Wusstest Du, dass ungenutzte Steppen- und Präriegebiete viel mehr des gefährlichen Treibhausgases Lachgas freisetzen als wenn sie als Weideland genutzt werden?

Langzeit-Studien in der Mongolischen Steppe bewiesen, dass, insbesondere nach der Schneeschmelze, Bakterien im Boden viel Lachgas aus Pflanzenresten produzieren. Wenn jedoch grasende Tiere das Gras kurz halten, kann sich weniger Schnee halten und so gibt es im Frühling weniger Schmelzwasser, um den Boden zu durchnässen. Die Bakterien mögen das nicht, ebenso wie sie die Kälte nicht mögen, die dadurch entsteht, dass im Winter weniger Schnee auf dem Boden liegt, und produzieren deshalb weniger Lachgas, selbst wenn der Mist der grasenden Tiere addiert wird.

Die Wissenschaftler betonen, dass dies nur für Gebiete mit einer Frost-Jahreszeit gilt und  sich nur auf das Treibhausgas Lachgas bezieht und nicht auf das Methan, das von den grasenden Rindern oder anderen Wiederkäuern produziert wird. Methan und Lachgas sind beides Treibhausgase, wobei Methan 25 mal und Lachgas 298 mal mehr Effekt auf die Erderwärmung als Kohlendioxid hat. Deshalb empfehlen sie, das Gras vor dem Winter zu mähen um es kurz zu halten, anstelle Rinder dafür zu nutzen. Aber da diese schon vorhanden sind (was sie sind, aber sie leben im Stall und werden mit Getreide, Mais und Soja gefüttert), und das Weideland ist auch schon da und nicht leicht zu mähen (wie in den Alpen und anderen Bergen) – warum nicht?

Ich weiß, dass Milchkühe heutzutage speziell gezüchtet sind, um mehr Milch zu geben, und deshalb Spezialfutter benötigen – aber brauchen wir wirklich soviel Milchprodukte?

Insbesondere weil Korn, Mais und Soja mehr und mehr Anbaufläche benötigen (oft ehemalige Wälder in Südamerika), was zu großen Mengen an Lachgas wegen Düngung und risigen Mengen an Kohlendioxid führt, weil die Nicht-mehr-Wälder es nicht mehr speichern können. Wenn die Rinder auf der Weide bleiben und Gras fressen, dann brauchen sie nicht mehr so viel Mais und Soja – mehr als ein Drittel der weltweiten Getreideernte wird an Rinder, Schweine und Co. verfüttert.

Aber da ist noch mehr: Grasen sichert Humus im Boden, und jede Tonne Humus ist in der Lage, mehr als 1,8 Tonnen Kohlendioxid zu speichern.

Quellen: Weniger Lachgas-Emissionen durch grasende Rinder und Die Kuh ist kein Klima-Killer

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