18 Jahren erwachsen und bringen jedes Jahr nach einer Tragzeit von ungefähr 8 Monaten üblicherweise 4 Junge zur Welt. Die Jungen ernähren sich im Mutterleib von einem Dottersack und unbefruchteten Eiern.

Seit dem Januar 2012 ist allen EU Schiffen in allen Gewässern verboten, nach Heringshaien zu fischen, sie an Bord zu nehmen, zu verstauen, zwischen Schiffen zu wechseln oder an Land zu bringen. Wenn versehentlich gefangen, soll der Art kein Leid zugefügt werden. Exemplare sollen sofort wieder freigelassen werden. Ich denke nicht, dass das Verhalten dieser zwei Hobby-Fischer im Mai 2012 als gesetzeskonform angesehen werden kann: dem schwangeren Heringshai-Weibchen wurde sicher Leid zugefügt, als es anderthalb Stunden um ihr Leben kämpfen musste bis zur völligen Erschöpfung.

Quellen: hier und hier

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