Ich bin gerade von unseren Ferien an der Nordsee zurückgekommen. Das Wasser war für mich zu kalt zum Schwimmen (meinem Mann und den Kindern machte es nichts aus), aber der Strand war wirklich schön – mit Sonne, weißem Sand und Wind (und deshalb keine Mücken!), aber nicht zu heiß. Da war etwas Müll, meist von kleinen Kindern verloren oder von Wind verweht, denke ich, uns nur einiges mit Absicht am Strand zurückgelassen (wie Bierdosen und Zigarettenstummel). Wir sammelten diesen Abfall und viele halb im Sand vergrabenen Plaste-beutel und Schnüre ein und nahmen alles zum Abfall mit, wenn wir zur Toilette gingen (die lagen wegen der Gezeiten mindestens 1 Kilometer landeinwärts und direkt neben den nächstgelegenen Mülltonnen).
Aber nach der Flut änderten sich die Dinge. Verheddert in Seetang kamen Unmengen an Küchenkrepp aus dem Meer zurück. Weil sie chemisch behandelt sind, um Wasser abzuweisen (denke ich), fühlte es sich für mich nicht richtig an, auf ihr Zersetzen zu warten, und ich sammelte ganze Gewirre ein (mein Mann wollte sich lieber nicht auch noch um Papier kümmern). Beim Stapeln der Gewirre in meinen Armen wurde deren Unterseite sichtbar, gesprenkelt mit wunderschönen, hellgrünen Algen, wie ich glaubte. Aber es waren hauchdünne Teile von Plastikfolie, die von Algen überwuchert wurden. Da war überall Plastik!

Sich wie Sisyphus fühlend, ging ich bis zu 10 Mal zu den Mülltonnen und zurück, später von meinen Kindern und von meinem Mann begleitet, und einer anderen Familie. Wir kamen kurz ins Gespräch mit ihnen (wie es sich herausstellte hatten sie, zufälligerweise oder nicht so zufälligerweise, auch Stoffwindeln verwendet) und ich war froh, nicht der einige Ökofreak zu sein. Wir schafften es nicht, den ganzen Strand zu reinigen, oder selbst einen Teil davon, und ich fühlte mich schuldig, dass ich aufhörte und unsere Ferien und die Zeit mit der Familie genoss. Aber später kam ein Paar Einheimische auf uns zu und dankte uns dafür, dass es uns nicht egal war.

ich möchte diesen Dank weitergeben an Euch alle, da draußen, die nicht kapitulieren angesichts dieser Sisyphus-Arbeit und etwas tun, auch wenn es zu wenig und zu spät erscheint. Jeder kleine Schritt zählt!

Vielen Dank, ihr verwandten Seelen da draußen!

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